B26 Bürgerinitiative fordert Lärmminderungsmaßnahmen

Gefahr für die Gesundheit

Auf der B26 quält sich der Verkehr bereits jetzt allzu oft durch Babenhausen. Foto: Grimm

Babenhausen – „ Zeit, sich einzumischen“, meint die im Oktober vergangenen Jahres gegründete „Bürgerinitiative Verkehr“. VON PETRA GRIMM

In einer Pressemitteilung und einem Brandbrief an das Regierungspräsidium Darmstadt, den Landrat, die Stadt und Hessen Mobil macht sie auf den Konflikt durch die aktuelle, innerstädtische Verkehrsbelastung und die prognostizierten zusätzlichen 8 000 Fahrzeuge durch die Besiedlung der Kaserne aufmerksam und fordert Lösungen.

Man werde auch den Gang zum Kasseler Verwaltungsgerichtshof nicht scheuen, sollte beim Bebauungsplan für die Kaisergärten die Verkehrsproblematik nicht berücksichtigt werden. „Es ist stark anzunehmen, dass eine Verkehrssituation, die schon im Ist-Zustand die zulässigen Grenzen überschreitet, kein sehr großes Neubaugebiet mehr zulässt. Ein Bebauungsplan, der diese Logik ignoriert, steht auf sehr wackeligen Füßen“, so die Bürgerinitiative (BI), die mit dem Ziel gegründet wurde, durch die Reduzierung von Verkehrslärm bessere Lebensbedingungen an den überlasteten Straßen in Babenhausen zu erreichen. „In einer Arbeitsgruppe wurde durch direkte Kommunikation mit den Behörden, den Investoren und den politisch Verantwortlichen weiter daran gearbeitet, das Problem bewusst zu machen. Geschehen ist allerdings bislang noch nichts Verbindliches“, so Tino Eidebenz, der Initiator und Sprecher der BI.

Für alle Babenhäuser sei der Ausbau der Kaserne ein willkommenes Zukunftsprojekt, das an sich ungeteilte Zustimmung erfährt, aber eben nicht zu Lasten der Gesundheit der Bürger erfolgen sollte. „Wir haben die zuständigen Behörden angeschrieben, um rechtzeitig auf einen Konfliktpunkt hinzuweisen und um ein gerichtliches Verfahren zu vermeiden“, so die BI, die auf aktuelle Lärmwertmessungen von Hessen Mobil verweist: „Die B26 in der Ortsdurchfahrt Babenhausen ist im gesundheitsgefährdenden Bereich lärmbelastet. Die Lärmwerte liegen deutlich über 70 dB(A) tagsüber und deutlich über 60 dB(A) nachts. Lärmminderungsmaßnahmen zu ergreifen ist nun nachweislich unumgänglich.“

Kritisch blickt die BI auf das von der Kasernenkonversionsgesellschaft beauftragte Verkehrskonzept, das durch die Optimierung der Ampelschaltungen, durch veränderte Fahrbahnmarkierungen und durch das Schließen von bisher bestehenden Abbiege- und Zufahrtsmöglichkeiten den Verkehrsfluss sichern soll (wir berichteten). Angezweifelt wird, dass damit die zusätzlichen 8 000 Fahrzeuge aufgefangen werden können, wie das von den Investoren beauftragte Rodgauer Planungsbüro Habermehl&Follmann eingeholte Gutachten behaupte.

Aber selbst wenn der Verkehr tatsächlich flüssig durch die Stadt käme, bliebe das Lärmproblem, kritisiert die BI: „Mehr Fahrzeuge auf bestehenden Straßen bedeutet mehr Verkehrslärm. Das zum Bebauungsplan gehörende Verkehrskonzept würde den zusätzlichen Verkehrslärm nicht berücksichtigen. Auf der Darmstädter-, Aschaffenburger-, Schaafheimer-, Hindenburg- und – hier ist die Zusatzbelastung am höchsten – auf der Bouxwiller Straße wird der Verkehrslärm deutlich zunehmen.“ Die Grenzen der Zumutbarkeit seien damit überschritten und das Grundrecht auf Gesundheit werde verletzt. Ohne eine Umgehungsstraße sei innerörtlich einfach kein Raum für solche Verkehrsmassen vorhanden, schreibt die BI im Brief an die Behörden.

Derweil haben unter anderem noch offene Fragen beim Verkehrskonzept jetzt dazu geführt, dass die Offenlage des Bebauungsplans für die Kaisergärten auf September verschoben wurde. Die Verkehrsbelastung wird auch Thema im öffentlichen Kasernenausschuss sein, der am morgigen Donnerstag ab 19.30 Uhr im Rathaus tagt.

Quelle: op-online.de

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