Heimatverein nähert sich großem Ziel

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HGV legt an Mitgliedern zu und blickt gespannt der Eröffnung des Museums entgegen. Die Babenhäuserin Elisabeth Groll las aus ihrer Schrift vor, die sich mit der Kindheit im und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Im Februar soll es als Buch erscheinen.

Babenhausen  - Der Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen  legt an Mitgliedern zu und blickt gespannt der Eröffnung des Museums entgegen. Von Fabian Sell 

Die Renovierungsarbeiten am Territorialmuseum in der Amtsgasse sind abgeschlossen, der Verein wuchs um zehn auf 300 Mitglieder an, und die Veranstaltungen wurden gut besucht: Auf ein ereignisreiches Jahr blickt der Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen (HGV) zurück. Wie der Vorsitzende Reinhard Rupprecht beim Neujahrsbrunch in der Stadtmühle sagte, sei der HGV mit seinen Aktivitäten 2013 zufrieden. Die Mitglieder hätten viel unternommen. Sorgen macht dem Vereinsvorsitzenden lediglich die Altersstruktur des HGV; viele Mitglieder sind bereits über 65 Jahre alt. Junge Interessenten sind daher sehr willkommen.

Im Territorialmuseum laufen indes noch die Einrichtungsarbeiten. Auch auf der politischen Ebene geht es voran: Zum Betrieb des Museums gibt es für Stadt, Aumann-Stiftung und HGV jeweils zwei Partner, die ihre Kooperation in Einzelverträgen festlegen. Der Magistrat hat beide Verträge nun beschlossen. In der nächsten Sitzung der Stadtverordneten wird dazu ein formaler Grundsatzbeschluss zur Förderung der Einrichtungen vorgelegt.

Vorstandswahl im März

Einmal ein Museum zu betreiben ist seit der Gründung 1980 ein großes Ziel des HGV. Dieses rückt nun näher. Die Eröffnung ist für März vorgesehen. Der HGV plant, das Museum jedes Wochenende fünf Stunden zu öffnen. Zwei Stunden sollen davon auf den Samstag und drei Stunden auf den Sonntag fallen. In dieser Zeit werden ehrenamtliche Kräfte anwesend sein. Um die Freiwilligen auf ihre Aufgaben vorzubereiten, hat der HGV bereits mehrere Helfertreffen veranstaltet. Das nächste ist am 17. Januar um 18 Uhr im Museum. Interessenten dürfen gerne teilnehmen, denn ehrenamtliche Helfer werden weiterhin gesucht. Eine Vereinsmitgliedschaft ist dafür nicht erforderlich.

Im neuen Jahr stehen wiederum zahlreiche Aktivitäten auf den Programm. So etwa ein Vortrag von Walter Kutscher über Gegenwart und Vergangenheit des Babenhäuser Bahnhofs. Die Veranstaltung findet am 24. Januar um 19 Uhr im Bürgerzentrum Stadtmühle statt. Als weiteren Höhepunkt hebt Rupprecht die Tagesfahrt zur Münzenburg und nach Bruchenbrücken hervor. Die Exkursion am 29. Juni steht unter dem Motto „Auf den Spuren von Erasmus Alberus“. Vorbereitend gibt es am 13. Juni einen Einführungsvortrag im Museum.

Auf der Jahreshauptversammlung im März wird zudem ein neuer Vorstand gewählt. Reinhard Rupprecht, erster Vorsitzender, und Ine Reichart, zweite Vorsitzende, kündigten an, ihr Amt aus privaten Gründen niederzulegen. Kassenwart Ernst Johann Schnatze und Schriftführer Georg Wittenberger stellen sich wieder zur Wahl.

Bilder sagen mehr als Worte

Der Neujahrsbrunch war gut besucht. Vor Ort war auch die baldige Debütautorin Elisabeth Groll. Die Altbabenhäuserin – ihr Stammbaum geht bis zum Jahr 1648 zurück – las aus ihrem Buch „Kinderjahre in Babenhausen – 1936 bis 1951 – Bomben-Bunker und Buttercremetorte“, das voraussichtlich im Februar erscheint. Mit ihrem 130-seitigen Werk möchte sie in einfachen Worten beschreiben, wie sie die Zeit während und nach dem Krieg erlebt hat. Geschrieben hat sie die Kurzgeschichtensammlung für ihre Kinder, Enkel und Urenkel („Damit sie wissen, wie es damals war“). Und da „Bilder mehr sagen als tausend Worte“, hat die 78-Jährige ihre Geschichten um Fotos und eigens gemalte Bilder ergänzt.

Wie Groll betonte, hatte sie anfänglich eine schöne Kindheit, doch das änderte sich 1941. So beschreibt sie in „Krieg“, wie sie aufgrund des häufigen Fliegeralarms in dem hauseigenen Luftschutzkeller sein musste. In „Chaos hoch drei“ geht es hingegen um die Zeit der Entbehrungen, die nach dem Krieg auch in Babenhausen einsetzte. Groll erinnert sich: „Damit die Schüler wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag bekamen, richtete man in der Spitalschule eine Stelle ein, wo sie einen Schlag Suppe oder Eintopf holen konnten.“

Auch die Celluloidwarenfabrik Babenhausen kommt in Grolls Werk vor; sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater haben in der für Babenhausen bedeutsamen Firma gearbeitet. Die Auszüge, die Groll am Neujahrsbrunch des Heimat- und Geschichtsvereins vorlas, kamen beim Publikum sehr gut an. „Wunderschön. Man könnte sich wiederfinden, es war richtig authentisch“, lautete das Lob von vielen.

Quelle: op-online.de

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