Gersprenz bei Harreshausen

Fische nehmen bald die Treppe

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Damit Belebung in den Tierbestand der Gersprenz kommt, soll das Stauwehr umgebaut werden. Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Das Wehr in Harreshausen ist bis jetzt noch für die Fische ein unüberbrückbares Hindernis. Das soll sich aber bald ändern.

Harreshausen - Friedlich steht das Wasser jenseits des Wehrs. Die Gersprenz ist an dieser Stelle trüb, durch die grünliche Färbung ist der Grund nicht mehr zu entdecken. Auf der anderen Seite, flussabwärts, sprudelt der Fluss munter weiter. Von Corinna Hiss

Wegen des Gefälles von zirka zwei Metern ist Schwung in das Gewässer gekommen.  Das Stauwehr in der Nähe der Straße Im Seegarten dient der Regulierung der Strömung und schützt Harreshausen vor Hochwasser. „Für die Kleintiere in der Gersprenz stellt das Wehr aber ein großes Hindernis dar“, sagt Heinrich Hess, Geschäftsführer des Wasserverbands Gersprenzgebiet auf Nachfrage.

Damit Fische, Krebse und alles andere Wassergetier wieder flussaufwärts schwimmen können, gibt es für Hess nur eine Lösung: Eine Fischtreppe muss her. „In Harreshausen ist diese für uns ein großes Projekt, bei dem wir gerade anfangen zu planen“, erläutert der Geschäftsführer.

Bis die rund acht Rampen fertig gebaut sind, werden vermutlich noch zwei Jahre vergehen. Im Moment überprüft eine Machbarkeitsstudie des Gersprenzverbands die verschiedenen Möglichkeiten der Bauweise. Eine wäre, das Wehr komplett abzureißen und durch die neue Fischtreppe zu ersetzen oder Teile davon zu erhalten und in das Bauprojekt zu integrieren.

Obwohl Hess noch nicht weiß, wie die Treppe aussehen wird, steht eines für ihn fest: „Noch in diesem Jahr wird die Entscheidung fallen, wie der Bauplan aussieht.“

Mit der Fischtreppe geht es flussaufwärts

Beim Wehr, wie es jetzt steht, fällt die Gersprenz abrupt zwei Meter in die Tiefe. Die Treppe soll das Gefälle dann in langsamen Schritten nehmen – mit Rampen, bei denen die Kleintiere jeweils nur zehn bis 15 Zentimeter Höhenunterschied zurücklegen müssen. Ziel des Unterfangens ist, dass die Fische nicht mehr auf einem begrenzten Korridor gefangen sind, sondern die Freiheit haben, dahin zu schwimmen, wohin sie wollen. „Mit der Fischtreppe können sie sich wieder flussaufwärts zu ihren Laichgewässern bewegen“, plant Hess.

Noch ist kein Fisch zu sehen, aber Forellen, Barben und Neunaugen sind in der Gersprenz zu Hause und sollen sich im heimischen Gewässer frei tummeln können. Die geplante Fischtreppe kostet vermutlich rund 500 000 Euro, 80 Prozent davon werden aber durch Landesmittel finanziert. „Wir handeln dabei nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie“, erläutert Hess.

Die besagt, dass die Gewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden müssen und die Durchgängigkeit gewährleistet sein soll. Die Fischtreppe in Harreshausen wird diese Durchgängigkeit bald möglich machen. „Das Wehr ist für die Fische das Eingangstor in den Odenwald“, bringt es Hess auf den Punkt.

Quelle: op-online.de

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