Hans im Glück mit Falschgold

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Eine gute Resonanz erfuhr die Märchenwanderung des TSV Langstadt: Frank Ludwig Diehl unterhielt als „Hans im Glück“ den Nachwuchs.

Langstadt ‐ „Wer bin ich?“, fragt Frank Ludwig Diehl mit großen Augen in die Kinderrunde. „Der Frank“, hallt es aus nicht wenigen Mündern zurück. Von Michael Just

Der Langstädter hatte sich in seiner mittelalterlichen Verkleidung sowie seiner Rolle als „Hans im Glück“ eigentlich die Antwort „Der Hans“ erhofft. Unfreiwillig muss er nun feststellen, dass sich ein ortsbekanntes Gesicht nicht so einfach auf einen anderen Charakter transferieren lässt: „Normal bin ich der Frank, aber jetzt zieh’ ich ne’ Kappe auf und dann bin ich der Hans. Erst morgen werde ich wieder zum Frank!“

Die Märchenwanderung am Wochenende für Familien war Teil der Sportwerbewoche des Turn- und Sportvereins. Drei Tage lang gab es Gelegenheit zum „Sporteln“ und Amüsieren. Los ging es am Freitagabend mit einer After-Work-Party, bei der auch die willkommen waren, die den Freitag als Brückentag nutzten. Aufgrund der nicht zugänglichen Markwaldhalle wurde auf dem Sportplatz unter einer Überdachung gefeiert - der harte Kern tat dies bis drei Uhr in der Nacht.

Nach der Märchenwanderung blieb Gelegenheit, sich im Volleyball zu üben. Am Sonntag stand dann abermals der Nachwuchs im Mittelpunkt, als das Turn- und Spielmobil der hessischen Turnjugend anrückte. Wie Petra Richter vom des TSV sagt, dauerte früher die Werbewoche tatsächlich eine Woche. Davon sei man aber abgekommen, da der Aufwand zu groß wurde. „Auch will keiner jeden Tag Currywurst essen“, fügt sie lachend hinzu.

Die Idee zur ersten Märchenwanderung kam von Richter selbst. An insgesamt sechs Stationen im Wald schlüpfte Diehl in die Rolle des „Hans im Glück“ und erzählte aus der „Ich-Perspektive“ das Märchen der Gebrüder Grimm.

Aufgabe erwies sich als nicht als einfach

Damit es keinem Kind auf den rund sieben Kilometern langweilig wurde, gab es noch ein Überraschungsgeschenk in Form einer Becherlupe, in der es kleine Waldbewohner zu sammeln galt. Was sich gerade im Glas tummelt erklärte Dirk Alexander Diehl vom Naturschutzbund Langstadt. „Hoffentlich finden wir ein paar Tierchen. Die sind auch alle zuhause und warten auf besseres Wetter“, so der Biologe zu der Tatsache, dass es mit Blick auf den kalten Mai den Tieren wie den Menschen geht.

Insgesamt verbuchte die Märchenwanderung eine große Resonanz, wie die rund 30 Kindern mit ihren Eltern zeigten. Frank-Ludwig Diehl lief als „Hans im Glück“ zur Höchstform auf. „Für die Rolle kam ohnehin nur einer in Frage“, schmunzelt Richter über den extrovertierten Langstädter, der stets zu den Höhepunkten der örtlichen Fastnachtssitzung gehört. Ohne Vorlage, gestenreich und mit viel Improvisationstalent bezog er die Kinder mit ein und trug auf verschiedenen Waldlichtungen die Geschichte des Hans vor, der so lange seine Habe tauscht, bis er am Ende zwar mit leeren Händen aber trotzdem glücklich dasteht. Mit seinem grauen Filzhut erinnerte Diehl ein wenig an eine Babenhäuser Version des Robin Hood, aber ansonsten stellte er die erhoffte Idealbesetzung dar.

Trotzdem erwies sich seine Aufgabe nicht als einfach. Schon bei der Begrüßung Diehls mit „Ich bin der Hans“ entgegnete ein junger Besucher: „Und wir sind dein Glück!“. Mit dem Vorwurf „Dein Goldklumpen ist doch nur normales Papier“ war der Darsteller an der zweiten Station erneut gefordert: „Ich musste mir behelfen. Habt ihr denn keine Fantasie?“, lautete sein Paroli. Als Diehl einen Sturz vom Pferd simulierte, kam von Kinderseite umgehend der Vorwurf, ob er denn keinen Reiterhelm besitze. Und als er sich lobte, sein Pferd gewinnbringend gegen eine Kuh eingetauscht zu haben, mit dessen Milch sich Käse oder Butter herstellen lassen, winkte ein kleines Mädchen ab: „Kein guter Tausch, eine Kuh ist gefährlich - wegen der Hörner!“

Quelle: op-online.de

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