Noch namenlose Sterne

Kirchenrenovierung: Pfarrer hofft auf Einzug am Palmsonntag

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Der Sternenhimmel über dem Altar: Auf einigen der goldenen Himmelskörper sind bereits die Namen von Spendern aufgemalt. Wer mindestens 150 Euro für die Renovierung spendet, kann sich dort verewigen lassen.

Am Geländer der Emporen hängen Abdeckplanen, der Altar ist eingehüllt, Filzbahnen liegen zwischen den Kirchenbänken und es riecht nach Farbe. Aber: Das viele Wochen in der Harpertshäuser Kirche stehende Gerüst ist mittlerweile abgebaut.

Harpertshausen – Es geht sichtbar voran mit der Innenrenovierung des 1866 erbauten evangelischen Gotteshauses im kleinsten Babenhäuser Stadtteil. Das Ende der umfangreichen Arbeiten scheint in Sicht. Mitte August waren die Protestanten um Pfarrer Ulrich Möbus aus der Kirche ausgezogen. Noch im November war die Hoffnung da, dass an Weihnachten schon wieder Gottesdienste in dem Kleinod gefeiert werden können. Aber es war einfach nicht zu schaffen. „Ein Einzug am Palmsonntag wäre schön“, wünscht sich Pfarrer Möbus nun als neuen Termin.

Frisch gestrichen: die Kirchenbänke. In der Seitenfront ist das Muster der Kirchenfenster widergegeben.

„Die Kirche wirkt auf jeden Fall heller“, freut sich der Pfarrer beim Ortstermin in dieser Woche. Derzeit sind vor allem die Maler in der Kirche beschäftigt. Sie überarbeiten, in teils filigraner Feinarbeit, die Kirchenbänke. „Das hatten wir so in dem Ausmaß eigentlich gar nicht vor“, berichtet Möbus. Doch nun habe sich der Kirchenvorstand dazu entschlossen, diese Arbeiten noch miterledigen zu lassen. Die Maler- und Restarbeiten an der Elektrik werden sicherlich bis zum Sonntag, 14. April, abgeschlossen sein. Eingeschlossen einer Grundreinigung, um die Staubschichten zu entfernen.

Ein Kleinod, die evangelische Kirche in Harpertshausen.

„Und dann wartet da noch jede Menge Arbeit“, sagt Möbus und zeigt auf die Orgel-empore. Von dem Instrument ist derzeit nur der eingehauste Unterbau zu sehen. Die 297 kleinen und großen Pfeifen der Walcker-Orgel im Originalzustand, Baujahr 1908, hatte Orgelbaumeister Markus Graser gleich zu Beginn der Renovierungsarbeiten im September ausgebaut und im großen Kirchensaal eingelagert. Voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche werden die letzten Schleifarbeiten im Kirchenraum ausgeführt worden sein. Dann sollte kein neuer Baustellenstaub mehr hinzukommen, meint Möbus, sodass der Orgelbauer aus Harthausen in Rheinland-Pfalz anrücken kann. Beim Wiederaufbau der Orgel sollen zugleich kleinere Reparaturen vorgenommen werden. Drei oder vier Tage werden dafür bestimmt benötigt, mutmaßt Möbus.

Neben den optischen Verschönerungen war vor allem – wie berichtet – die unzureichende Luftzirkulation des Gotteshauses eines der zentralen Anliegen, die mit der Innenrenovierung behoben werden sollten. In der Nordwand hielt sich dadurch Feuchtigkeit und bildete in Stein und Gebälk leichten, zum Glück nicht gesundheitsschädlichen, Schimmel aus. Eine neue installierte Sockelheizung ist nun Teil des Maßnahmenpakets. Für eine bestmögliche Luftzirkulation sind an verschiedenen Stellen in der Kirche zusätzliche Klappen und Öffnungen eingebaut worden. Sie sollen als passive Maßnahmen sowohl die Luftbewegungen im Inneren als auch den Austausch nach draußen fördern.

Das alles kostet viel Geld. Etwa 300 000 Euro sind veranschlagt. Davon muss die kleine Gemeinde, die pfarramtlich mit Altheim verbunden ist, ein Drittel, also zirka 100  000 Euro, selber tragen. Der Großteil kommt von der Landeskirche. Um Spenden zu akquirieren, hatte sich der Kirchenvorstand unter dem Motto „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ eine besondere Aktion einfallen lassen. Gegen eine Spende von mindestens 150 Euro wird auf einem Stern im Altarhimmel der Namen des Spenders verewigt. Etliche Namen hat eine Malerin bereits aufgetragen. Zu den Spendern zählen neben Privatpersonen auch die Altheimer Frauenhilfe. „Es gibt aber noch namenlose Sterne“, sagt Möbus, der genauso wie der Kirchenvorstand über jede Unterstützung dankbar ist.

Infos zur Spendenaktion

Pfarrer Ulrich Möbus: 06071/4969101, E-Mail ev-Kirche-Altheim@t-online.

Von Norman Körtge

Quelle: op-online.de

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