Bethesda: Leben rund um die offene Küche

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Pflegedienstleiter Frank Wieseler führte die Besucher durch den Wohnbereich des Seniorenzentrums.

Harreshausen - Mit dem Fahrstuhl geht es vom Foyer in den vierten Stock. Pflegedienstleiter Frank Wieseler führt die Besucher hier in einen großzügigen Aufenthaltsbereich, in dem eine Küchenzeile, Tische und Stühle und sogar ein Sofa und Sessel zum Verweilen einladen. Von Petra Grimm

Auf jeder Etage gibt es einen solchen Gemeinschaftsbereich. „Die meisten Bewohner essen auch im Aufenthaltsbereich auf ihrer Etage und nicht im zentralen Speisesaal im Erdgeschoss“, erklärt Wieseler den Rundgangsteilnehmern. Zum 30-jährigen Bestehen des Seniorenzentrums Bethesda in Harreshausen öffnete die Einrichtung, die von Mechthild und Tom Best geführt wird, am Samstag ihre Pforten für einen Tag der offenen Tür. Neben Führungen durch die Wohnbereiche, in denen insgesamt 35 Doppel- und 42 Einzelzimmer untergebracht sind, konnten sich die Besucher auch die große Küche und den Technikbereich mit der Wäscherei und der modernen Heizanlage anschauen.

Nach der umfangreichen Sanierung und Umbauarbeiten, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden, präsentiert sich das 1983 eröffnete Haus unter der Trägerschaft des Christlichen Sozialwerks Harreshausen hell, freundlich und funktional. „Durch die auf allen Etagen in den Gemeinschaftsbereich gerückte, offene Küche ist hier Leben drin und die Senioren fühlen sich mehr mitten im Geschehen“, sagt Wieseler. Unterwegs auf den Fluren sind gemütliche Sitzecken, schöne, alte Holzschränke oder auch Bücherregale zu sehen. „Wir möchten Krankenhausflair vermeiden“, erklärt er. Was gut gelungen ist.

Das Mobiliar ist der Generation angepasst, die hier lebt. „In 30 Jahren stehen dann statt der Holzschränke hier vielleicht große Flachbildfernseher“, sagt der Pflegedienstleiter schmunzelnd. Mit dem Einverständnis der Bewohner dürfen die Rundgangsteilnehmer auch einen Blick in einige Zimmer werfen. Die Doppelzimmer und eine Handvoll Komforteinzelzimmer haben 29 Quadratmeter, die normalen Einzelzimmer 22 Quadratmeter. Im vierten Stock haben die Einzelzimmer sogar Balkone. Der Blick von oben über die grüne Umgebung und den eigenen Park des Hauses begeistert die Besucher.

„Die meisten Wohnräume sind nach Süden ausgerichtet. Nach Norden gehen die Funktionsräume. Außer dem Pflegebett und dem Einbauschrank, die im Raum bleiben sollen, dürfen die Bewohner gerne ihre eigenen Möbel und andere Dinge zur Einrichtung beisteuern“, erklärt der Pflegedienstleiter in einem Zimmer, in dem eine ältere Dame erfreut die fremden Gäste empfängt. Familienfotos schmücken die Wände. Dekorative Papierarbeiten, die in der Bastelgruppe des Seniorenzentrums entstanden sind, werden bewundert. Ein umfangreiches Freizeitprogramm bis zum Männerstammtisch und regelmäßige Veranstaltungen, bei denen Gäste immer willkommen sind, werden neben der professionellen Pflege in der Einrichtung auch angeboten. „Die meisten unserer Bewohner sind schon sehr pflegebedürftig. Sonst wären sie ja nicht hier. Denn der Trend geht inzwischen dahin, mit Unterstützung mobiler Dienste so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Und das ist ja auch gut so“, sagt Wieseler.

Um älteren, hilfebedürftigen Menschen ihren Lebensabend in der heimischen Umgebung zu erleichtern, bietet Bethesda ein umfangreiches Serviceangebot, zu dem mobile Pflege, Essen auf Rädern und sogar Wäsche auf Rädern gehört. Auch wer Hilfe bei der Hausarbeit oder in seinem Garten braucht, kann sich an die Senioreneinrichtung und ihre erfahrenen Mitarbeiter wenden.

Vorträge über Tagespflege, mobile Pflege oder auch den Umbau von Wohnungen und Häusern in altersgerechte Wohnsitze rundeten das informative Programm an diesem Tag ab. Ein Bimmelbähnchen lud Bewohner und Besucher zu Rundfahrten nach Babenhausen ein, wo ein Zu- und Aussteigen an verschiedenen Stationen möglich war.

Quelle: op-online.de

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