Geflügelzuchtverein lässt Gickelsfest von externen Helfern ausrichten

Geschrumpft – und doch bei Größten

Das Helferteam des Gickelsfestes beim Geflügelzuchtverein rund um Roland Pöschl (Sechster von links). Foto: P. Grimm

Zum Glück war es am Sonntag beim Gickelsfest des Babenhäuser Geflügelzuchtvereins nicht ganz so heiß wie im Vorjahr. So konnten die zahlreichen Besucher auf dem Vereingelände „Am Viehtrieb“ im Schatten der Bäume und Sonnenschirme auch wieder Rühreier genießen. VON PETRA GRIMM

Babenhausen - Denn dieses bei den Gästen immer beliebte Gericht hatte Festwirt Roland Pöschl im vergangenen Sommer aus Hygienegründen bei der extremen Hitze sicherheitshalber von der Speisekarte genommen.

„In diesem Jahr gibt es wieder Eier mit Speck. Heute ist das perfekte Festwetter. Es sind auch viel mehr Leute da als letztes Jahr“, freute sich Pöschl, der das traditionsreiche Fest für die in die Jahre gekommenen Geflügelzüchter gemeinsam mit seinem 15köpfigen Helferteam zum vierten oder fünften Mal managt. So ganz genau weiß er es gar nicht. Auf jeden Fall hat die engagierte Truppe die Organsiation der beliebten Veranstaltung vom Männerballett „Hypertonics“ übernommen, das das Fest auch einige Male für die Geflügelzüchter gemanagt hat. Die überwiegend älteren Vereinsmitglieder sind schon seit längerer Zeit nicht mehr in der Lage, den Aufbau und auch die vielen Dienste am Grill und Ausschank zu stemmen. Glücklicherweise sprangen erst die Tänzer mit ihren Frauen und jetzt das Pöschl-Team in die Bresche.

„Dieses Taditionsfest muss erhalten bleiben“, sagte Pöschl über seine Motivation. Dem früheren, langjährigen Wirt der Gaststätte „Hanauer Tor“ machte es auch sichtlich Freude, wieder einmal Wirt zu sein. „Einmal im Jahr brauch ich das“, sagte er lachend.

Auf sein engagiertes Helferteam aus Familienangehörigen, Freunden und Bekannten kann er sich verlassen. Gut gelaunt war die Truppe im Einsatz, bot dieses Jahr die Bratwürste zum ersten Mal vom Holzkohlegrill. „Vorher hatten wir einen Gasbrenner, aber vom Holzkohlegrill schmeckt es einfach besser“, so Pöschl, der als weitere Neuerung in diesem Jahr auch einen separaten Ausschankwagen aufgebaut hat. „Dadurch entzerrt sich alles ein bisschen und es geht auch in den Stoßzeiten entspannter zu.“ Auch am Nachmittag ließ es sich beim Fest gut aushalten, denn für eine große Kuchentheke waren die tollsten süßen Kreationen gespendet worden.

Die Arbeit beginnt für die Helfergruppe bereits am Montag mit dem Aufbau und gehe eigentlich die ganze Woche weiter, erzählt der Wirt für einen Tag, der dankbar war, dass einige der älteren Vereinsmitglieder, darunter Vorstands- und Ehrenmitglied Hans Trippel, beim Aufbau geholfen haben. Trippel kümmert sich das ganze Jahr ehrenamtlich um die Pflege der Vereinsanlage, in der die Besucher beim Fest flanierten, um sich die gefiederten Prachtexemplare anzusehen. Für die Öffentlichkeit werden die Tauben, Hühner und Gänse wieder bei der jährlichen Lokalschau der Züchter, am 16. November, im Vereinsheim zu sehen sein.

„Unter unseren insgesamt 48 Mitgliedern sind noch neun aktive Züchter. Wir gehören damit sogar noch zu den größeren Vereinen hier im Umkreis. Einige sind so geschrumpft, dass sie gar keine Lokalschau mehr machen. Auch wir würden uns über mehr Nachwuchs natürlich freuen, aber man muss doch einiges an Arbeit und auch Geld in dieses Hobby stecken“, sagte Tobias Kneissl, der sich seit eineinhalb Jahren als Vorsitzender des Gefügezuchtvereins engagiert.

Der 42-jährige Sickenhöfer ist mit Abstand der Jüngste unter den Aktiven und hält Hühner seit er 15 Jahre alt ist. „Mit Unterbrechung natürlich. Mit 17 oder 18 sind ja andere Dinge interessanter. Hier im Verein bin ich seit fünf Jahren aktiv“, erzählte er, während er durch seine gepflegte Parzelle auf dem Vereinsgelände führte. Dort leben seine rund 50 federfüßigen Zwerghühner in einem großen Auslauf inmitten großer Hortensienbüsche, Schmetterlingsflieder, Rosen und Gräsern. Ein kleiner Stall bietet ihnen Schutz.

„Unsere sieben Vereinsparzellen, die entweder 400 oder 220 Quadratmeter groß sind, sind alle vergeben“, sagte er. In einer ist eine Gruppe Kinder unter der Regie der Jugendförderung und Vereinsmitglied Elfriede Hofmann in Sachen Hühnerzucht aktiv (wir berichteten). „Vielleicht bleibt von diesen Kindern ja dauerhaft jemand dabei und findet auch Spaß an der Geflügelzucht“, hofft der Vorsitzende.

Von Petra Grimm

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare