Weltfrauentag

Gesellschaftskabarett des Frauenforums

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„Edgar und Irmi“ machten sich auf Einladung des Frauenforums einige Späße auf Kosten der Gersprenzstadt.

Babenhausen - „Unser Programm ist wie die Politik, man muss mit allem rechnen!“ – Zum Weltfrauentag gab es in der Stadthalle Polit- und Gesellschaftssatire vom Feinsten made by „Edgar & Irmi“. Von Francesca Helfenbein

Geladen wurde vom Frauenforum zu der satirischen Darstellung mit dem Titel „Deutschland, Achtung Baustelle“. Zunächst erklomm allerdings erst einmal Bürgermeisterin Gabi Coutandin die Bühne der Stadthalle, vor der in dichten Reihen die Gäste des Abends warteten. Kleine Snacks wie Laugengebäck und verschiedene Spirituosen durften zu einem solchen Anlass auch nicht fehlen.

Prüfend klopfte Coutandin – im schwarzen Blazer, funkelnde Ohrstecker als Glanzpunkte – an das Mikrofon, um mit einem Lächeln den Abend einzuleiten. „Das Licht könnte noch etwas gedämpft werden, aber so, dass ich noch meine Rede lesen kann“, lachte die Politikerin und auch die Gäste stimmten mit ein.

Immer mehr Politikerinnen

Coutandin erinnerte zum Abend der Weiblichkeit an einige Errungenschaften der Frauenbewegung, wie dem Wahlrecht und der Möglichkeit auf ein Studium. Immerhin bis 1977 sei es ohne die Zustimmung des Ehemannes für eine Frau nicht erlaubt gewesen, sich für eine Universität einzuschreiben oder zu arbeiten, wenn sie dabei „den Haushalt vernachlässigt“. Auch die Tatsache, dass alleinerziehende oder ältere Frauen nach wie vor stärker an Armut leiden als Männer in der gleichen Situation, war ihr ein Kritikpunkt. Doch zumindest in Babenhausen werde dieses Problem angegangen. Durch gezielte Kinderbetreuung solle der Ganztagsjob für Mütter bald kein Traum mehr bleiben.

Gegen schlechte Aufstiegschancen hingegen gebe es noch kein Mittel, meinte die Bürgermeisterin. Und die „gläserne Decke“ bleibe für Frauen nach wie vor bestehen wenn man bedenke, dass lediglich zwei Prozent der Geschäftsleitungen und drei Prozent der Vorstände von Frauen besetzt würden.

Und für Babenhausens First Lady ein Hoffnungsschimmer ist der immer größere Anteil weiblicher Politikerinnen in Spitzenstellungen. Sie erinnerte: „1993 erklimmt Heide Simonis die Karriereleiter als erste deutsche Ministerpräsidentin, und 2005 wählt Deutschland mit Angela Merkel erstmals eine Frau zur Bundeskanzlerin.“ Auch auf kommunaler Ebene seien Politikerinnen gern gesehen: „Seligenstadt und Mainhausen haben eine Bürgermeisterin, Babenhausen natürlich auch“, schmunzelte Gabi Coutadin.

Späße auf Kosten Babenhausens

Das eigentliche Programm begann mit einem Lied: Singend betrat das Ehepaar Klösel mit dem Künstlernamen „Edgar & Irmi“ die Bühne. „Singt mit und klatscht dazu“, forderte Edgar die Gäste auf und gab sich verwundert, als diese tatsächlich mit einstimmten. „An dieser Stelle klatscht doch sonst keiner!“ Nachdem sich die beiden Schauspieler geeinigt haben, dass man in Babenhausen wohl mit allem rechnen müsse, ging der Spaß auf Kosten der Gersprenzstadt weiter: „Vornedran eine Frau, noch dazu von der SPD, die von fünf Minuten Redezeit 20 Minuten gesprochen hat!“

Aber auch in dem fränkische Dorf Stockheim in der Rhön sei die SPD eine starke Partei, zudem mit wenigen Parteiaustritten. „Letztes Jahr sind es nur zwei SPD-Politiker weniger geworden, einer war 87 und einer 94, beide tot“, erzählt Edgar mit beklommenem Gesicht.

Im Laufe des Abends werden auch Politiker wie Sigmar Gabriel durch den Kakao gezogen, der dadurch aufgefallen sei, dass er nicht auffällig war. „Solche Politiker braucht Deutschland, sieht man sich Wulff, Steinbrück und Guttenberg an!“ Doch auch die Jugendsprache mit Wörtern wie „chillen“ und „wulffen“ oder das Eheleben boten Anlass zu Schwarzem Humor, den Edgar und Irmi den Gästen auf dem Silbertablett servierten. Mit einigen musikalischen Einlagen wurde ein humorvoller Abend abgerundet.

Die Welt-Frauenautos 2012

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Quelle: op-online.de

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