Ein neuer Mister Freibad

SV Blau-Weiss wächst ständig und wird 20 Jahre alt

+
Am Beckenrand des Freibades Harpertshausen: Der alte, Klaus Timmerhaus (links), und neue Vorsitzende, Arne Pätzold, des Schwimmvereins Blau-Weiss.

Seit 60 Jahren gibt es das kleine Freibad in Harpertshausen – und seit genau 20 Jahren den Schwimmverein Blau-Weiss, der das Bad betreibt.

Harpertshausen – In die neue Saison, die gerade eingeläutet wurde, geht der im Mai 1999 gegründete Verein mit einem neuen Vorsitzenden: Die Mitglieder wählten Arne Pätzold zum Nachfolger von Klaus Timmerhaus.

Timmerhaus war in Harpertshausen zwei Jahrzehnte lang so etwas wie „Mister Freibad“, brachte sich 19 Jahre am Stück in verschiedenen Vorstandsfunktionen, davon etliche Jahre als Vorsitzender des SV Blau-Weiss, ein. In dieser Ära wurde der Verein größer und größer, „er wächst bis heute ständig, hat nun schon 300 Mitglieder“, sagt Timmerhaus. Fast die Hälfte davon sind Kinder, die das Becken mit seiner Wassertiefe von 90 Zentimetern bis 1,10 Meter zuvorderst erreichen soll. Wobei das Harpertshäuser Freibad weit mehr ist als ein Platz zum Planschen, ob für Familien, die Kitas aus Harpertshausen und Hergershausen oder die Wassergymnastik-Gruppe des Roten Kreuzes: „Das Bad ist im Sommer auch ein Treffpunkt“, so Timmerhaus. Gerade die Sitzecke mit den Bänken und Tischen ist ein Örtchen zum Zusammenkommen, wie es sie im kleinsten Babenhäuser Stadtteil unter freiem Himmel nicht allzu viele gibt.

Pätzold, der aus Limeshain in der Wetterau stammt, 2014 in Harpertshausen baute und dem SV Blau-Weiss seit 2017 angehört, will in seiner neuen Rolle als Vorsitzender Bad und Verein in der bewährten Manier von Timmerhaus und dessen Vorstandskollegen weiterführen. Ganz unbeleckt ist der Neu-Harpertshäuser nicht, brachte sich bereits zwei Jahre lang als Beisitzer in die Vorstandsarbeit ein.

Für eine angenehme Wassertemperatur sorgt eine Solaranlage auf dem Gebäude mit den Umkleidekabinen, Sanitäranlagen sowie dem Mehrzweck- und dem Technikraum. Neben dem übersichtlichen (städtischen) Areal und der geringen Wassertiefe eigne sich das im Vergleich mit anderen Freibädern sehr warme Nass gerade für kleine Kinder gut.

Die kommen im Alter bis acht Jahren stets in Begleitung ihrer Eltern. Ab acht Jahren dürfen sie dort unter einer bestimmten Vereinbarung mit den Erziehungsberechtigten auch solo oder mit Freunden kommen. „Wichtig ist: Wir haben außer einer Reinigungskraft keine Mitarbeiter“, sagt Timmerhaus. „Unsere Mitglieder führen selbst die Aufsicht, Verein und Bad funktionieren nur durch Eigenverantwortung.“ Mindestens eine Aufsichtsperson, die volljährig und vom Verein geschult sein muss, muss vor Ort sein, damit andere ihrem Vergnügen nachgehen können. Um das Bad zu öffnen, kann jede Aufsichtsperson während der Saison von Mai bis September den Schlüssel fürs Gelände und das Gebäude an bestimmten Stationen abholen. Nur wenn ein aufsichtsberechtigtes Mitglied da ist, ist das Harpertshäuser Bad geöffnet.

2018 war das besonders oft der Fall – und die Mitglieder strömten wie nie. „Aufgrund der großen Hitze war es das beste Jahr, das wir je hatten“, schaut Timmerhaus zurück. Gerade viele jugendliche Mitglieder nutzten den pauschalen Jahresbeitrag – sieben Euro pro Jahr bis 18 Jahre, Erwachsene zahlen jährlich 18 Euro, zudem gibt es günstige Familienbeiträge – für besonders viele Besuche. Wobei Sturm „Fabienne“ im wettermäßig bewegten Vorjahr auch für negative Erscheinungen sorgte: Eine Erle knickte aufs Gelände, die Folienabdeckung fürs Becken hatte nach Durchziehen der Naturgewalt nur noch Schrottwert.

Die Abdeckfolie samt Vorrichtung zum Auf- und Abwickeln musste der Verein somit komplett erneuern lassen. Ohne derlei schadensbedingte Sonderausgaben komme man finanziell aber mit den Mitgliedsbeiträgen, den 800 Euro Jahreszuschuss vom Landkreis Darmstadt-Dieburg und vor allem den 8 000 Euro Zuschuss von der Stadt Babenhausen ganz gut hin, sagen Timmerhaus und Pätzold.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare