Jahreshauptversammlung

Neue Feuerwache bleibt Idee - Gerätehäuser in beklagenswertem Zustand

Bürgermeister Knoke (hinten) gratulierte (von links) dem neuen Jugendwart Florian Wadephul, Schriftführer Jan Belzner, stellvertretendem Vereinsvorsitzenden Martin Heltzel und Beisitzer im Wehrausschuss, Daniel Kunkel. 
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Bürgermeister Knoke (hinten) gratulierte (von links) dem neuen Jugendwart Florian Wadephul, Schriftführer Jan Belzner, stellvertretendem Vereinsvorsitzenden Martin Heltzel und Beisitzer im Wehrausschuss, Daniel Kunkel. 

Die Gerätehäuser der Hergershäuser Feuerwehr sind in beklagenswertem Zustand. Eine neue Feuerwache bleibt nur eine Idee.

Hergershausen – 370 Mitglieder hat der Feuerwehrverein in Hergershausen. Die Tendenz ist leicht steigend, sagte der Vorsitzende Thomas Kolb, der zur allgemeinen Überraschung, auch seiner, den schriftlich verfassten Rücktritt seines Stellvertreters Marcel Paul bei der Jahreshauptversammlung der Stadtteilwehr vorlesen musste. So galt es nicht nur – wie geplant – in einer Ergänzungswahl einen neuen Jugendfeuerwehrwart zu wählen, sondern auch einen zweiten Vorsitzenden. Das gelang spontan, denn Martin Heltzel erklärte sich nach gutem Zureden bereit, dieses Amt zu übernehmen.

Der Wechsel an der Spitze der Jugendfeuerwehr (wir berichteten) war angekündigt und vorbereitet. Zum neuen Jugendwart wurde nach dem Ausscheiden von Daniel Kunkel, der die Nachwuchsabteilung zehn Jahre geleitet hat, Florian Wadephul gewählt. Da Wadephul vorher Schriftführer im Vereinsvorstand war, musste dieses Amt neu besetzt werden. Jan Belzner wird es übernehmen. Zum neuen Beisitzer im Wehrausschuss wurde Daniel Kunkel gewählt.

In der Einsatzabteilung des größten Stadtteils sind 36 ehrenamtliche Feuerwehrleute, darunter zwei Frauen, aktiv. Sieben Mitglieder zählt die Ehren- und Altersabteilung, 20 die Jugendfeuerwehr und 15 die Kinderfeuerwehr. Über die Einsätze informierte der stellvertretende Wehrführer Tobias Schindler. So mussten die Aktiven im zurückliegenden Jahr zu vier Brandeinsätzen, elf technischen Hilfeleistungen, zwei Fehlalarmen und zwei Brandsicherheitsdiensten ausrücken. Drei Termine Brandschutzerziehung mit den Kita-Kindern und den Grundschülern wurden geleistet. Außerdem wurden die Martinsumzüge und der Kerbumzug abgesichert. „Dazu kommen noch etwa 1500 Stunden Ausbildungstätigkeit. Somit stehen wieder fast 2300 Stunden auf unserer Habenseite“, sagte Schindler.

Beförderungen nahm Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger vor: Tobias Schindler ist jetzt Oberlöschmeister und Oliver Held Feuerwehrmann (von links).

Zum Zukunftsprojekt, der Errichtung einer Feuerwache „Babenhausen-West“ zwischen Hergershausen und Sickenhofen und der Zusammenlegung der Einsatzabteilungen der beiden Stadtteile, gebe es leider keine Neuigkeiten zu vermelden, sagte Schindler, was Bürgermeister Joachim Knoke bei seiner Ansprache bestätigte. Es bleibt wohl vorläufig bei der Idee, für die allerdings viele Synergie-Effekte sprechen. Sowohl personell, Stichwort Tagesalarmstärke, als auch mit Blick auf die in die Jahre gekommenen Feuerwehrhäuser in den beiden benachbarten Stadtteilen sei das Projekt sinnvoll, so Knoke. Im Moment habe man in der Stadt allerdings andere finanzielle Baustellen, sagte er und nannte beispielsweise die Kinderbetreuung.

Über die schwierige Situation in den bestehenden Gerätehäusern klagte Schindler in seinem Bericht: „Die Bausubstanz der Gerätehäuser hat sich nicht verbessert und die sicherheitstechnischen Standards sind auch weiterhin nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Es fehlt beispielsweise eine Absauganlage in der Fahrzeughalle in der sich zwei dieselbetriebene Fahrzeuge befinden, außerdem sind die Größe der Umkleiden der Jugendfeuerwehr/Kinderfeuerwehren aber auch die der Einsatzabteilung schon lange nicht mehr akzeptabel. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden.“

Aber es gebe auch Freudiges zu berichten, so der stellvertretende Wehrführer: „Vom Förderverein wurde die Einsatzabteilung durch zahlreiche Beschaffungen wirksam unterstützt. Für alle Einsatzkräfte wurden Helmlampen beschafft, um auch bei dunklen Einsatzstellen optimal und noch sicherer arbeiten zu können. Eine weitere Anschaffung war eine Wärmebildkamera, welche bereits seit längerem Stand der Technik ist und nun auch von den Hergershäusern Einsatzkräfte im Erstangriff eingesetzt werden kann. Des Weiteren wurden Trainingsanzüge beschafft, um den Einsatzkräften die Möglichkeit zu geben, sich nach schweißtreibenden Atemschutzeinsätzen etwas trockenes anzuziehen. Mein Dank geht hierbei insbesondere an Mirco Heil, der als Gerätewart die Beschaffungen so aktiv unterstützte.“

Ihren Dank und Lob für die Wehr überbrachten auch Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm und Osrtvorsteher Horst Grimm. Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger beförderte Oliver Held zum Feuerwehrmann und Tobias Schindler zum Oberlöschmeister.

VON PETRA GRIMM

Quelle: op-online.de

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