Ohne Respekt, doch unterlegen

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Keinen Respekt vor Frankfurts UEFA-Cup-Sieger Wolfgang Trapp zeigte Germania-Spieler Patrick Hartman (in Blau).

Babenhausen - 318 Bundesliga-Spiele, Pokalsieger, zehn Jahre lang bei Eintracht Frankfurt, im Einsatz außerdem für den Karlsruher SC, Schalke 04 und Kickers Offenbach: Dietmar Roth macht in Sachen Fußball eigentlich niemand mehr etwas vor. Von Jens Dörr

Beim Spiel mit der Traditionself der SGE am Mittwochabend bei der ersten Mannschaft des SV Germania Babenhausen musste Roth dennoch eingestehen: Mit 49 Jahren ist die Sprungkraft nicht mehr die aus Profizeiten. Gleich zweimal innerhalb weniger Minuten bezwang ihn Germane Matthias Barth im Luftkampf, ohne dass Frankfurts Torwart Joachim Jüriens (in Frankfurt von 1980 bis 1984, 30 Erstliga-Partien) aber hätte hinter sich greifen müssen. A-Ligist Babenhausen, nahezu in Bestbesetzung angetreten, hoffte zur Pause beim Stand von 1:2 noch auf ein respektables Ergebnis.

Im zweiten Abschnitt nutzten die Adlerträger ihre Chancen aber konsequenter, siegten schließlich mit 6:2.

Hingucker: Die Cheerleader der FTG Pfungstadt zeigten atemberaubende Figuren. -   Fotos (2):

Unter der Leitung von Schiedsrichter Lukas Müller (Eppertshausen) hatten Patrick Hartman und Steffen Hendlmeyer für die Babenhäuser Tore gesorgt. Besonders Hartman zeigte eine agile Leistung und auch vor UEFA-Cup-Sieger Wolfgang Trapp (neben der Eintracht auch beim SV Darmstadt 98 am Ball) kaum Respekt. Zwischenzeitlich glich Hartman sogar aus. Das lag auch am Eintracht-Angreifer Holger Friz, der sich zwar in die Torschützenliste eintrug, mit mehreren vergebenen Großchancen Keeper Jüriens 100 Meter entfernt allerdings in Rage brachte.
Unterschiedlich ernst gingen die Akteure der Eintracht-Traditionself an die Begegnung heran. Ronny Borchers etwa beschränkte sich in der Defensive aufs Nötigste, während Slobodan Komljenovic als einer der Jüngsten im Team im Mittelfeld das Tempo anzog. Dort stellte er Babenhausens Spielmacher und Eigengewächs Nikola Todic erwartungsgemäß etwas in den Schatten. Die Germania verkaufte sich trotzdem gut und hatte Vorteile in den Laufduellen. In Sachen Präzision und Raumaufteilung hatten die Ex-Profis den teilweise 30 Jahren jüngeren Amateuren aber noch immer so viel voraus, um den klaren Sieg herauszuschießen.

Rund 250 Zuschauer verfolgten die Partie auf dem Germania-Gelände, was im Mittelfeld der Erwartungen der Verantwortlichen lag. Das Team um Christian Hockemeyer, federführender Organisator der noch bis morgen laufenden Sportwerbewoche der Germania, hatte in den Cheerleader der FTG Pfungstadt zudem echte Hingucker für die Halbzeitpause verpflichtet. Den WM-Teilnehmern aus dem Westkreis machte allerdings die partiell streikende Musikanlage etwas zu schaffen. Dennoch boten sie atemberaubende Figuren, ehe wieder die Kicker übernahmen.

Den Auftakt des Mittwochabends, der weitestgehend ohne Schauer ablief, hatte die U16 des SV Germania mit einem Freundschaftsspiel gemacht. In dem war die U16 des SV Darmstadt 98 beim 0:7 sportlich allerdings eine Nummer zu groß. Dennoch bildete der Abend insgesamt einen gelungenen Höhepunkt der sportlichen Feierlichkeiten zum 100-jährigen Geburtstag des Vereins.

Quelle: op-online.de

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