„Es gibt gefühlte Unsicherheit“

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Termin mit Unterschriftenübergabe: Manfred Willand, der „Schutzmann vor Ort“ Jürgen Förster, Polizeipräsident Gosbert Dölger, Wendy Hammann, Torsten Kind, der Leiter der Polizeistation Dieburg, Klaus Pauls, und Dr. Heinrich Kolb (von links).

Babenhausen/Dieburg ‐ Überfall auf die Volksbank: Die Täter räubern das Geldinstitut aus, setzen sich ins Auto und rauschen Richtung Dudenhofen davon. Ein beherzter Zeuge fährt den Tätern hinterher und kann letztlich wertvolle Tipps geben, die die Beamten auf die Spur der Verbrecher führen. Von Stefan Scharkopf

So geschehen im Winter bei der Serie an Überfällen in Babenhausen. „Jetzt ist Schluss“, sagte sich die Babenhäuserin Wendy Hammann damals. Es müsse doch eine Möglichkeit geben, das Städtchen etwas sicherer zu machen. Sie wendet sich an Manfred Willand, Stadtrat und Lokalpolitiker der FDP. Die Liberalen starten daraufhin eine Aktion und können in relativ kurzer Zeit 1258 Unterschriften sammeln, um vom Land Hessen mehr Polizeipräsenz zu fordern.

Gestern haben Willand, FDP-Ortsverbandsvorsitzender Torsten Kind, Bundestagsabgeordneter Dr. Heinrich Kolb und Initiatorin Wendy Hammann die Listen dem Darmstädter Polizeipräsidenten Gosbert Dölger in der Dieburger Polizeistation überreicht.

Der Ortsverband der Liberalen spricht sich nach einer Häufung krimineller Übergriffe für mehr Polizisten vor Ort in Babenhausen aus und fordert konkret den Einsatz von Kontaktbeamten vor Ort. Wie Heinrich Kolb sagte, sei er überrascht gewesen von der Reaktion der Unterschreibenden. Da gebe es eine „gefühlte Unsicherheit“ und ein „Sicherheitsvakuum“.

„Es gibt andere Themen, sich zu profilieren.“

Willand meinte, man habe nach der Überfallserie Handlungsbedarf gesehen. Die Unterschriftenaktion sei dann zum Selbstläufer geworden. Erst nach der FDP-Initiative seien Magistrat und Verwaltung „in die Gänge gekommen“ und hätten sich des Themas angenommen, was dann zum Info-Abend mit dem Helmut Biegi, Leiter der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg, Anfang Februar geführt habe. Dennoch betonte Willand, man wolle den Vorstoß der FDP nicht auf die politische Schiene bringen. Das sei keine Angelegenheit für den Wahlkampf: „In Babenhausen gibt es andere Themen, sich zu profilieren.“

Torsten Kind wünschte sich ein Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei - etwa einen Kontaktbeamten. Es könne nicht sein, dass ältere Leute für das Aufgeben einer Anzeige bis nach Dieburg fahren müssten. „Ein Polizist vor Ort wäre schon ein Fortschritt.“

In diesem Punkt konnte Behördenleiter Gosbert Dölger gleich Zustimmung signalisieren. Ab 6. April wird Jürgen Förster als „Schutzmann an der Ecke“ seine Arbeit in Babenhausen wieder aufnehmen. Dölger begrüßte, dass die Stadtverordnetenversammlung die Gründung eines Präventionsrats beschlossen habe (OP vom Samstag). Gut funktionieren könnte das Gremium in Verbindung mit einem Freiwilligen Polizeidienst. Doch damit will sich der Präventionsrat erst noch befassen. Dessen Einführung wäre eine freiwillige Leistung der Stadt - und die ist knapp bei Kasse.

Quelle: op-online.de

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