Grünes Licht für Elb-Schliff

Babenhausen ‐ Die Stadtverordneten haben mehrheitlich die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Firmengelände der Elb-Schliff beschlossen. Jetzt kann das Unternehmen Gespräche mit den Behörden führen. Von Stefan Scharkopf

Der Aufstellungsbeschluss leitet lediglich das Prüfverfahren ein. Wenn die Stellungnahmen aller Behörden und sogenannter Träger öffentlicher Belange vorliegen, wägt wiederum die Stadtverordnetenversammlung die Ergebnisse ab und entscheidet abschließend über die Pläne.

Wie berichtet, plant Elb-Schliff nicht nur einen kompletten Firmen-Neubau auf der westlichen Seite der Langstädter Straße, sondern auch rund 150 Wohneinheiten für Mitarbeiter des Unternehmens und von Zulieferern, die sich ebenfalls auf dem Betriebsgelände ansiedeln, und zwar auf der östlichen Straßenseite. Für die neue Fabrik sollen 15 Millionen Euro investiert werden, für das Gesamtkonzept „Arbeit und Wohnen“ wurden 50 bis 70 Millionen Euro anberaumt.

Bausubstanz gilt als „desolat“

Die derzeitige Bausubstanz fast aller Firmengebäude gilt als „desolat.“ Mit der angekündigten Gesamtentwicklung, die eine komplette Umgestaltung der derzeitigen Firmenfläche beinhaltet, soll eine Expansion einhergehen. Auch von 100 neuen Arbeitsplätzen ist die Rede; derzeit hat das Unternehmen 160 Mitarbeiter.

Im Vorfeld hatten die Ausbaupläne zu Fragen geführt, ob sie mit der Trassenführung der Südumgehung kollidierten oder wie man künftig mit anderen Firmen umgehen wolle, deren Gelände umgewandelt werde und damit eine Wertsteigerung erfahre. Eine Vielzahl von Fragen, die die Behörden nun zu klären haben, etwa das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV). 22 Parlamentarier stimmten dem Aufstellungsbeschluss zu, acht dagegen, vier enthielten sich.

Geteilte Meinung

Volker Mürle (SPD) sagte, dass die Stadt neben der VDO kaum Arbeitsplätze in der Industrie habe, deshalb seien die Pläne begrüßenswert. Bei Elb-Schliff handele es sich um eine Einzelfallentscheidung, die Stadt wäre „dümmlich, wenn sie für solche Fälle eine Generalentscheidung herbeiführen“ würde. Bislang handele es sich lediglich um den Anstoß für eine Erweiterung, aber wer nichts riskiere, könne auch nichts gewinnen.

Ingrid Schumacher („Bürger für Babenhausen“) macht zwar die Wohnbebauung zwischen zwei Straßen „nicht glücklich“, aber die Vermarktung der Wohnungen sei schließlich Aufgabe der Firma.

Unzufriedenheit über das ASV äußerte Friedel Sahm (CDU). Das Amt hätte alle drei Pläne zur Südumgehung vorlegen sollen, dann wäre man weiter in der Debatte. Die CDU stimmte nicht geschlossen zu. Anita Korte etwa fürchtet eine „zweite Ziegelhüttenstraße“. Für sie hat der Umbau der benachbarten Kaserne Vorrang. Ablehnung kam von den Grünen. Die Stadt sehe schon jetzt aus wie ein Flickenteppich, Baugebiete gebe es offenbar auf Zuruf.

Angenommen wurde ein Antrag der Freien Wähler, wonach sich das Unternehmen verpflichtet, im Bedarfsfall die Kosten für Lärmschutz zu übernehmen.

Quelle: op-online.de

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