Bei Gründung half Zufall

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Beim festlichen Gottesdienst zum 35-jährigen Bestehen des „Singkreises“ zeigte der katholische Chor aus Babenhausen sein beeindruckendes Repertoire.

Babenhausen (pg) ‐ „Wer singt, betet doppelt“ zitierte gestern Pfarrer Ferdinand Winter den Heiligen Augustinus beim festlichen Gottesdienst zum 35-jährigen Bestehen des katholischen Kirchenchores „Singkreis“.

„Wer singt, sagt die Dinge besonders intensiv, mit dem ganzen Körper, mit allen Sinnen. Wenn das Wort gesungen wird, geht es ganz anders unter die Haut. Weil Singen zu Herzen geht, ist es ein gutes Mittel den Glauben auszudrücken“, so der Pfarrer, der den Chormitgliedern und ihrem Chorleiter Dieter Haag ausdrücklich dankte.

„Der Chor tut einen wichtigen Dienst“, sagte der Geistliche, der den Festgottesdienst gemeinsam mit dem früheren Babenhäuser Pfarrer Christian Dach gestaltete. Pfarrer Dach, der inzwischen im Ruhestand ist, war eine treibende Kraft bei der Gründung des Singkreises. Ein bisschen half auch der Zufall dabei. Denn begonnen hat alles, als Rudi Burkard, der heutige Leiter der Katholischen Kirchenmusik, vor vielen Jahren ein Jugendorchester dirigierte. „Wir haben damals auch moderne Lieder gespielt und dafür einen Sänger gesucht“, erinnert er sich. Es hätten sich dann gleich fünf, sechs junge Männer gemeldet, die diesen Part gern übernehmen wollten. „Aber ich wollte ja eigentlich keinen Chor gründen“, schmunzelt Burkard. Daraus ist schließlich die Idee entstanden, einen Kirchenchor zu gründen, für den sich in kurzer Zeit viele sangesfreudige Mitglieder fanden.

„Unter den derzeit 29 aktiven Sängern sind mehr als ein Drittel seit 1975 beim Chor“, sagte die Singkreis-Vorsitzende Ursula Kurbel bei der an den Gottesdienst anschließenden Feier im Gemeindezentrum. Sie ließ zum Vergnügen der Gäste die zurückliegenden Jahre noch einmal auf humorvolle Weise Revue passieren. Zu Beginn leiteten Paul Nuß und der verstorbene Gerhard Koser den Chor. „Sie wurden von unserem ersten Dirigenten Helmut Klug abgelöst, der bis 1981 blieb“, sagte Ursula Kurbel, die Klugs Nachfolgerin Anne Paul bei der Feier begrüßte. Sie dirigierte den Singkreis 19 Jahre lang. Seit zehn Jahren dirigiert dort der Langstädter Dieter Haag.

Ursula Kurbel, die gemeinsam mit ihrem Ehemann die Chronik des Chores führt, erinnerte an gemeinsame Auftritte, beispielsweise beim Dekanatssingen oder auch den für den Chor „sehr erhebenden“ Auftritt im Mainzer Dom 1984, anlässlich der Hochzeit des Bruders von Anne Paul. Die in der Pfarrei üblichen Faschingsveranstaltungen managte der Chor ab 1982. Es gab zahlreiche Chorausflüge, darunter zwei zum Pfarrfest nach Bouxwiller. Die Vorsitzende erinnerte an Chorwochenenden, bei denen alle viel Spaß hatten, und an das erste Chorkonzert am 1.Oktober 1989 in der evangelischen Nikolaikirche mit Orchester und Solisten. Die gute Resonanz habe „alle auf Wolke sieben schweben lassen“. Das zweite Chorkonzert folgte im Oktober 1995 in der St. Josefskirche. Der Chor bestand 20 Jahre und Babenhausen feierte 700 Jahre Stadtrechte. So wurden gestern Erinnerungen ausgetauscht und ganz viel gelacht.

Quelle: op-online.de

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