In den Sonnenaufgang gejoggt / Benefizlauf in Groß-Umstadt

Gisela Lammers beim Halbmarathon in Lissabon

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Gisela Lammers in Lissabon vor dem Start vor einer Leinwand mit einem Foto der Hängebrücke, von der aus der Halbmarathon startete.

Hergershausen -   Gisela Lammers vom TV Hergershausen hat beim Halbmarathon in Lissabon die deutschen Spitzenläufer Jan Fitschen und Florian Neuschwander getroffen und organisiert am 6. Mai einen Benefizlauf.Von Jens Dörr 

Mit 35.000 Teilnehmern, darunter 10.000 auf der Strecke über 21,1 Kilometer, ist der Halbmarathon in Lissabon einer der größten seiner Art in ganz Europa. Im Meer der Ausdauersportler bildete in diesem Jahr auch Gisela Lammers ein Tröpfchen: Die 64-jährige Läuferin des TV Hergershausen, die in Südhessen seit Jahren zu den Topathletinnen ihrer Altersklasse gehört, mischte in der portugiesischen Hauptstadt aber nicht einfach „nur“ im Wettkampf mit. Zufällig traf sie vor Ort auch die deutschen Spitzenläufer Jan Fitschen und Florian Neuschwander.

Eins vorweg: Das sportliche Abschneiden stand für Lammers diesmal nicht im Mittelpunkt. Bei ihrem fünftägigen Trip mit ihrem Partner Peter Müller sowie einem Dutzend weiterer Freunde und Bekannter ließ sie es auf der Strecke entlang des Tejo ruhig angehen. Nach 1:55 Stunden war sie als 19 von 48 Läuferinnen der Altersklasse W60 im Ziel – was sie deutlich schneller kann. „Das war mir aber nicht wichtig“, erzählt Lammers, die früher in Dieburg wohnte und heute in Groß-Umstadt. „Ich wollte den Lauf einfach genießen.“ 2009 sei sie mit einer Gruppe des TV Dieburg schon einmal dort gewesen, „in diese gigantische, beeindruckende Stadt, die noch dazu so viel an Geschichte zu bieten hat, wollte ich unbedingt noch einmal“.

Dies machte sie kürzlich wahr, nahm den Halbmarathon als Anlass. Und stand am Wettkampftag nach etwas chaotischer Organisation durch den Veranstalter inmitten tausender Läufer auf der „Brücke des 19. April“, einem mehr als drei Kilometer langen Brückenzug über den großen Fluss der Stadt, in dessen Mitte eine 2278 Meter lange Hängebrücke das Prunkstück des Bauwerks darstellt. Weil die erfahrene Läuferin wusste, dass es an den Verpflegungsstationen an der Strecke keine Cola gab, musste Peter Müller für sie tricksen: „Zum Schluss eines Rennens trinke ich immer gern noch mal Cola. Die musste mir Peter diesmal also an der Strecke reichen.“ Mit Erschrecken stellte ihr Partner indes fest, dass der Weg über die Brücke zum vorgesehenen Punkt, an dem er auf Lammers warten wollte, für Zuschauer aber schon gesperrt war. Kurzerhand organisierte sich Müller eine übrig gebliebene Startnummer, hielt sich diese vor und tat so, als sei er – trotz normaler Kleidung – einer der Läufer. „So kam ich über die Strecke an den geplanten Platz und war gerade noch fünf Minuten vor Gisela dort“, berichtet Müller lachend von dem Zwischenfall.

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Ob der Massen, die sich auf der Strecke bewegten, liefen auch zwei andere Deutsche nicht ihr Maximaltempo: Jan Fitschen, der 2006 Europameister über 10 000 Meter geworden war, und der Frankfurter Florian Neuschwander (einer der besten Ultraläufer Deutschlands und 2016 der Sieger des „Wings for Life“-Laufs in Darmstadt), wurden unfreiwillig etwas ausgebremst. Und trafen im Ziel durch Zufall auch auf Lammers. Die hatte ihr „Gänsehaut-Erlebnis“ gerade hinter sich, ehe der Clou des Lissabon-Trips noch folgen sollte: Am frühen Morgen des Tags nach dem Rennen nahmen Fitschen und Neuschwander sie mit auf eine Joggingrunde in den Sonnenaufgang. „Ein einmaliges Erlebnis“, schwärmt Lammers.

Quelle: op-online.de

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