Warten auf neuen Vertrag mit der Stadt

Germania Babenhausen: Hängepartie am Ostheimer Hang

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Eine Szene, in der die Germania (weiß) und Langstadt (blau) noch Kontrahenten waren. Nun treten sie als SG Langstadt/Babenhausen in der Kreisoberliga und der C-Liga an.

Babenhausen/Langstadt - Nachdem Ende Mai die Fußball-Saison beendet war, ging es ganz schnell und für die meisten überraschend: Der SV Germania Babenhausen und der TSV Langstadt machen in der Runde 2018/19 im Aktiven-Fußball gemeinsame Sache. Von Jens Dörr 

Seinen Anteil daran hat auch die Hängepartie um den Ostheimer Hang. Das städtische Sportgelände in Babenhausen war bislang Spielstätte des SV Germania. Im März hatte der Magistrat den Pachtvertrag mit der Germania gekündigt, weil der Verein nach Ansicht des Rathauses das Areal mit Naturrasen-Großfeld, Naturrasen-Kleinfeld und Leichtathletik-Anlagen nicht gut genug gepflegt hatte. Die Germania wiederum hatte sich seit der Kündigung des Pflegevertrags durch die Stadt – das Rathaus hatte diese Vereinbarung einst mit dem Germania-Förderverein abgeschlossen – und der damit einhergegangenen Streichung von 9 600 Euro Vergütung jährlich (vor allem für einen Platzwart) nur noch für die Pflege bestimmter Teile des Geländes in der Pflicht gesehen. Eine Auseinandersetzung, in der die Fronten bis heute verhärtet sind.

Vor allem aber erhoffte sich die Germania nach dem abgelehnten Widerspruch gegen die Kündigung den raschen Abschluss eines neuen, anders gestalteten Mietvertrags für den Ostheimer Hang. Laut Antonio Coppoleccia, Spielausschuss-Vorsitzender des SV Germania, liegt dieser Vertrag aber auch in der dritten Woche der Sommerferien noch nicht vor. Der Verein hatte auf eine wesentlich frühere Zustellung des Entwurfs gehofft und wollte die Standort-Frage schon vor einigen Wochen auf seiner Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstands klären. Die Versammlung verschob der Verein aber auf den Spätsommer. „Wer lässt sich denn in den Vorstand wählen, wenn die Geländefrage noch offen ist?“, fragt Coppoleccia rhetorisch.

Überdies vermisst die Germania eine Perspektive in Sachen Vereinsheim. Die Gaststätte am Ostheimer Hang hatte der Verein immer wieder an professionelle Gastronomen vermietet, die sich in den vergangenen Jahren aber nie lange hielten. Trotzdem hatte die Germania so einen Treffpunkt für Mannschaftssitzungen, Versammlungen und Weihnachtsfeiern. Bürgermeister Joachim Knoke machte im Frühjahr aber klar, dass die nach Pachtvertrags-Kündigung wieder unter städtischer Aufsicht stehende Immobilie so schnell nicht mehr vermietet werden könne. Baulich sei sie dafür in keinem geeigneten Zustand. Der Verein wiederum kritisiert die Stadt, dass man in den Umkleidekabinen derzeit nicht mal Strom habe. Die Stadt nennt dafür sicherheitstechnische Gründe. Obgleich noch die wenigen verbliebenen Jugendteams des SV Germania am Ostheimer Hang trainieren und auch der Verein weiß, dass die Stadt den Verein grundsätzlich weiter auf dem Areal nahe dem Babenhäuser Freibad spielen lassen würde, sagt Coppoleccia: „Die künftige Situation am Ostheimer Hang ist einfach unklar.“

Auf Nachfrage im Rathaus heißt es allerdings, dass man mit dem Vorstand im regelmäßigen Austausch stehe. Außerdem sei mit dem Germania-Vorstand ein Termin Anfang August ausgemacht worden, um eine neue Vereinbarung zur Nutzung des Geländes auszuarbeiten.

Der TSV und die Germania pflegten in der Vergangenheit eine gesunde Rivalität, trafen noch vor einigen Wochen in der Kreisoberliga aufeinander und sind nun Partner. Beide Erstmannschaftskader verzeichneten einen personellen Aderlass, in Langstadt hätte nach dem Ausscheiden von Coach Mark Schierenberg zudem ein neuer Trainer hergemusst. Nun übernimmt Babenhausens Spielertrainer Mario Moretti die erste Mannschaft der Spielgemeinschaft und der bisherige TSV-II-Coach Carsten Kurz das gemeinsame C-Liga-Team. In dem stellt Langstadt die Mehrheit der Akteure, im Kreisoberliga-Team ist wiederum Babenhausen in der Mehrheit.

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Spiel- und Trainingsort für die Aktiven wird fortan einzig Langstadt sein, die Germania-Junioren sollen jedoch am Ostheimer Hang bleiben. Beim Nachwuchs kooperiere man vorerst nicht, sagt Langstadts sportlicher Leiter Christian Segeth. Er führt aus, dass die Spielgemeinschaft bei den Aktiven letztlich auch dem Zufall entsprang, dass nach Saisonende beide Vereine aus unterschiedlichen Gründen „die gleiche Idee der Zusammenarbeit hatten und sich auch noch fast gleichzeitig gegenseitig angerufen haben.“

Die Bündelung der personellen Ressourcen rund um die Aktiventeams sei auch einer dieser Gründe gewesen. Gerade bei der Germania ist Coppoleccia inzwischen eine Art Alleinunterhalter geworden, was der Erhalt des Aktiven-Fußballs betrifft. Die Spielgemeinschaft ist vom Hessischen Fußball-Verband für drei Jahre genehmigt. Der HFV hat der SG Langstadt/Babenhausen zugesichert, auch im Falle eines Aufstiegs in die Gruppenliga Darmstadt weiter als Spielgemeinschaft auftreten zu dürfen.

Quelle: op-online.de

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