Gerät der Kutter noch in Seenot?

Babenhausen - (st) Bei der Schwimmbadsanierung ist der finanzielle Brocken, der auf den Ex-Fischkutter „Jenny“ entfällt, größer als ursprünglich angenommen.

Der Mitte der Fünfzigerjahre gebaute Kutter „Jenny“ soll, wie mehrfach berichtet, alternativ zu einem Bau aus Beton und Stein als Technikgebäude im sanierten Schwimmbad herhalten und zur Steigerung der Attraktivität dienen. Für den Kutter selbst wurden als Kaufpreis 110 000 Euro veranschlagt. Für die Herrichtung von „Jenny“ als Technikgebäude und Bistro sowie für ihren Transport von Dänemark nach Babenhausen sollten 115 000 Euro ausgegeben werden. Macht zusammen 225 000 Euro. So viel sollte auch ein herkömmliches Technikgebäude kosten.

Doch der Transport des Kutters kommt wohl teurer als gedacht. Weil „Jenny“ mit 43 Metern Länge, knapp acht Metern Breite und 2,60 Metern Höhe recht ausladende Maße hat, ist mit Mehrkosten zu rechnen. „Bis nach Aschaffenburg ist es auf dem Main kein Problem, doch vom dortigen Hafen bis ins Babenhäuser Freibad ist mit Schwierigkeiten zu rechnen“, sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin. So müssten beispielsweise Ampeln und Verkehrsschilder ab- und wieder angeschraubt werden. Der Transport soll zusätzlich 75 000 Euro kosten, dann wäre man bei 300 000 Euro für die „Attraktion Fischkutter“. Mehr als die beschlossenen 3,5 Millionen Euro sollen aber für die Freibadsanierung nicht ausgegeben werden.

Vor längerem hatte sich ein Arbeitskreis innerhalb der für die Schwimmbadsanierung zuständigen Betriebskommission mit den zusätzlichen Kosten beschäftigt. Wie Betriebsleiter Christian Heinemann auf Anfrage sagte, wurde dabei die Idee geboren, die Filmrechte am Transport für „Jenny“ an Dokumentarfilmer zu veräußern. „Wir haben einen Serienbrief rausgegeben, aber bislang noch keine Antwort erhalten“, sagte Heinemann. Gleichzeitig sei man in Verhandlung mit dem zuständigen Architekturbüro, nochmal zu prüfen, ob es eine billigere Lösung gibt. Die Mehrkosten seien bekannt geworden, als neue Angebote für den Schiffstransport eingeholt worden seien.

Ende April/Anfang Mai, so Heinemann, sollen genaue Zahlen auf dem Tisch liegen. Dann müsse die Betriebskommission entscheiden, wie weiter verfahren wird: Festhalten an „Jenny“ oder doch ein gemauertes Technikgebäude.

Eine Idee wäre, so Bürgermeisterin Coutandin, das Technikgebäude als Schiff zu „verkleiden“ - auch das könne attraktiv sein.

Quelle: op-online.de

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