Großbrand in Sechzigern unvergessen

+
Seit 50 Jahren ist Klaus Henninger (Mitte) bei der Feuerwehr. Er wurde ebenso geehrt wie Walter Krimm (40 Jahre, links) und Josef Kriegisch (40).

Hergershausen - Mit Klaus Henninger hat die Hergershäuser Wehr seit 50 Jahren ein ganz besonderes Mitglied in ihren Reihen. Der Jubilar stammt ursprünglich aus Thüringen und kam 1957 in den Westen. Zuerst führte der Weg nach Altheim, wo er in die dortige Wehr eintrat. Von Michael Just

Mit dem Umzug 1961 nach Hergershausen erfolgte der Wechsel zu den dortigen Kameraden. An die Zahl seiner Einsätze kann sich Henninger nicht mehr genau erinnern, er weiß nur, dass es viele waren: „Nach dem Krieg gab es noch viel Stroh. Da hat oft etwas gebrannt“, weiß der heute 72-Jährige.

Unvergessen ist ihm ein Großbrand in den 60er Jahren hinter dem „Dalles“, den er fast mit seinem Leben bezahlt hätte. „Da stand ein ganzes Eck in Flammen. Wir haben die Kühe losgebunden und dann kam auch schon die Decke runter.“ Im dichten Rauch und ohne Atemschutz, den es damals noch nicht gab, verlor er kurz darauf die Orientierung. Ohne Sicht fiel er in den Schwemmentwässerungsgraben des Hofes, der sich mittlerweile mit Löschwasser gefüllt hatte. Erst als andere Einsatkräfte das große Scheunentor öffneten, kam Licht herein und eine Orientierung war wieder möglich. „Weil der Hydrant nicht ausreichte, fuhren wir danach mit dem Löschfahrzeug zum Bach. Auf dem Trittbrett stehend stellte sich bei mir durch den Fahrtwind erst langsam wieder das Bewusstsein ein“, blickt der Hergershäuser auf eine leichte Rauchvergiftung zurück. Bis 1997 gehörte Henninger der Einsatzabteilung an, mit 60 Jahren ging es in die Alters- und Ehrenabteilung. Ein Schritt, der jedem passionierten Feuerwehrmann schwer fällt. Auch Henninger: „Ich hätte noch bis 65 weitergemacht. Aber Vorschrift ist Vorschrift.“

Wer die Pfingsttage zuhause verbringen wollte, dem bot sich auch im Heimatort ein Anlaufpunkt, wo sich ein paar gesellige Stunden verbringen ließen. Gleich an zwei Tagen lud über Pfingsten die Jugendfeuerwehr Hergershausen zu ihrem großen Festwochenende ein: Bereits am Freitag wartete ein Hessischer Abend mit allerlei Schmankerln aus unserem Bundesland. Weiter ging´s am Sonntagmorgen mit einem Frühschoppen. Für den Sonntag als klassischem Familientag hatte man eine äußerst kurzweilige Kinderbelustigung, Kaffee und Kuchen sowie eine große Vorführung vorbereitet. Wie man sich bei der Vorführung ins Zeug legte, demonstrierten die lokale Jugendwehr und die Einsatzabteilung aus Babenhausen gemeinsam: Im Rahmen einer technischen Hilfeleistung hatte man ein altes Auto besorgt, dessen Dach man abtrennte.

Drei seltene Mitgliederehrungen standen bereits im Rahmen des Frühschoppens an: Mit Klaus Henninger (50 Jahre) sowie Josef Kriegisch und Walter Krimm (beide 40 Jahre) wurden drei Männer ausgezeichnet, die bereits seit vielen Jahrzehnten der Hergershäuser Wehr die Treue halten und alle aktiv in der Einsatzabteilung pflichtbewusst ihren Dienst verrichteten. Henninger ist heute eines der ältesten Mitglieder der Hergershäuser Wehr. Kriegisch ist Mitbegründer der Jugendfeuerwehr Hergershausen, war langjährig im Vorstand der Kreisjugendwehr, ist jetziger Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung und zuständig für die Brandschutzerziehung im Ort. Krimm war 25 Jahre lang im Vorstand tätig. Für Henninger gab es von Kreisbrandmeister Sven Steiger das goldene Ehrenabzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Darmstadt, für Kriegisch und Krimm das goldene Brandschutzehrenabzeichen am Bande des Landes Hessen. Im Namen der Feuerwehr Babenhausen gratulierte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Kai Pasek. Allen Jubilaren galt der Dank der anwesenden Politiker der Stadt Babenhausen, des Landkreises sowie des Ortsbeirats.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare