Es gibt wieder Eis

Babenhausen: Ab Montag Straßenverkauf beim Galileo

Von blühenden Zeiten ist das Eis-Café Galileo zuletzt weit entfernt gewesen.
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Von blühenden Zeiten ist das Eis-Café Galileo zuletzt weit entfernt gewesen.

In Babenhausen wird bald wieder Eis verkauft. Die gelockerten Corona-Regeln machen es möglich.

Babenhausen – Nur Ausliefern oder ist doch auch Abholen möglich? Mehr als 36 Stunden nachdem am Mittwoch die Bundes- und Landespolitik erste Lockerungen der Corona-Regeln bekannt gegeben haben, erreichte Petra und Valter Bressan die gute Nachricht auf inoffiziellem Weg.  Die Initiative „Die kleinen hessischen Eismacher“, der sich die Inhaber des Eis-Cafés Galileo angeschlossen haben, verkündete, dass ab Montag auch der Straßenverkauf nach vierwöchiger Schließung wieder möglich sein wird.

Eine gewisse Erleichterung macht sich bei den Bressans breit, die seit 30 Jahren das am Rande der Altstadt gelegene Eis-Café betreiben. „Bislang war es nicht möglich herauszufinden, was die neue Verordnung beinhaltet, beziehungsweise wie sie ausgelegt wird“, hatte Petra Schmidt-Bressan noch gestern Morgen berichtet. Auch eine Anfrage beim Ordnungsamt konnte nicht zur Klärung beitragen.

Abstand auch beim Eiskauf in Babenhausen

Die vielen Tage der Unsicherheit sind für die Bressans, wie für so viele andere Gewerbetreibende auch, symptomatisch für die Corona-Krise. Auf Handybildern hat Petra Schmidt-Bressan dokumentiert, wie oft sie im März neue Schilder geschrieben und aufgehängt hat. Erst die auf 30 reduzierte Sitzplatzzahl mit Abstandsgebot. Dann nur noch Straßenverkauf möglich, bis schließlich am 19. März auch dieser eingestellt und das Café gänzlich geschlossen werden musste. Der Grund: Eis ist kein Grundnahrungsmittel, teilte das hessische Wirtschaftsministerium seinerzeit mit.

Sicherlich eine Tatsache, die auch die Bressans so zustimmen. Allerdings war in allen anderen Bundesländer ein Lieferservice oder eine Abholung nach telefonischer Bestellung möglich. In Bayern etwa war auch nach wie vor ein Straßenverkauf erlaubt. „Das war Willkür“, meint Petra Schmidt-Bressan, die sich eben mit der Initiative „Die kleinen hessischen Eismacher“ versuchte, Gehör zu verschaffen. „Die Leute können bei uns genauso in einer Reihe mit Abstand warten, wie es anderswo auch gehandhabt wird“, meint sie, die als Beispiel die in direkter Umgebung liegende Schloss-Apotheke und den Ranishof anführt.

Babenhausen: Hygienemaßnahmen beim Eiskauf

Durch den kompletten Verkaufsstopp ist den Bressans unwiederbringbarer Frühjahrsumsatz verloren gegangenen: „März und April gehören zu ganz wichtigen Monaten. Da kommt beim ersten Sonnenschein die Lust aufs Eis. Schwimmbäder oder Biergärten haben dann noch zu. Selbst ein toller Spätsommer holt das nicht mehr raus“, erzählt Schmidt-Bressan. Gerührt sei sie jedenfalls gewesen, dass etliche Stammkunden Gutscheine erworben hätten. Einer sogar über 100 Euro, um dann nach der Wiedereröffnung sein Eis-Guthaben nach und nach verzehren zu können. Auf der Strecke geblieben ist in der Coronakrise auch der Einbau einer neuen Eistheke. Diese Lieferung und die Monteure sollten aus Italien kommen.

Ab kommenden Montag gilt nun: Eisdielen und Eiscafés dürfen Speisen und Getränke nur zur Abholung oder Lieferung anbieten. Sie dürfen Eis zum sofortigen Verzehr anbieten. Dabei ist sicherzustellen, dass das Eis in nicht essbaren Behältnissen verkauft wird. Der Verzehr von dort erworbenen Speisen und Getränken ist im Umkreis von 50 Metern um die Eisdiele oder das -café untersagt. Es muss sichergestellt sein, dass das Eis ohne Wartezeit zur Verfügung gestellt werden kann oder die Warteplätze so gestaltet sind, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Abholern gewährleistet ist. Außerdem müssen geeignete Hygienemaßnahmen getroffen und überwacht werden.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

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