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Harreshäuserin verkauft im Internet Talismane

Sara Travaci bei der Fertigung ihrer Woodoo-Püppchen. Foto:

Harreshausen - Sara Travaci fertigt individuelle Glücksbringer an, die ihren Besitzern ähnlich sehen. Vor einem Jahr hat sie sich mit ihrem Label „Woodoowiedu“ selbstständig gemacht. Von Michael Just 

Es war eine Hochzeit, für die Sara Travaci vor geraumer Zeit nicht wusste, was sie schenken soll. Dann kam ihr die Idee: Warum nicht zwei ungewöhnliche Puppen, die das Brautpaar darstellen? Die Exemplare fertigte sie in Handarbeit an. Das Präsent kam bei den frisch Vermählten bestens an, verbunden mit dem Wunsch anderer Gäste, ebenfalls eine solche Arbeit zu erhalten. „Mach was daraus“, riet ihr eine Freundin aufgrund des großen Interesses. Damit war gemeint, dass aus dem Hobby vielleicht ein Beruf wird.

Die 26-Jährige dachte nach und schon bald war „Woodoowiedu“ geboren. Wer das Wort in seine Bestandteile zerlegt, erhält die Bestimmung der kreativen Selbständigkeit, die vor einem Jahr und drei Monaten gegründet wurde: Es geht um Puppen, die aussehen „wie du“. Damit sind entweder die Auftraggeber oder die Personen gemeint, die das Figürchen als Geschenk erhalten. Das passiert in wohlgesonnener Absicht, was beim Wort „Voodoo“ nicht selbstverständlich ist. „Viele denken zuerst an einen Geisterkult mit Zombies oder Nadeln. Damit hat meine Arbeit nichts zu tun“, hebt die Harreshäuserin hervor. Sie betrachtet es als traurig, dass die meisten Assoziationen sofort in diese Ecke laufen. Tatsächlich stecke doch nur eine afrikanische Religion dahinter, die in ihrem Kern nicht bösartig ist. Offensichtlich wird das an ihren Puppen, die vorrangig Glück und

Kraft repräsentieren. Alle Gesichter sind durchweg freundlich und hell. „Bei mir geht es nicht um Glaubensvorstellungen. Viel eher um das den Wunsch, so etwas zu besitzen“, erläutert die Künstlerin. Um Missverständnisse zu verhindern, schreibt sich ihr „Woodoo“ zu Beginn mit „W“ und nicht mit „V“.

Gefertigt werden wahlweise Schlüsselanhänger oder Glücksbringer. Die lassen sich an Tasche, Laptop oder auch im Auto befestigen. Wer möchte, kann auf diese Weise sein Herzblatt, ein Familienmitglied oder sich selbst in Miniformat immer dabei haben. Die rund acht Zentimeter großen Wegbegleiter haben als Kopf eine Styropor-Kugel, die mit Wolle umwickelt wird. Für die Augen kommt Nähgarn zum Einsatz, für Kleidung und Acessoires verwendet die Künstlerin Filz, Leder und andere Stoffe. Die Puppen verfügen über kein komplettes Gesicht. Lediglich zwei Augen werden aufgenäht.

Standardpuppen kosten 14,90 bis 19,90 Euro und sind in über 100 Varianten verfügbar, die bestimmte Hobbies, Berufe oder Charaktere darstellen. Wer eine individuelle Woodoo-Puppe (29,90 Euro) möchte, wählt Haut- und Augenfarbe sowie aus 20 Haarkolorierungen aus. Dazu sind Angaben zu Beruf oder Hobby nötig. Damit sich die Künstlerin die Person besser vorstellen kann, bittet sie außerdem um ein Ganzkörperfoto.

Sara Travaci hat Kommunikations-Design in Frankfurt studiert und anschließend in einer Werbeagentur sowie als Vertretungslehrerin gearbeitet. Dabei wurde ihr klar, dass ihre Bestimmung in einer freiberuflich-künstlerischen Aufgabe liegt. Mit „Woodoowiedu“ tat sich eine Chance auf, die sie professionell anging. Ob Verpackungsdesign, Labels, Internetauftritt oder die TV-Werbung in einem kleinen Sender – alles ist fundiert durchdacht. „Alleine für Label und Verpackung habe ich drei bis vier Monate recherchiert“, sagt sie. Rund ein bis zwei Stunden benötigt die Künstlerin für die Herstellung einer Puppe. Bestellungen kamen bereits aus Holland, England, Griechenland oder Südafrika. Zu Weihnachten und zum Valentinstag ist das meiste zu tun. Ob als Geburtstagsgeschenk oder auch als Schmuck für die Hochzeitstorte – das ganze Jahr kommen weitere Aufträge hinzu. Trotzdem wirft der etwas andere Woodoo-Kult bisher nicht soviel Umsatz ab, dass Travaci davon leben kann. Sie hofft, dass das durch Wachstum in Zukunft möglich ist.

Während es Haustiere schon als Woodoo-Püppchen gibt, rücken bald auch Superstars in Travacis Sortiment. Dazu gehören Michael Jackson, Elvis Presley oder Marilyn Monroe. Für deren Präsentation im Internet hat sie sich etwas Besonderes einfallen lassen: Auf seinem Weg nach Hollywood wird ein Freund die Woodoos dabei haben und zum Walk of Fame bringen. Dort fängt er mit seiner Kamera den Zauber ein, den die Püppchen von ihren Sternen bekommen. Alle Infos zu den Talismanen gibt es unter www.woodoowiedu.de

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Quelle: op-online.de

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