Gulasch für die Dorfgemeinschaft

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Die Harreshäuser sind ein feierfröhliches Völkchen und nutzen dafür jede Gelegenheit, wie hier die Glühweinkerb.

Harreshausen - Die Harreshäuser stehen zu ihrem Ort. Das lässt sich mit Blick auf die Glühweinkerb am Donnerstagabend mit Gewissheit sagen. Wer gedacht hatte, dass sich aufgrund des Regens nur eine handvoll Feierwillige auf dem Oberwölzer Platz einfinden, lag gehörig daneben. Von Michael Just

Mehrere Dutzend kamen und drückten mit ihrer Anwesenheit die Verbundenheit zu den Organisatoren der TSV-Fußballabteilung aus. Die hatte das schlechte Wetter kommen sehen und kleinerer Zelte organisiert. „Ab 10 Uhr heute morgen haben wir aufgebaut“, berichten Martin Vollbracht (20) und Stefan Bogatzki (24), bei denen die Fäden jedes Jahr zusammenlaufen. Rund 30 Leute waren am Aufbau beteiligt, so dass es pünktlich losging. Die Einnahmen sind für den TSV und zu einem kleineren Teil für die Fußballabteilung bestimmt.

Bei den Getränken lockten Glühwein, warmer Äppler und Kinderpunsch. Einen Versuch war der Lumumba wert. Durch den Magen gingen Würstchen vom Schwenkgrill und Kessel-Gulasch. „Den Gulasch haben meine Eltern gemacht“, erzählt Organisator Bogatzki und drückt damit aus, dass man in Harreshausen den Privataufwand zugunsten der Dorfgemeinschaft nicht scheut. Die Schar der wetterfesten Feierwilligen zog sich durch alle Altersschichten. „Ich bin da, weil Harreshausen sonst eher wenig zu bieten hat“, sagt Hannah (14) und nippt am Kinderpunsch. „Auch wenn der Ort klein ist, treffen wir Leute, die man sonst nicht sieht“, ergänzt Freundin Sophia (14). „Ich bin Harreshäuser. Da ist der Termin bei jedem Wetter Pflicht. Ohnehin ist hier jeder in fünf Minuten zuhause“, führt Harald Berz (54) an. Äußerst gute Laune bewies auch sein Nebenmann: „Hier hat man Spaß, dazu lässt es sich zuhause beim Heizen sparen.“

Die Glühweinkerb lag nun zum vierten Mal in den Händen der Fußballer. Davor wurde sie immer von einem privaten Freundeskreis ausgerichtet, den sogenannten Vöchel. In den vergangenen Jahren haben sie sich aber von ihren vielfältigen Party- und „Festchen“-Angeboten Schritt für Schritt zurückzogen.

Wie Vollbracht im letzten Jahr ankündigte, sei es Ziel der Fußballer, das Maibaumaufstellen zu übernehmen. Einst war dies eines der großen Feste der lokalen Feuerwehr, die vor kurzem aufgelöst wurde. Auf Nachfrage räumte der Student ein, dass man hier noch nicht weiter gekommen sei. „Wir haben es diskutiert, waren bisher aber nicht in der Lage, die Sache zu stemmen.“ Für den 20-Jährigen lässt sich das Maibaumaufstellen und die damit verbundene Organisation ohnehin nicht auf Knopfdruck bestellen: „Der TSV engagiert sich. Trotzdem muss das Ausmaß für den Verein im Rahmen bleiben.“

Quelle: op-online.de

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