Große Ziele: Höchste Klasse, National-Team

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Rosalie Sirna (18) aus Babenhausen eifert Ronaldinho, Messi und Marta nach.

Babenhäuser - Ihre E-Mail-Adresse deutet an, wer zu ihren Vorbildern zählt: „Rosalinho92“ ist Bestandteil der Online-Anschrift von Rosalie Sirna. Was einerseits verrät, dass sie Jahrgang 1992 ist – und dass sie andererseits den Brasilianer Ronaldinho zu ihren Idolen zählt. Von Jens Dörr

Womit die Stars, denen die talentierte Fußballerin nacheifert, noch nicht vollständig aufgezählt wären: Lionel Messi aus Argentinien und die Brasilianerin Marta – gerade aus der WM ausgeschieden – zählen ebenfalls dazu.

Noch einige Stunden vor dem WM-Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan hatte Sirna gesagt: „Die Leistungen der Deutschen sind noch steigerungsfähig.“ Das gelte auch insgesamt für die bei der WM gezeigten Leistungen. Und: „Die Schiedsrichterinnen sind meiner Meinung nach nicht WM-tauglich, mit einzelnen Ausnahmen.“

Dank des Public Viewings in den Großstädten sei aber eine positive Stimmung zu spüren – und überhaupt befinde sich der Frauenfußball in einem „großen Aufschwung“.

Wie auf das Spiel der Frauen insgesamt blickt Sirna auch auf ihre eigene Karriere positiv. Mit acht Jahren begann sie, erste Station waren die Jungs von Germania Babenhausen. Nach zwei Jahren wechselte sie zum FSV Frankfurt. „Die wollten mich haben“, sagt sie. Dort mischte sie erneut bei den Jungs mit und mauserte sich gar zu deren Kapitän.

Der nächste Sprung gelang mit dem Wechsel zum FFC Frankfurt, in Deutschland neben Turbine Potsdam und dem FCR Duisburg das Nonplusultra im Frauenfußball – und der am besten zahlende Verein. Nach zig Spielen in diversen Auswahlen und der U15-Nationalelf sieht Sirna ihre sportliche Zukunft beim FFC, wo sie derzeit in der zweiten Mannschaft in Bundesliga zwei spielt.

Sie führt aus: „Meine fußballerische Perspektive sehe ich beim FFC Frankfurt. Ich bin der Meinung, dass ich die Qualität und den Ehrgeiz mitbringe, um den Sprung als Zweitmannschafts-Spielerin in die erste Mannschaft und in den bezahlten Frauenfußball zu schaffen.“ Weiteres Ziel: „Ich möchte langfristig erste Bundesliga und natürlich durch meine zwei Staatsangehörigkeiten für die deutsche oder italienische A-Nationalmannschaft spielen.“

Selbstbewusst unterstreicht das Talent aus Babenhausen in diesem Zusammenhang ihre Qualitäten auf dem Platz. Am liebsten agiert sie zentral im Mittelfeld oder im Sturm. Sirna sieht sich als „Ideengeber“ mit großem Spielverständnis.

Bei all den Plänen verliert die einstige Süddeutsche Meisterin indes nicht den Blick für den „normalen“ Lebensweg jenseits von Stadion und Trainingsplatz: Im August beginnt sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau.

Quelle: op-online.de

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