Geriatrie wird zunächst erweitert

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Im Vordergrund des Bettenhauses der Kreisklinik Groß-Umstadt sieht man das Flachdach des Operationstraktes. Die neue Geriatrie, mit deren Bau Anfang nächsten Jahres begonnen werden soll, wird über dem Operationsgebäude errichtet.

Darmstadt-Dieburg/Groß-Umstadt - Die Geriatrie am Kreiskrankenhaus in Groß-Umstadt braucht dringend neue Räume. Die Abteilung ist an ihrer Belastungsgrenze. Einstimmig beschloss der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung denn auch die Erweiterung. Von Ulrike Bernauer

Noch vor dem ganz großen Umbau auf dem Krankenhaushügel, bei dem auch das weithin sichtbare Bettenhaus verschwinden wird und in einem niedrigen Neubau wieder auferstehen soll, soll über dem OP-Trakt der Klinik eine neue Station für Geriatrie gebaut werden.

„Wir haben seit 2009 steigende Fallzahlen in allen Abteilungen, betroffen davon ist auch die Geriatrie“, begründete Dr. med. Martin Schunck, Chefarzt der geriatrischen Abteilung, die Baumaßnahme am Rande der Kreistagssitzung - von 8 000 Patienten im Jahr 2007 ist die Zahl auf 10.000 im Jahr 2010 gestiegen. Das Klinikum ist an seiner Grenze, dennoch wolle man keine Patienten abweisen. Manche betagten Patienten würden auf andere Stationen verlegt, wo man sich ihrer aber nicht so annehmen könne wie auf der für sie spezialisierten Station.

Zwischenlösung bevor der große Umbau ansteht

Zudem sei die Station zurzeit räumlich zweigeteilt, im ersten und im neunten Stock befinden sich Betten für die geriatrischen Patienten. „Die Räumlichkeiten, insbesondere die Nasszellen mit hohem Einstieg in die Dusche, haben keinen altengerechten Standard“, so Schunck. Deshalb müsse jetzt vor dem großen Umbau, der frühestens im Jahr 2016 beginnen und den dann auch das Land mit Fördermitteln bezuschussen wird, jetzt zeitnah in Angriff genommen werden.

Das sahen auch die Kreistagsabgeordneten so und plädierten für die Zwischenlösung. Die wird den Kreis voraussichtlich 5,2 Millionen Euro kosten und soll über Kredite finanziert werden. Begonnen werden soll mit dem Bau Anfang 2012, bereits für 2010 stellte der Kreistag 50.000 Euro für vorbereitende Maßnahmen bereit. „Der Bau wird dann schon Ende 2012 abgeschlossen sein“, erklärte der stellvertretende Betriebsleiter der Kreisklinik, Christoph Dahmen, „nach dem Umbau werden wir über insgesamt 46 Betten verfügen, zurzeit sind es 36.“ Nebeneffekt: Für andere Stationen werden die 33 Betten im neunten Stock frei. Einziger Wermutstropfen: Der Umbau wird eine Belastung für die Patienten sein, da er im laufenden Betrieb stattfindet. „Die Arbeit im Operationstrakt wird nicht beeinträchtigt sein“, erklärte Dahmen. Er zeigt sich auch zuversichtlich, dass der Interimsbau auch später genutzt werden kann.

Quelle: op-online.de

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