„Mobile Hilfe“ bittet um Spenden

Hebamme Sophia Knauf: Erlebnisse auf Madagaskar

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Alles rund um die Gesundheit von Babys – damit auch Impfungen und Gewichtskontrollen – gehörten zu den Aufgaben von Sophia Knauf bei ihrem dreimonatigen Aufenthalt als Hebamme auf Madagaskar. Jetzt hat sie in einem Vortrag über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichtet.

Babenhausen/Dieburg - Madagaskar, der zweitgrößte Inselstaat der Erde, ist eines der ärmsten Länder, und die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern ist hoch. Über ihre Eindrücke berichtete Hebamme Sophia Knauf, die für den Babenhäuser Verein „Mobile-Hilfe-Madagaskar“ dort tätig war. Von Stephanie Stiefler 

Mit dem madegassischen „Tonga soa“, also „Herzlich willkommen“, begrüßte die Dieburgerin Sophia Knauf zahlreiche Besucher zu einem Bilder-Vortrag über ihren Aufenthalt auf Madagaskar. Im kleinen Dorf Ambovo, unweit der madegassischen Hauptstadt Antananarivo, arbeitete sie drei Monate lang ehrenamtlich in der Krankenstation als Hebamme.

„Im Herbst des letzten Jahres beendete ich meine Ausbildung zur Hebamme. Kurz darauf ging dann der Flug nach Madagaskar, wo ich für den Verein ,Mobile-Hilfe-Madagaskar‘ (MHM) tätig war“, erfuhren die Gäste im Pater-Delp-Haus, die dem Vortrag interessiert folgten. „Madagaskar ist der zweitgrößte Inselstaat der Erde, aber auch eines der ärmsten Länder der Welt. Die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern ist sehr hoch“, so die 23-jährige Hebamme bei ihrem Vortrag. „Unter anderem dagegen kämpft die MHM an!“

Gegründet wurde die „Mobile-Hilfe-Madagaskar“ von der gebürtigen Pflaumheimerin Tanja Hock, seinen Sitz hat der Verein in Babenhausen. Die Hilfsorganisation engagiert sich seit 2009 für die Verbesserung der medizinischen Versorgung der madegassischen Bevölkerung. Sie betreibt die Krankenstation mit Geburtshilfe, ein Hebammen- sowie ein Zahnarztmobil und einen Rettungswagen. Sehr entlegene Gegenden erreichen die Helfer mit einem Ultraleichtflugzeug. Auch Einsätze von deutschen OP-Teams, die kostenlose Operationen anbieten, gibt es regelmäßig. „Außerdem engagiert sich MHM in der medizinischen Fortbildung sowie in der christlichen Sozialarbeit“, erläutert Knauf. Die Finanzierung geschieht ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Neben der Schwangerenvorsorge, Impfungen, Familienplanung, Wochenbett- und Gewichtskontrollen gehörte natürlich die Geburtsbegleitung zu jeder Tages- und Nachtzeit zum Arbeitsgebiet von Knauf. „Besonders die Begegnungen mit Kindern, die zum Haltepunkt des Hebammenmobils kommen, dem so genannten Kids Club, waren eine der schönsten Erfahrungen für mich. Viele diese Kinder leben unter der absoluten Armutsgrenze – sie wohnen zum Beispiel in Bretterverschlägen unter einer Treppe. Eine Umarmung, ein Lächeln ist so wertvoll für sie“, erinnert sich Knauf. „Besonders die Begegnung mit einem kleinen Straßenjungen, der ein winziges Stück Seife wie einen Schatz vorsichtig aus einer Folie auswickelte und mir dieses hinhielt, damit ich daran rieche – das ist eine Szene, die mir sehr in Erinnerung blieb. Ein Stück Seife, für uns das normalste der Welt – und dort ein Schatz!“

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Die junge Hebamme hat ihren Teil dazu beigetragen, die Not auf der Insel im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas ein klein wenig zu lindern. Und sie wird weiter machen, ihre nächste Reise dorthin ist schon in Planung. Knauf erläutert begeistert: „Während meiner Zeit auf Madagaskar habe ich viele Menschen sehr in mein Herz geschlossen. Sie haben mir das Gefühl gegeben, weiterhin vor Ort gebraucht zu werden. Dort kann man mit wenigen Mitteln viel bewegen.“ Und dabei strahlt sie so, dass man ihre Vorfreude auf ein Wiedersehen mit diesen Menschen regelrecht sehen kann.

Am Montag, 23. April, wird Sophia Knauf um 20 Uhr erneut im Dieburger Pater-Delp-Haus, Steinstraße 5, ihren Bilder-Vortrag zeigen und um Unterstützung bitten.

Quelle: op-online.de

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