Feuerwehr Babenhausen übt auf Gelände eines Kfz-Betriebs

Gefährliche Stoffe und drei Personenrettungen

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Übungsort der Feuerwehr war die Autowerkstatt Scinardo. In Kfz-Betrieben müssen die Floriansjünger immer mit einem Cocktail an gefährlichen Stoffen rech- nen.

Babenhausen - (bea) Schreie dringen aus einer Garage des Kraftfahrzeug-Meisterbetriebs Scinardo in der Industriestraße. Zur Geräuschkulisse gesellen sich noch das Prasseln von kräftigem Feuer und Explosionen, die gelegentlich zu hören sind.

Glücklicherweise kommt die Geräuschkulisse vom Band und der Rauch, der aus der Werkstatt des Autobetriebes dringt, wird durch eine Nebelmaschine erzeugt.

Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltete eine ihrer Übungen auf einem für sie schwierigen Gelände. „In einer Autowerkstatt müssen wir immer mit einem Cocktail an gefährlichen Stoffen rechnen“, erklärt Pressesprecher Werner Flechsenhar. „Da gibt es das Reifenlager, Lacke, Öle und Lösungsstoffe.“

Von einem Entstehungsbrand geht die Feuerwehr aus, einem Feuer, das beispielsweise bei Schweißarbeiten entstehen kann. Als Einsatzleiter Bernd Pöschl am Brandort eintrifft, dringt schon dichter Qualm aus Teilen der Werkstatt. Er alarmiert seine Mannschaft, die am Ort des Geschehens eintrifft und erst einmal vor verschlossenem Tor steht. Eine der vielen Schwierigkeiten, die Wehrführer Florian Savallich in die Übung eingebaut hat. Die Einsatzkräfte meistern das Tor und das erste Fahrzeug der Wehr fährt auf den Hof.

Vordringlichste Arbeit ist die Personenrettung, denn nach ersten Angaben befinden sich zwei Personen in dem brennenden Gebäude. Zwei Trupps werden mit Atemschutzmasken ausgestattet und während die einen schnell im dichten Qualm verschwunden sind, halten sich die anderen zwei Atemmaskenträger in Bereitschaft.

Die erste Person, der Dummy, ist schnell gefunden und die Feuerwehrleute verschwinden wieder im Qualm. In der Zwischenzeit ist die Drehleiter ausgefahren worden und die angrenzenden Werkstattgebäude, die noch nicht vom Brand erfasst sind, werden mit Wasser nass und kühl gehalten, um sie vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen.

Inzwischen ist die zweite Person gerettet, doch es stellt sich entgegen den ersten Annahmen heraus, dass noch eine dritte Person vermisst ist. Auch diese wird nach einiger Zeit gerettet, der Brand langsam unter Kontrolle gebracht und schließlich endgültig gelöscht.

Die Arbeit der Einsatzkräfte ist aber noch lange nicht zu Ende. Jetzt heißt es die Wasserversorgung zurückzubauen, alle Gerätschaften wieder aufzuladen, im Feuerwehrhaus die Schläuche zum Trocknen aufzuhängen und die Fahrzeuge wieder für den nächsten Einsatz bereit zu machen. Und auch dann heißt es noch nicht „Feierabend“. Zum Schluss kommt noch die Manöverkritik, Wehrführer Savallich beobachtete den Ablauf der Übung und wird seinen Kameraden noch mitteilen, was gut gelaufen ist und was noch verbessert werden kann.

Quelle: op-online.de

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