Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie schließt Lücke

Haus für Menschen mit Behinderung

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Direkt an der alten Stadtmauer entsteht das neue Wohnprojekt. Zwei der insgesamt vier entstehenden Häuser sind schon fertig, das dritte Gebäude wird für die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) gebaut.

Babenhausen - Östlich von Dieburg gibt es im Landkreis Darmstadt-Dieburg bislang keine stationären Wohnangebote für Menschen mit geistiger Behinderung. Das wird sich jetzt ändern:

In Babenhausen betreibt die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie künftig ein Wohnhaus für 17 Menschen mit Beeinträchtigung. Der Einzug ist für Anfang 2019 geplant. Mitten in Babenhausen, direkt an der ehemaligen Stadtmauer und somit fußläufig zur Fußgängerzone entsteht derzeit ein Wohnhaus für Menschen mit Beeinträchtigung – 17 Personen sollen dort Platz finden. Am 6. November war Baubeginn, der Einzug ist für Anfang 2019 geplant.

Betrieben wird die Einrichtung von der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) – ein diakonischer Träger der Behinderten-, Jugend- und Altenhilfe in Hessen und Rheinland-Pfalz. Standort der Wohnanlage ist die Fahrstraße 62.

Die May Firmengruppe – ein Wohnungsbauunternehmen mit Stammsitz in Aschaffenburg – errichtet auf dem Areal des früheren Feuerwehrhauses, das 1991 abgerissen wurde, vier Häuser mit hochwertigen barrierefreien Wohnungen. Zwei Häuser sind bereits fertiggestellt, das dritte – das Haus der NRD – entsteht gerade. Das gesamte Bauprojekt direkt an der alten Stadtmauer heißt „Altstadt-Quartier“ und soll Menschen ab 55 ein Leben im Zentrum der Stadt ermöglichen, in der Nähe von Geschäften, Arztpraxen und Apotheken mit der Option, im Alter so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu leben.

Dieses Konzept entspricht den Zielen der NRD, die vor über zehn Jahren begonnen hat, all die Wohnangebote für Menschen mit Behinderung, die zuvor auf dem Heimgelände in Mühltal konzentriert waren, in zeitgemäßer Form in vielen Städten und Gemeinden Südhessens anzubieten: in familiären Wohnformen statt Wohngruppen, mittendrin statt in einer Sonderwelt. Die NRD entspricht damit den Wünschen von Menschen mit Behinderung nach Integration und Selbstbestimmung und setzt zugleich die UN-Behindertenrechtskonvention um, die im Jahr 2009 ratifiziert wurde. Sie spricht Menschen mit und ohne Behinderung gleiches Recht auf Bildung, Arbeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu.

Menschen aus Babenhausen und Umgebung haben bislang nur die Möglichkeit, fern von ihrem Wohnort und ihren familiären und sozialen Bezügen zu leben, wenn sie aufgrund ihrer Behinderung einen stationären Wohnplatz brauchen. Dies wird sich mit dem neuen Angebot in Babenhausen ändern. Die 17 Wohnplätze – verteilt auf sieben Wohnungen in vier Etagen – stehen als Ersatz für Wohnheimplätze der NRD zur Verfügung, die in Mühltal und Dieburg aufgelöst werden. Aber auch für Menschen in Babenhausen und Umgebung, die noch zu Hause leben und auf ein passendes Angebot in der Nähe warten.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Das vom Unternehmen May gebaute Haus, das in etwas mehr als einem Jahr an den Mieter NRD vergeben wird, soll einen pyramidenförmigen Aufbau haben. Die Flächengröße der einzelnen Geschosse verkleinert sich von Stockwerk zu Stockwerk nach oben, sodass neben etlichen Balkonen auch mehrere Dachterrassen entstehen. Alle Wohnungen sind rollstuhlgerecht ausgestattet und über einen Aufzug erreichbar. Die Wohnungen sind aufgeteilt in zwei Wohngemeinschaften für vier Personen, vier für zwei Personen sowie ein Einzel-Apartment. Im Erdgeschoss wird es Räume für eine Senioren-Tagesbetreuung geben, das auch von Senioren mit Behinderung genutzt werden kann, die nicht im Haus wohnen. Im zweiten Obergeschoss soll ein Gemeinschaftsbereich entstehen, der von allen im Haus genutzt werden kann.

Der zukünftige Standort Babenhausen ist Teil des NRD-Regionalverbundes Odenwald/Bergstraße mit stationären und ambulanten Angeboten in Ober-Ramstadt, Reinheim, Groß-Bieberau, Groß-Zimmern, Bensheim, Lampertheim und Erbach. J lahe

Quelle: op-online.de

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