Viele Helfer im Kampf gegen den Müll

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Ob Elektroschrott, Autoreifen oder ein Einkaufstrolly: Beim Herbstputz holen Freiwillige jede Menge Unrat aus Feld und Flur.

Babenhausen - Bauhofmitarbeiter Dieter Konefal steigt in sein Fahrzeug, um an verschiedenen Sammelpunkten die von den freiwilligen Helfern abgestellten Müllsäcke und anderen Abfall abzuholen und zum städtischen Bauhof zu fahren. Von Petra Grimm

Hier steht ein 30 Kubikmeter großer Container bereit für den Müll, der bei der kreisweiten Aktion „Herbstputz“ auch in Babenhausen wieder aus der Landschaft geholt wird. Sondermüll, Metall und Elektroschrott wird aussortiert, der restliche brennbare Müll wandert in den Container.

Insgesamt sechs Bauhofmitarbeiter und vier städtische Angestellte sind bei der Aktion im Einsatz, außerdem wieder zahlreiche kleine und große Bürger. „Rund 110 Erwachsene und 120 Kinder aus 18 Vereinen aller Babenhäuser Ortsteile sind angemeldet. Die Bachwiesenschule in Hergershausen hat bereits am Freitag gesammelt“, sagte Kirsten Nissen vom Steueramt, bei dem die Organisation lag.

Bauhofmitarbeiterin Elke Blümler zeigt eine große Karte, auf der die Einteilung der Sammelgebiete zu sehen ist. Mit Handschuhen und Müllsäcken ausgerüstet waren Reiter, Geflügelzüchter, Pfadfinder, Kleine Strolche und jede Menge andere Gruppen am Samstagvormittag in der Feldgemarkung, an Bachläufen und Waldrändern unterwegs, um das einzusammeln, was verantwortungslose Zeitgenossen einfach in die Pampa werfen. „Immer Handschuhe anziehen. Das ist ganz wichtig, denn man weiß nie, was einen erwartet“, sagt Konefal, während er die Müllsäcke der von der städtischen Kinder- und Jugendförderung mobilisierten jungen Leute im Erloch einsammelt. Hier ist neben gemischtem Hausmüll, Stoffen und Blechdosen auch ein Einkaufstrolly dabei.

Schnapsflaschen am Grillplatz

Es gibt eigentlich nichts, was man nicht findet bei der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion. Die Handballer der SG Rot-Weiss, die gegen Mittag zum Bauhof zurückkehren, um sich mit den von der Stadt spendierten Würsten und von der Michelsbräu gespendeten Getränken zu stärken, berichten von Autoreifen, die sie in der Lache entdeckt haben. Die haben die Bauhofmitarbeiter, wie andere größere Objekte, dann am Montag abgeholt. Nach seinem ersten Stopp im Erloch fährt Dieter Konefal, der seit 1999 beim Bauhof angestellt und eigentlich für die Friedhöfe der Stadtteile zuständig ist, weiter zu einem Sammelpunkt am Radweg Richtung Dudenhofen. Hier muss er unter anderem einen alten Sessel aufladen. Dabei wird der Sperrmüll im Landkreis ja kostenlos vom ZAW abgeholt. Trotzdem ziehen manche die wilde Entsorgung vor.

Am Grillplatz im Wald findet er hauptsächlich Schnapsflaschen. „Hier ist es mit dem Müll etwas besser geworden. Früher haben wir hier ganze Haushaltsauflösungen gefunden“, erzählt er. Wie beispielsweise der Parkplatz im Wald an der B 26 gehört der Grillplatz zu den kritischen Plätzen, die die Bauhofmitarbeiter während des ganzen Jahres einmal wöchentlich anfahren, um wilden Müll einzusammeln.

Einige freiwillige Sammler, die sich zum Imbiss am Bauhof treffen, haben den Eindruck, dass inzwischen weniger Müll in der Landschaft liegt. Das bestätigt die Erfahrung von Kirsten Nissen: „In den letzten zehn Jahren ist die Müllmenge, die bei der Aktion gesammelt wird, erfreulicherweise eher abnehmend.“ Was allerdings zunehme, sei der industrielle Abfall, den Firmen illegal in der Landschaft entsorgen, so die Bauhofmitarbeiter.

Quelle: op-online.de

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