Handwerker in der „Alten Schule“

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Architekt Friedel Zimmer (Dritter von links) und Bürgermeisterin Gabi Coutandin informierten über den Stand bei der „Alten Schule“.

Hergershausen - In die ehemalige „Alte Schule“ sind die Handwerker eingezogen. Es wird gehämmert und geklopft, feiner Staub hat sich auf den Boden gelegt. Das Objekt in der Rodgaustraße wird im Rahmen der Hergershäuser Dorferneuerung zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Von Stefan Scharkopf

Gestern gaben Bürgermeisterin Gabi Coutandin, Ortsvorsteher Horst Grimm, und Architekt Friedel Zimmer die Arbeiten offiziell frei.

Nachdem die „Alte Schule“ von der Stadt angekauft worden ist, erfolgt nun die Umwandlung in einen Bürgertreff, der durch die neuen Hof- und Gartenflächen zusätzlich an Attraktivität gewinnen soll.

Ursprünglich war vorgesehen, den Bürgertreff im Gebäude des „Alten Kindergartens“ einzurichten. Im Jahr 2002 fasste der Landkreis jedoch den Beschluss, eine neue Grundschule zu bauen. Das alte Schulgebäude wurde von der Stadt Babenhausen angekauft und sollte eigentlich weiterverkauft werden. Da die „Alte Schule“, ein ortsprägendes Gebäude, baulich in einem wesentlich besseren Zustand ist und ein besseres Raumangebot hat als der „Alte Kindergarten“, wünschte der Arbeitskreis Dorferneuerung den Bürgertreff dort zu errichten.

Planung und Bauausführung liegen in den Händen des Darmstädter Architekturbüros WerkStadt. Bereits 2008 wurden 81 000 Euro für Planungshonorare, Vermessung, Kanalbefahrung und Bekanntmachungen für die Ausschreibungen ausgegeben. Im vergangenen Jahr wurde auch festgestellt, dass man mit dem bislang veranschlagten Geld nicht hinkommt, weil der teerhaltige Asphalt des Schulhofgeländes fachgerecht entsorgt werden muss. Der vordere Bereich, die alte Bürgermeisterei, wird nicht saniert und später verkauft.

Nachdem der Arbeitskreis zusammen mit dem Ortsbeirat und dem damaligen Bürgermeister die verschiedenen Planvarianten des Planungsbüros WerkStadt diskutiert hatte, erfolgte der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, nur den vorderen Teil des Gebäudekomplexes zu verkaufen. Die notwendige Gebäudetrennung erfordert andere Auflagen des Brandschutzes, was auch bezahlt werden muss. Für das laufende Jahr wird mit Kosten von 330 000 Euro für den Umbau des Gebäudes und mit 160 000 Euro für die Freianlagen gerechnet. Macht zusammen also 490 000 Euro. Förderfähig sind 250 000 Euro, davon fließen 160 000 Euro schließlich als Zuschuss.

Wie Architekt Friedel Zimmer sagte, will man im Juni mit dem Gebäude fertig sein, danach kommt der alte Schulhof dran. Alles in allem soll noch vor den Sommerferien alles erledigt sein. Ins Gebäude werden jetzt auch Toiletten einziehen, die es bislang nur in einem Anbau hinter dem Haus gab. Auch der Denkmalschutz redet mit. Nach den Arbeiten soll dann der vordere Teil verkauft werden. Ortsvorsteher Horst Grimm hofft darauf, 100 000 Euro erzielen zu können.

Der Arbeitskreis Dorferneuerung hatte bereits 2004 ein Nutzungskonzept erarbeitet. Später wurde ein Trägerverein gegründet. Überlegt wurde, einen Mehrzweckraum für verschiedene kulturelle Veranstaltungen, als Versammlungsraum, für Sitzungen des Ortsbeirates oder VHS-Kurse zu nutzen. Verschiedene Räume könnten Krabbelgruppen, Jugendlichen, Seniorengruppen, der Theatergruppe oder Musikgruppen als Übungsraum zur Verfügung stehen. Wenn das Nutzungskonzept en Detail vorliegt - das soll bis Sommer der Fall sein - könne der Verein mit der Stadt einen Leistungsvertrag abschließen, so Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Darin werde dann geklärt, wer welche Kosten zu tragen habe.

Coutandin betonte, die politischen Beschlüsse zum Umbau seien fraktionsübergreifend gefasst worden. Mit einem Konzept aus Beratungs- und Bildungsmöglichkeiten werde man allen Generationen gerecht. Das Geld sei langfristig gut angelegt.

Quelle: op-online.de

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