Gefallen an lebhafter Gemeinde

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Fühlt sich in Schaafheim wohl: Anette Röhricht aus Dieburg ist die neue Seelsorgerin in Schaafheim.

Schaafheim ‐ Mit dem Weggang des Pfarrer-Ehepaars Thomas Mangold und Cornelia Wesseling-Mangold im Juli letzten Jahres blieb eine Lücke in der evangelischen Kirchengemeinde Schaafheim zurück. Der seit über 20 Jahren tätige Pfarrer Stefan Hucke stand plötzlich alleine da. Von Katrin Görg

„Wir haben deutlich gemerkt, dass eine Arbeitskraft fehlt. Viele Dinge, die zu erledigen waren, blieben oft liegen“, sagt Karola Ott aus dem Kirchenvorstand. Um Stefan Hucke zu entlasten wurden nahezu alle Trauerfeiern an seine Kollegen aus Babenhausen, Sickenhofen und Altheim abgegeben. Jetzt gibt es Abhilfe: Eine neue Pfarrerin predigt in Schaafheim. Offiziell eingeführt in ihren neuen Dienst als Vakanz-Vertretung innerhalb der evangelischen Kirche wurde die Dieburgerin Anette Röhricht (46) kurz nach Jahresbeginn.

Die Situation ohne zweiten Pfarrer war jedoch nicht ausschließlich negativ: „Unsere Mitglieder ergriffen öfter die Initiative und brachten sich verstärkt ehrenamtlich ein.“ Hierbei habe die Devise gegolten: „Es muss auch ohne zweiten Pfarrer weitergehen!“ Dass es geht, hat die Schaafheimer evangelische Gemeinde bewiesen, genießt nun aber doch die Vorteile, welche Anette Röhricht als „Lückenfüller“ mit sich bringt. „Vieles geht jetzt wieder leichter“, freute sich Karola Ott, „ich finde es außerdem toll, verschiedene Prediger zu hören“, sagte sie weiter. Zuvor waren es Prädikanten, also Laienprediger, die für Stefan Hucke einsprangen. Ein wichtiger Aspekt, sei auch der, dass der „Pfarrbezirk II“ wieder einen eigenen Ansprechpartner hat. Anette Röhricht ist zuständig für die Schaafheimer Ortsteile Radheim und Mosbach sowie die bayrische Nachbargemeinde Wenigumstadt und den Schaafheimer Teil, der von den Straßen Babenhäuser Straße, Lindenstraße, Schlierbacher Weg, Waldstraße, Heimatring eingeschlossen wird.

Das Angebot kam Röhricht gelegen

Bevor Anette Röhricht nach Schaafheim kam, betreute sie die beiden Groß-Umstädter Gemeinden in Heubach und Wiebelsbach. Dekan Joachim Meyer und Stefan Hucke, der nicht nur Pfarrer in Schaafheim, sondern gleichzeitig Meyers Stellvertreter ist, sprachen sie direkt auf die freie Stelle in Schaafheim an: „Das lief so nach dem Motto: Sag mal, du hörst doch jetzt dort auf…“, amüsierte sich Röhricht. Das Angebot kam ihr gelegen: „Ich suchte sowieso eine halbe Stelle, da ich noch jüngere Kinder habe, und eine Vakanz-Vertretung gibt es ohnehin nur selten als ganze Stelle. Von daher war ich von vornherein auf eine Vertretungstätigkeit eingestellt.“

In ihrer neuen Kirchengemeinde übernimmt sie „die Arbeit, die gerade anfällt. Es gibt genug zu tun!“ Konkret heißt das im Moment: „Ich gehe Besuchswünschen nach, halte Tauf- und Hochzeitsgottesdienste und Trauerfeiern waren auch schon dabei. Bis zum Urlaubsende von Stefan Hucke, habe ich außerdem Konfirmandenunterricht gegeben und den Sonntagsgottesdienst gehalten.“

„Genieße den Zuspruch der Schaafheimer“

Gerade mal drei Wochen geht sie in der Schaafheimer evangelischen Gemeinde ein und aus, fühlt sich aber schon pudelwohl. „Mir gefällt die Lebhaftigkeit der Gemeinde“, überlegte sie und lobte den guten Gottesdienstbesuch: „Ich predige lieber vor vielen als vor ganz wenigen. Ich genieße den großen Zuspruch der Schaafheimer.“

Und auch bei den Gemeindemitgliedern kommt die neue Pfarrerin gut an: „Das ist eine ganz Nette!“, heißt es, wenn man sich unter den Schaafheimer Protestanten so umhört.

Vakanz-Vertretung kann manchmal länger dauern

Die nette Frau Pfarrerin bleibt ihnen solange erhalten, bis sich ein Bewerber für die seit etwa einem halben Jahr ausgeschriebene freie Stelle, die das Ehepaar Mangold zurückließ, findet. „Wie lange das dauert, weiß niemand“, erklärte Karola Ott. „Momentan ist es schwierig, da es insgesamt nur sehr wenige Pfarrer gibt.“

Bis sich jemand Neues findet, scheint die Gemeinde mit der Unterstützung von Anette Röhricht gut versorgt zu sein. „Und wer weiß“, fügte sie schmunzelnd hinzu, „manche Vakanz-Vertretungen dauern länger als eine Festanstellung.“

Quelle: op-online.de

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