Großübung von Feuerwehr und Katastrophenschutz

Auch an Feuerbällen fehlt es nicht

+
Gespenstische Szenerien im alten, dem Abriss geweihten Schulgebäude gab es bei der Großübung zu sehen. - Fotos:

Babenhausen - Hoffentlich bleibt das auf immer Fiktion: Bei einer Großübung verschiedener Rettungskräfte am Samstagvormittag wurden aus dem ehemaligen Bau der Joachim-Schumann-Schule nicht nur 17 „Verletzte“ gerettet, sondern auch drei „Leichen“ geborgen. Von Jens Dörr

Die Dummys, die dafür eingesetzt wurden, symbolisierten tote Menschen. Das war der grausamste Teil des Schauspiels, an dem mehr als zwei Stunden lang rund 200 Personen mitwirkten. 40 Fahrzeuge kamen zum Einsatz. Das erste Fazit fiel positiv aus.

„Die Verletzten wurden gerettet, die Toten geborgen - und auch die Kollegenrettung hat funktioniert“, resümierte Werner Flechsenhar, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Babenhausen, am Samstagabend. Dass auch Rettungskräfte in die Bredouille kamen, streuten die Macher des Szenarios kurzfristig ein. „Dem in Not geratenen Kollegen zu helfen, geht immer vor“, stellte Flechsenhar heraus. Die Beteiligten erinnerten sich an diese Maßgabe.

Feuerwehr und Co. üben Ernstfall

Rauch, Feuer und Opfer: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes hatten im Altbau der Schumann-Schule in Babenhausen jede Menge zu tun. Wir waren bei der Übung mit der Kamera dabei.

Zum Video

Außergewöhnliche Übung

Doch auch sonst schon wäre die Übung eine außergewöhnliche gewesen, nicht nur wegen der Größenordnung bei den involvierten Fahrzeugen und Personen. „Die Einheiten haben in einer vergleichbaren Übung so noch nie zusammengearbeitet“, sagte Flechsenhar und meinte, dass die Sache dafür „schon recht gut“ geklappt habe.

Nicht nur die Babenhäuser Wehr und weitere aus dem Ostkreis Darmstadt-Dieburg beteiligten sich; auch die Katastrophenschutzzüge aus Babenhausen und Münster, das THW Groß-Umstadt, der Betreuungszug der Dieburger Johanniter und des Deutschen Roten Kreuzes Dieburg mischten mit, ebenso wie ein DRK-Sanitätszug aus Dieburg.

Kommunikation via Digitalfunk

Auf ihr Zusammenspiel kam es bei der Übung im Besonderen an, neben der Herausforderung, dass jede Gruppe für sich ihre Aufgabe so schnell, aber auch so gründlich und richtig wie möglich erledigen musste. Die Kommunikation via Digitalfunk, die in der jüngeren Vergangenheit nicht nur für positive Schlagzeilen gesorgt hatte, spielte nur am Rande eine Rolle.

Das Hauptaugenmerk lag auf der Rettung von Menschenleben und darin, den Einsatzkräften eine Übung in eher ungewohnter Umgebung zu ermöglichen. Das Szenario beinhaltete eine Hochwasserlage in Hessen, wegen der der Landrat den Katastrophenfall festgestellt und entsprechend den Katastrophenalarm ausgelöst hat. Die Übung in Babenhausen stellte die Simulation eines Folgeeinsatzes der Flut dar: Die Brandmeldeanlage der Joachim-Schumann-Schule hat Alarm geschlagen, Verpuffungen und Explosionen, deren Gründe nicht näher benannt werden, haben sich ereignet.

Die Rauch- und Feuersäule

Geschauspielert, dann OP-Online Rede und Antwort für die Videogalerie gestanden: Mimen präsentieren sich medientauglich.

Die Rauch- und Feuersäule vor Ort im noch abzureißenden ehemaligen Schulbau, laute Knallgeräusche und das Schrillen der Feuermelder boten am Samstag in der Tat ein äußerst realistisches Bild. Für das hatten unter anderem Pyrotechniker um den Dieburger Holger Kern gesorgt, der für einige Explosionen und Feuerbälle sorgte und im Gebäude dafür, dass man die eigene Nasenspitze kaum mehr sah. Nach der Lageerkundung rückten die Trupps mit Atemschutz zwecks Lösch- und Rettungsarbeiten ins Gebäude vor.

Mimtrupps – sie stellten teils blutrünstig Verletzte dar – schafften es, dass die Rettungskräfte noch ein Stück intensiver das Gefühl eines echten Einsatzes bekamen. Der stellte Ansprüche an die Nerven der Beteiligten, die unter größter Anspannung und Gefahr kühlen Kopf bewahren mussten. Wasserversorgung und Löscharbeiten, Erstbehandlung von Verletzten, Rettung vom Dach und sogar das Durchbohren des Bodens zu einem darunter gelegenen Raum, in dem ein Vermisster vermutet wurde, waren weitere Aufgaben.

Bilder von der Großübung in Babenhausen

Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz 

Als Einsatzleiter des Spektakels, das relativ wenige Schaulustige anzog, fungierte Siegfried Kinz. Auch Kreisbrandinspektor Ralph Stühling machte sich vor Ort intensiv ein Bild. Eine detaillierte Auswertung des Ereignisses, dass es in der Realität so nie in der Region geben möge, findet in den kommenden Tagen statt. Mehrere Beobachter sondierten die Arbeit der in der Regel ehrenamtlich tätigen Kräfte bis in den hintersten Winkel.

Quelle: op-online.de

Kommentare