Sonderschau im Territorialmuseum

Feine Feder für filigranes Fachwerk

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Zur Ausstellungseröffnung erklärte Helmut Pfau den Gästen seine Kunst und die angewandte Technik.

Babenhausen - Bilder steigen in Bewunderung und Wertschätzung, wenn sie etwas zeitloses aufweisen. Von Michael Just 

Doch wie bringt man Zeitlosigkeit ins Bild? In der Ausstellung des Babenhäuser Zeichners Helmut Pfau, die am Samstagnachmittag im Territorialmuseum eröffnet wurde, gab es darauf eine Antwort. „Ich lasse Autos, Straßenschilder oder die Antennen auf Häusern einfach weg“, sagt der Informatiker. Helmut Pfau kommt ursprünglich aus Waiblingen, wohnt aber schon seit über 20 Jahren in Babenhausen. Künstlerisch betätigt sich der 57-Jährige schon eine lange Zeit seines Lebens. Tusche bestimmt seine Schaffenskraft seit 15 Jahren. „Irgendwann fängt man an, Motive aus der Umgebung zu wählen“, erzählt er. Die große Zahl von Ansichten aus der Babenhäuser Altstadt, in denen Fachwerk in den Mittelpunkt rückt, bewogen den Heimat- und Geschichtsverein (HGV), die Ausstellung zu initiieren. Mit „Fachwerk in Babenhausen“ ist sie auch überschrieben.

HGV-Vorstandsmitglied Georg Wittenberger eröffnete die Sonderschau. An ihn ging die Frage, ob die Werke von Pfau eine historische Bedeutung vereinen. „Ja und nein“, antwortete Wittenberger. Mit dem Strich eines Albrecht Dürers ließen sie sich selbstverständlich nicht vergleichen. Aber: „Da den Ansichten eine Jahreszahl und ein fester Zeitpunkt zugrunde liegt, kommt ihnen schon eine gewisse historische Komponente zu.“ Die Veränderungen der Zeit macht der Künstler an einem Haus in der Amtsgasse besonders offenkundig: So malte er das Territorialmuseum vor und nach der Sanierung.

17 Werke umfasst die Ausstellung, die von feinster Strichtechnik geprägt sind. „Ich hätte 100 beisteuern können“, äußerte Pfau, der auf eine Gesamtwerk von 200 Zeichnungen blickt. Denen liegt zumeist eine Fotografie zugrunde. Die Zeichnung verlangt dann acht bis zehn Stunden. Im Urlaub, wie etwa in Frankreich oder im Oman, hat der Künstler ebenfalls schon zum Stift gegriffen. Dass sich die dortigen Farb- und Lichtspiele mit Tusche nur schwer einfangen lassen, stört Pfau nicht. „Farbe ist nicht mein Metier“, erklärt er. Seine Begeisterung trete durch schöne Grautöne hervor. Die Tusche bezeichnet er als eine „dankbare Technik“, auch weil sie schnell trocknet. Alternativ käme für Pfau noch der Bleistift in Frage. Allerdings habe der den Nachteil des leichten Verwischens.

Für den Wahl-Babenhäuser ist es eine seiner ersten Ausstellungen. Manche Gelegenheiten lässt Pfau bewusst aus. Wie er moniert, gehe es bei einigen Hobbykünstlerausstellungen oft nur ums Verkaufen. „Meine Bilder sind aber unverkäuflich“, sagt er. Eine Verbindung von Hobby und Kommerz lehnt er ab. Zur Ausstellungseröffnung kam Bruder Bernd Pfau aus dem Schwäbischen angereist. Der Architekt gewinnt dem Hobby seines Bruders viel ab, da in seinem Beruf perspektivische Darstellungen eine große Rolle spielen. Wie er verrät, spiegelt sich in der Kunst des Bruders auch ein wenig dessen Charakter: „Er zeichnet mit einer 0,25 Millimeter-Feder. Sie gilt als sehr präzise und ehrlich, da sich gemachte Fehler kaum noch korrigieren lassen.“ Die Ausstellung ist bis Ende Mai im Territoralmuseums zu sehen.

Quelle: op-online.de

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