Gefühl für richtigen Job entwickeln

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Schüler der neunten Stufe bereiten sich auf die Job-Info-Börse vor.

Babenhausen - Bei den Projekttagen zur Berufsvorbereitung in der Offenen Schule Babenhausen lernen die Schüler die unterschiedlichsten Berufe kennen. Damit bereiten sie sich auf eine Job-Info-Börse im März vor. Von Petra Grimm

„Also, ich würde gerne später im technisch-mathematischen Bereich arbeiten. In Mathe, vor allem in Geometrie, bin ich gut. Das macht mir seit der dritten Klasse schon Spaß“, sagt die 14-jährige Nina, während sie ein Plakat über den Beruf des Maschinenbauingenieurs gestaltet. Das würde sie interessieren, aber sie könne sich auch ein Architektur-Studium vorstellen, sagt die Neuntklässlerin der Offenen Schule. Mit ihren schon recht konkreten Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft scheint sie unter ihren Klassenkameraden eher in der Minderheit zu sein.

„Das ist eine gymnasiale Klasse. Diese Schüler haben im Gegensatz zu den anderen neunten Klassen keine Arbeitslehre und sich deshalb oft noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Die Schüler denken, sie haben ja noch viel Zeit“, sagte Michael Spiehl von der städtischen Kinder- und Jugendförderung, die diese Woche gemeinsam mit der Schulsozialarbeit und einigen Lehrern für die Neuntklässler einen Projekttag zur Job-Info Börse anbot.

Job-Info-Börse im März

Die insgesamt neun neunten Klassen der Gesamtschule – ein Teil war am vergangenen Mittwoch dran und die zweite Hälfte ist es am heutigen Freitag – beschäftigen sich im Rahmen dieses Projekttages mit der am 2. März wieder anstehenden Job-Info-Börse. Seit 1999 hilft diese gemeinsame Großveranstaltung der Stadt und der Schule den Schülern der neunten Klassen, einigen Zehntklässlern, die noch nicht „versorgt“ sind, und den Abgängern der Eduard-Flanagan-Schule, sich über Berufe zu informieren und sich zu orientieren. „Wir wollen die Schüler mit dem Projekttag auf die Job-Info-Börse möglichst gut vorbereiten und aufklären, was das überhaupt ist und wie dieser Tag abläuft. Im Vorfeld können die Schüler fünf Berufe, die bei der Job-Börse vertreten sind, auswählen“, erkärte Michael Spiehl.

Von diesen bekommen sie dann drei zugeteilt, über die sie sich im Gespräch mit den Firmenvertretern informieren können. In einer anschließenden offenen Phase können die Schüler und auch die Eltern dann wie bei einer Messe herumgehen und je nach Interesse mit den Betrieben oder anderen Institutionen, die sich an diesem Tag präsentieren, Kontakt aufnehmen. Besprochen wird mit den Schülern deshalb auch, welche Fragen sie stellen könnten.

Schüler erarbeiten sich einzelne Berufe

Immerhin 45 Zusagen von Firmen, weiterführenden Schulen oder Einrichtungen, wie der Handwerkskammer oder der Ingenieurkammer haben die Organisatoren für die nächste Job-Info-Börse. Die Bundeswehr, das Polizeipräsidium, die Agentur für Arbeit, das Diakonische Werk oder auch der Internationale Bund Darmstadt werden ebenso vertreten sein, wie große und kleine örtliche Firmen.

Mit der Liste der teilnehmenden Betriebe ausgerüstet erarbeiten die Neuntklässer sich beim Projekttag einzelne Berufe, die man bei der Job-Info-Börse dann kennen lernen kann. Jeder stellt einen Beruf seiner Wahl mit Hilfe von Broschüren auf einem Plakat dar. Informationen über den nötigen Schulabschluss, die Dauer der Ausbildung und was man genau macht, sind darauf zu finden. So „hängt“ der Ergotherapeut neben dem Fotografen, dem Bankkaufmann, dem Raumausstatter oder auch dem Brauer an der Wand. Plakate über den Beruf des Lehrers oder Sozialpädagogen sind ebenfalls zu finden.

Bisher unbekannte Berufe kennenlernen

Das Spektrum ist denkbar breit. Die Schüler sollen auf diese Weise auch ein Gefühl dafür bekommen, was man über einen Beruf wissen sollte. Außerdem lernen sie Tätigkeiten kennen, an die sie bisher vielleicht noch nie gedacht haben.

So wird sich der eine oder andere vielleicht nach der genaueren Beschäftigung mit dem Thema von seinem vermeintlichen Traumberuf verabschieden. Die Möglichkeit einen neuen zu entdecken, ist bei der Job-Info-Börse mit ihrem umfangreichen Angebot aber auf jeden Fall wieder gegeben.

Quelle: op-online.de

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