Gymnasiasten weichen zur Abiturprüfung aus

Mit Maske in die Stadthalle

Schöner Brauch auch in Corona-Zeiten: Mit von Familienangehörigen und Freunden liebevoll und detailreich gestalteten Plakaten auf dem Pausenhof des Oberstufengymnasiums sollen die Prüflinge motiviert werden.
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Schöner Brauch auch in Corona-Zeiten: Mit von Familienangehörigen und Freunden liebevoll und detailreich gestalteten Plakaten auf dem Pausenhof des Oberstufengymnasiums sollen die Prüflinge motiviert werden.

Auch in Corona-Zeiten sind Oberstufengymnasien wie die Bachgauschule mit Motivationsplakaten für die Abitur-Prüflinge geschmückt.

Babenhausen – Das zweite Corona-Abitur am Bachgau-Gymnasium steht vor der Tür. Nachdem im vergangenen Jahr Schüler und Lehrer bereits unter Pandemiebedingungen in die Abschlussprüfungen gehen mussten, steht auch die morgen mit den Tests in Chemie beginnende schriftliche Prüfungsphase ganz im Zeichen der Pandemie.

Dass am Donnerstag, dem zweiten Prüfungstag, einige der insgesamt 108 angehende Abiturienten erstmals in die Stadthalle ausweichen, hat nicht nur etwas mit dem grassierenden Corona-Virus zu tun. Denn die Schulaula ist derzeit eine Baustelle. „Das Dach wird saniert“, berichtet Schulleiterin Anja Heimer. Nicht das einzige Ausweichquartier, das die Schüler des Oberstufengymnasiums in den zurückliegenden Monaten in Anspruch genommen haben. Auch die Räume im katholischen Gemeindezentrum wurden für Klausuren genutzt.

Motivationsplakate dürfen auch beim Corona-Abi nicht fehlen.

Auch wenn man angesichts vom derzeit vorherrschenden Distanzunterricht – ausgenommen sind die Abschlussklassen – vom herkömmlichen Schulalltag schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr sprechen kann, zeigt sich Heimer zufrieden. Was auch an dem sehr engagierten Kollegium liege, die den digitalen Unterricht sehr gut organisiert haben.

Internetplattform „Teams“ ab dem neuen Schuljahr nicht mehr erlaubt

Das spiegelt sich auch in den schulischen Leistungen aus dem aktuellen Schuljahr wider, berichtet Heimer: Sie seien vergleichbar mit den Ergebnissen aus den Vorjahren. Um so mehr ärgere es sie und ihre Kollegen, dass der hessische Datenschutzbeauftragte es ab dem kommenden Schuljahr untersagt habe, die Microsoft-Internetplattform „Teams“ für den Distanzunterricht zu nutzen. „Da haben wir ein System, an das sich Schüler und Lehrer gewöhnt haben und das stabil läuft und funktioniert, und das soll nun schon wieder geändert werden. Ein Ding der Unmöglichkeit“, wird die Leiterin der Bachgauschule deutlich.

Auch in Corona-Zeiten motivieren Familienangehörige und Freunde die Prüflinge mit Plakaten.

In den kommenden Wochen – die schriftlichen Prüfungen enden am 5. Mai – liegt allerdings erst einmal der Fokus auf dem Ablauf des Abiturs. Dazu gehört auch, dass an einigen Tagen der Präsenzunterricht ausgesetzt wird, um genügend Räume zur Verfügung zu haben und den Prüflingen Maskenpausen zu ermöglichen. Denn auch während der Klausuren soll eine Maske getragen werden, lautet die ausdrückliche Bitte der Schulleitung. Aber: Laut Kultusministerium dürften diejenigen, die einen negativen Corona-Test vorlegen – vom Vortag nach 15 Uhr –, die Maske auch ausziehen.

Abiturprüfungen: Corona-Test empfohlen, aber nicht erforderlich

Ein weiteres Corona-Kuriosum: Für die Teilnahme an den Prüfungen ist anders als beim Präsenzunterricht ein Corona-Test zwar empfohlen, aber nicht zwingend erforderlich. Das hat juristische Gründe: Bei einem positiven Test müsste die Schulleitung den Schüler von den Prüfungen ausschließen, was sie aber formal nicht darf. (Von Norman Körtge)

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