Gemeinsam an einem Strang?

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Zum zweiten Gewerbedialog im Ostkreis wurde nach Babenhausen eingeladen. Hannes Werner-Busse vom Regionalmanagement übernahm die Moderation.

Babenhausen ‐ „Unser Ziel ist die Vernetzung“, bringt es Martina Rosanski vom Regionalmanagement Ländlicher Raum Darmstadt-Dieburg auf den Punkt. Von Stefan Scharkopf

Die untergeordnete Behörde des Landkreises, die für 14 Kommunen im Ostkreis zuständig ist, griff im letzten Jahr den Vorschlag des Gewerbevereins Reinheim auf, dass die hiesigen Gewerbevereine untereinander das Gespräch suchen sollten. Für die Koordination wünschte man sich einen Moderator, den im Regionalmanagement gefunden wurde. Jetzt traf man sich in Babenhausen beim zweiten „Gewerbedialog“, zu dem sich neben politischen Vertretern zwölf der 14 betreffenden Gewerbevereine angemeldet hatten.

Wie Martina Rosanski sagte, wolle man sich vordergründig austauschen. Der ungezwungene Dialog sei die Hauptkomponente, Projekte und eine anderweitige Zusammenarbeit seien möglich, aber nicht zwingend angestrebt. Dennoch kann sie Beispiele anderer Regionen anführen, wo die Gewerbevereine bereits über den Dialog hinaus sind. Das sei vor allem in den östlichen Bundesländern der Republik der Fall, wo Kooperationen nicht nur bei Warenbestellungen vorliegen, um kostengünstiger und effektiver zu agieren. „Aus der Not heraus sind die Vereine dort sehr kreativ geworden“, sagt sie und blickt dabei auf die gesellschaftlichen Entwicklungen, die durch den Wegzug der Bevölkerung und damit die Verwaisung ganzer Landstriche den dortigen Gewerbevereinen die Zusammenarbeit regelrecht aufzwangen. Hier bei uns seien Austausch und Kooperation freiwillig. Im Hinblick auf verschärfte Rahmenbedingungen wie der Wirtschaftskrise lägen die Vorteile auf der Hand.

„Meisten Vertreter sind an Zusammenarbeit sehr interessiert“

Wilfried Müller vom Gewerbeverein Babenhausen und der AG Stadtmarketing zeigte sich diese Woche gespannt ob der zu erwartenden Ergebnisse. „Die meisten Vertreter sind an einer Zusammenarbeit sehr interessiert“, sagt er. Dafür spreche auch die Resonanz von fast 50 Besuchern. „Im Prinzip können alle davon nur profitieren“, führt Müller an, der es als Minimalziel ansieht, zumindest den Dialog hochzuhalten. Alle anderen Dinge müssten Stück für Stück erarbeitet werden. Als bestes Beispiel einer erfolgreichen Zusammenarbeit führt er die „Gewerbemeile“ der Gemeinden Münster und Eppertshausen an.

Der Programmablauf des zweiten Gewerbedialogs starte mit einer halbstündigen Verspätung, da schon gleich zu Beginn ein reger Austausch mit persönlichen Gesprächen stattfand. Die Verspätung im Programm stellte für Martina Rosanski kein Problem dar: „Deshalb sind wir hier, eben dass die Leute sich kennenlernen.“ Danach stellte das Regionalmanagement seine weiterführenden Aufgaben vor. Im Anschluss gab die Qualifizierungsbeauftragte des Landkreises, Monika Krutsch, Tipps, wie Betriebe effizienter arbeiten können und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Dabei informierte sie, dass sie gerne zu einem Besuch in den jeweiligen Betrieb kommt, um Vorschläge zu erarbeiten. Danach hatte der Gewerbeverein Babenhausen Gelegenheit, sich vorzustellen. Dabei wurde unter anderem der neue Imagefilm über Babenhausen vorgeführt. Die interessanteste Frage der Veranstaltung hatten sich die Verantwortlichen für den Schluss aufgehoben: Wollen die Gewerbevereine in der Region gemeinsam aktiv werden und wenn ja, wie genau? Dazu gab es aber keine konkreten Vorschläge und Ideen. „So etwas braucht immer Zeit“, weiß Rosanski. So bleibt es vorerst beim Austausch, der zweimal im Jahr stattfinden soll. Das nächste Treffen ist auf den Herbst terminiert.

Quelle: op-online.de

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