Glück zum Verlobungstag

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Ein kunstvolles Monogramm auf einem Sommer-Alltags-Leinenhemd und eine Glückwunschkarte zur Verlobung.

Babenhausen (wg) - „Zwei Herzen grüße ich auf’s best’, / Die sich in Lieb’ geweiht. / Glück bring Euch der Verlobungstag / Für alle Lebenszeit!“ Romantische Verse wie dieser sind auf Karten zu finden, die Verliebten zur Verlobung gratulierten.

Früher waren diese mehr in Mode als in der heutigen Zeit.

Zwei kleine Ausstellungen hat der Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen in seinem Informationsraum in der Stadtmühle neu zusammengestellt. Neben Glückwunschkarten zur Verlobung werden Wäschestücke gezeigt, die einst zur Aussteuer gehörten.

Aus Privatbesitz stammen die alten, mit romantischem Dekor versehenen Glückwunschkarten zur Verlobung. Früher war es üblich, das Eheversprechen zwischen zwei Menschen in größeren Rahmen zu feiern. Innerhalb von zwölf Monaten sollte nach der Verlobung die Hochzeit stattfinden. Die jungen Leute hatten also Gelegenheit, sich näher kennen zu lernen. Außerdem war Zeit gegeben, die Hochzeitsfeierlichkeiten zu arrangieren.

Verwandte und Bekannte überhäuften das verlobte Paar mit Glückwünschen. Insgesamt 35 jener etwa 100 Jahre alten Glückwunschkärtchen zur Verlobung zeigt der Geschichtsverein als Leihgabe in einer Vitrine.

Ein kunstvolles Monogramm auf einem Sommer-Alltags-Leinenhemd und eine Glückwunschkarte zur Verlobung.

Ebenfalls aus der Zeit um 1900 stammen jene Wäschestücke, die damals zur Aussteuer gehörten. Sie stammen aus dem Fundus des Vereins. Die frühere Stadtarchivarin Ria Fischer hat erläuternde Texte geschrieben, so etwa zu einem „Aussteuer-Damenhemd“ um 1900, handgefertigt aus feinem Baumwoll-Leinen, natürlich mit handgesticktem Monogramm. Dieses wurde zunächst mit einer Schablone – auch diese sind zu sehen – aufgemalt.

Ria Fischer erläutert ferner: „Alle Aussteuer-Bettwäscheteile meiner Mutter waren mit Monogramm ihres Mädchennamens ausgestattet und selbstverständlich selber genäht und mit Knopflöchern versehen. Die Handarbeit als Spitzenverzierung im Vorderteil ist in diesem Segment ‚Richelieustickerei’.“ Zu sehen sind auch ein Saumstück aus einem „Aussteuer-Betttuch“ und ein Sommer-Alltags-Leinenhemd mit Spitzeneinfassung und Monogramm.

Neben diesen beiden neuen kleinen Ausstellungen sind im Raum des Heimat- und Geschichtsvereins in der Stadtmühle mehrere Vitrinen mit Cellba-Puppen sowie auch Werkzeug, mit denen diese Puppen in Babenhausen gefertigt wurden, bestückt.

Fundstücke der Wasserleitung von Schlierbach ins Schloss sowie Erläuterungen zum Spiegelhypsometer (ein Baumhöhenmesser), das der in Babenhausen lebende Oberförster Martin Faustmann erfunden hatte, ergänzen die Präsentationen, die sich Interessenten jeweils samstags zwischen 16 und 18 Uhr ansehen können.

Quelle: op-online.de

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