Harpertshausen feiert Kerb

Feuer frei für den Umzug

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Kurt Kratz gab den Startschuss, dem Philip Timmerhaus, Kim Rosenthal und Kerbvadder Alexander Diehl entgegenfieberten.

Harpertshausen - Klein, aber oho, so feierte man im kleinsten Ortsteil Babenhausens die Kerb. „Wir wollen es feiern nach alter Sitte, Junge und Alte in unserer Mitte“, gab Kerbvadder Alexander Diehl die Parole aus.

Brauchtum und Tradition wurden – versetzt mit modernen Impulsen – zum kurzweiligen Feiervergnügen verquickt, dass alle Kerbbegeisterten vier Tage lang auf Trab hielt. Ein starker Jahrgang, zehn Kerbburschen und zwei Mädchen, sorgten für ein munteres Programm, wie es in dieser Weise schon die Vorväter zum traditionellen Kirchweihfest der 1866 neu erbauten Kirche zündeten. Da wurde der Kerbkranz am DRK-Heim, dem inoffiziellen Bürgerhaus, gehisst. Und Vadder Alexander sorgte mit seinem Kerbspruch für viel Gelächter: „Heut is Kerb in unserm Ort. Wir sagens erlisch und knallhord, wer´s net verdräscht, hat Pech gehatt.“ Führerscheinneulinge, Hausfrauen und die Kerbburschen aus Altheim – reihum bekamen allerlei Zeitgenossen ihr Fett weg. Im DRK-Heim servierte die Feuerwehr im Wechsel mit dem Roten Kreuz zünftiges Kerbessen, Kuchen und Getränke. Mit dem traditionellen Frühschoppen ging es auch am Kerbmontag rund. Heute hat es ein Ende mit dem schönen Brauchtumsfest, wenn Kerbpuppe Olga den traditionellen Flammentod erleidet. Trotz mäßiger Wetterprognose leitete Petrus alle Regenwolken um und bescherte der Feiergemeinde auch bei der „Straßenkerb“ am Sonntag beste Voraussetzungen.

Harpertshausens junge Leute haben in geburtenschwachen Jahrgängen aus der Not eine Tugend gemacht. Als Kerbakteur mitmachen darf, wer 16 Jahre alt ist – und das sogar mehrfach. Wo andernorts die Kerbburschen, Träger des Traditionsfests, auf ihre Männerdomäne beharren, hat man hier die Pforten für die Mädels geöffnet. Kim Rosenthal marschierte mit der Schelle beim Kerb-umzug mit dem Komitee, Vadder Alex und Phillip Timmerhaus (Kerbgehirn) vorweg. Wer noch nicht von der Kerb infiziert war, wurde per Schelle wachgerüttelt. Klein, aber umso lauter mischte der Festumzug am Sonntag Harpertshausens Bürger auf.

Bilder der Kerb in Harpertshausen

Kerb in Harpertshausen

DRK-Aktive und Jugend, Habitzheimer Musikcorps, Holzhackerleut´ und Männerballett warteten singend und tanzend auf den Startschuss aus dem „Revolver“ des Ortsvorstehers. Kurt Kratz, seit über vier Jahrzehnten Ortsvorsteher des rund 750 Einwohner starken Orts, nahm es auch diesmal als willkommene Pflicht, den Startschuss abzufeuern. Weil Harpertshausen ein ländliches Örtchen ist, hagelte es dann nicht nur Bonbons auf die Bürger nieder – auch Kartoffeln und jede Menge Gerstensaft vom Festwagen wurden verteilt.

(ula)

Quelle: op-online.de

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