Gewinn für Schüler und Firmen

+
Publikumsmagnet: Die Berufsfachschule für Kosmetik aus Aschaffenburg präsentierte bei der 12. „Job-Info-Börse“ in Babenhausen die Bandbreite der Ausbildungsmöglichkeiten.

Babenhausen ‐ Mechatroniker, Steuerfachgehilfin, Bankkaufmann oder zum Medizinstudium auf die Uni? Die zwölfte Job-Info-Börse in der Joachim-Schumann-Schule Babenhausen bot rund 270 jungen Menschen die Möglichkeit, ihre beruflichen Zukunftsideen zu konkretisieren. Von Ursula Friedrich

51 ansässige Firmen sowie Unternehmen aus der Region, Bildungseinrichtungen und Institutionen repräsentierten eine breite Palette von rund 150 Ausbildungsberufen, weiterführender Schulbildung und anderer Qualifizierungsmöglichkeiten.

„Womit wollen Sie in den kommenden 50 Jahren ihr Geld verdienen?“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeisterin Gabi Coutandin die Veranstaltung am gestrigen Freitag. „Die Job-Börse soll ihnen Mut machen und Informationen bieten - die Zukunft müssen sie dann selbst in die Hand nehmen.“

Zum zwölften Mal sollte das Modell „Jobbörse“ - eine Kooperation der Kinder- und Jugendförderung der Stadt, der Joachim-Schumann-Schule sowie der Sozialarbeit der Offenen Schule Babenhausen - erfolgreich greifen. Schüler der achten bis zehnten Jahrgangsstufen der kooperativen Gesamtschule sowie der Hauptstufe der Eduard-Flanagan-Schule nutzten den Tag, um sich auf mindestens vier verschiedenen Ausbildungsfeldern „fit“ zu machen.

Die Firmen und Institutionen stellten in Klassensälen und an Informationsständen durch praktische Übungsmöglichkeiten, Vorträge oder Beamerpräsentationen die unterschiedlichsten Ausbildungsberufe oder Qualifizierungsmöglichkeiten vor.

Mut machen für die Zukunft

Wer nicht vor Ort hinein schnupperte, wurde per Bus zu einem von 15 Unternehmen transportiert. Beim Ausflug in umliegenden Unternehmen ließ sich anschaulich hinter die Kulissen blicken.

„Eine solche Veranstaltung findet man auf keiner anderen Schule“, freute sich Pädagogin Kirsten Mais aus dem Vorbereitungsteam. Die Zahlen sprechen für sich: Mit 13 beteiligten Unternehmen war 1999 die erste „Jobbörse“ veranstaltet worden, heute sind es 51. Ungeheuer engagiert zeigten sich diesmal auch Schüler und Elternschaft, um den organisatorischen Kraftakt sowie die Ausrichtung der Veranstaltung gemeinsam zu stemmen.

„Wir ziehen seit Jahren ein sehr positives Fazit“, so auch Organisatorin Renate Mertens, die seit der Stunde Null mit von Partie ist. „Viele Schüler können hier persönliche Kontakte herstellen und bewerben sich daraufhin für Praktika und Ausbildungsplätze, andere festigen ihre Berufswünsche“, so die Lehrerin der Schumann-Schule.

„Wir haben die Schüler im Vorfeld im Projektunterricht zur Berufsorientierung intensiv auf diese Veranstaltung vorbereitet“, erläuterte der städtische Jugendpfleger Michael Spiehl. Unterstützt wurde das Organisatorenquartett noch durch die Berufspraktikantin der Kinder- und Jugendförderung, Corinna Weimer.

Positives Echo aus der Schülerschaft

Mit Erfolg. Niemand irrte ziellos umher. Viele Schüler äußerten bereits konkrete Berufswünsche und wählten aus dem umfangreichen Angebot jeweils vier Schwerpunkte aus. Jürgen Heise, stellvertretender Schulleiter Logopädie der Hochschule Fresenius lobte: „Wir haben ein sehr interessiertes Publikum. Die Schüler waren gut vorbereitet und haben gezielte Fragen gestellt. Für uns ist diese Veranstaltung eine Investition in die Zukunft.“

Das ansässige Unternehmen, die Continental Automotive GmbH, setzt ebenfalls auf diese Karte und ist seit zwölf Jahren dabei. Azubis der fünf Berufe, die am Standort Babenhausen erlernt werden können, warben hier selbst für ihre Tätigkeit. Gute Resonanz hatte auch Heinz Grether, der den „Arbeitgeber Bundeswehr“ repräsentierte: „Der persönliche Kontakt hier ist eine gute Sache, viele jungen Leute würden sonst gar nicht an uns herankommen.“ Und mit manchen gibt es beim Vorstellungsgespräch ein Wiedersehen.

Die praxisorientierte Chance, den Traumberuf kennen zu lernen, fand rundweg ein positives Echo in der Schülerschaft. „Ich will Beamter werden“, immerhin soweit hatte sich Neuntklässler Nils Böhm festgelegt, nun ist die Marschrichtung zum Status „Beamter“ deutlicher.

Schule sei gefordert, Kompetenzen zu vermitteln, brachte es Kirsten Mais auf den Punkt, „unser Ziel ist die Ausbildungsreife unserer Schüler.“ Junge Menschen, die wissen, was sie wollen und ihre Zukunft eigenverantwortlich anpacken.

Quelle: op-online.de

Kommentare