Grenzgang in Harpertshausen

Laden schließt, Wolf kommt

+
Die Linde in der Harpertshäuser Dorfmitte hat Bestand, beim kleinen Lebensmittelladen bleiben hingegen die Jalousien unten und die Angebotstafeln leer. Er hat zum Jahresende geschlossen. Diese und viele weitere Informationen gab es beim traditionellen Harpertshäuser Grenzgang.

Harpertshausen - Mit Kind und Kegel sind die Harpertshäuser wieder dem Aufruf der Freiwilligen Feuerwehr und des Ortsbeirates zum Grenzgang gefolgt. Es war die 40. Veranstaltung dieser Art.

Von Ortsvorsteherin Martina Seuß und Revierförsterin Tanja Wöber gab es allerhand zu erfahren. Trübes, aber trockenes Wetter begleitete die Wanderschar beim Grenzgang in Harpertshausen. Gute fünf Kilometer betrug die Strecke vom Start an der Linde in der Dorfmitte. Von dort ging es in Richtung Hergershausen und danach östlich um Harpertshausen durch Feld und Wald zurück zum Ziel am Feuerwehrhaus.

Zu Beginn begrüßte Ortsvorsteherin Martina Seuß (SPD) die Wanderer und informierte über Neuigkeiten im Dorf. Besonders schade sei es, dass das kleine Lebensmittelgeschäft seit Anfang Januar geschlossen ist. Wie es auf Nachfrage heißt, haben die bisherigen Betreiber aus Altersgründen zum Jahresende wie angekündigt die Ladentüren für immer geschlossen. Ein Nachfolger habe sich nicht finden lassen.

Auch Bürgermeister Joachim Knoke wünschte einen guten Start ins neue Jahr. Allerdings konnte er beim Grenzgang diesmal nicht mitlaufen, da er dringend zum Rathaus musste, galt es doch, dieses gegen die Narrenschar beim Sturm auf das Gebäude zu verteidigen. Die Harpertshäuser Feuerwehrleute verteilten währenddessen unter den Erwachsenen warmen Julischka, sodass niemand frieren musste – und dann begann der Marsch.

Beim Rundgang erzählte Revierförsterin Tanja Wöber bei einer kurzen Rast Wissenswertes zum Wald und zu Neuerungen beim Holzeinschlag und -verkauf und zog mit dem Thema der „Wolf im Odenwald“ die Zuhörer in ihren Bann. So wie es auch bei den Wildschweinen oder dem Biber war, wird im Laufe der Zeit ein Gewöhnungsprozess eintreten, so ihre Ausführungen über die Furcht vor der Rückkehr des Raubtieres. Wöber jedenfalls hofft, dass mit dem Gewöhnen auch eine Versachlichung des Themas beginnt.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Zwei Stunden dauerte die Exkursion durch die Gemarkung. Angekommen im Feuerwehrhaus, warteten auf die Teilnehmer heiße Erbsensuppe, Getränke sowie Kaffee und Kuchen. Wärme bot auch ein Lagerfeuer.

Nach der ersten Veranstaltung des Jahres im kleinsten Babenhäuser Stadtteil lassen die Harpertshäuser weitere Feste und Feiern in den kommenden Monaten folgen. Nach der Fastnachtssitzung am 3. Februar und dem Schlachtfest am 17. März, wartet das Rote Kreuz am 21. April mit einem Höhepunkt auf: Der bekannte Pizzabäcker und Comedian Ciro Visone aus Eppertshausen gibt ein Gastspiel im DRK-Heim. Maifeier, Nachtwanderung und Dorffest runden das Programm des ersten Halbjahres ab. (zwk)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare