Hergershausen und Sickenhofen

In Hallen dürfen wieder Großveranstaltungen stattfinden

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Die Friedel-Wiesinger-Halle in Sickenhofen bekommt einen zweiten Fluchtweg.

Babenhausen - Die Hergershäuser Kerb ist gerettet! Das beliebte Heimatfest kann Ende Oktober in vollem Umfang gefeiert werden.

Am Donnerstagabend entschied das Stadtparlament mehrheitlich, das Bürgerhaus in Hergershausen und die Friedel-Wiesinger-Halle in Sickenhofen unter Auflagen auch für mehr als 199 Besucher zu öffnen. Ende Februar diesen Jahres wurden beide Dorfgemeinschaftshäuser auf Antrag der Freien Wähler (FWB) geschlossen. Grund: Wegen erheblicher brandschutztechnischer Mängel bestehe „Gefahr für Leib und Leben“, begründete FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil damals den Antrag.

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Der radikale Beschluss wurde später aufgeweicht, bis zu 50 ortskundigen Menschen der Einlass in die betagten Hallen gewährt, die brandschutztechnische Ertüchtigung durch den Magistrat in straffem Tempo angegangen – wenngleich die Baumaßnahmen noch ausstehen. Dennoch: In beiden Ortsteilen hagelte es Kritik – etliche Anträge aus Vereinen für größere Veranstaltungen liegen den Stadtvätern vor. „Wir als Stadt werden an den Pranger gestellt!“, beschrieb Erster Stadtrat Reinhard Rupprecht (CDU) das Unverständnis in vielen Vereinen, die zur Fastnachts- und Weihnachtszeit Veranstaltungen mit 300 bis 400 Besuchern durchführen möchten.

Als nun am Donnerstagabend in der Langstädter Markwaldhalle ein Magistratsvorschlag zur Abstimmung stand, beide Hallen mit Einzelgenehmigung und unter Auflagen auch für größere Feste zu öffnen, ging lediglich die FWB diesen Weg geschlossen nicht mit. FDP und Grüne votierten für eine Hallenöffnung, in der SPD überwog das Ja bei drei Enthaltungen. Die CDU: Zerrissen zwischen Bedenken, Redebedarf und einer Wiederöffnung der Hallen ohne personelle Obergrenze. Unionsfraktionschef Stephan Sawallich plädierte für eine Obergrenze von 199 Besuchern, Parteikollege Friedel Sahm, zugleich Sickenhofens Ortsbeiratsvorsitzender, wollte vertagen und die Beschlussvorlage fachlich überarbeiten. Hergershausens Ortsvorsteher Horst Grimm (CDU) hielt dagegen: „Was machen wir an Kerb, wenn 300 Leute vor der Tür stehen? Die Feuerwehr war bereits der Buhmann und musste bei Veranstaltungen dem 200. Gast den Eintritt verweigern!“

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Mit 21 Ja-Stimmen wurde nun beschlossen: „Der Magistrat wird ermächtigt durch Einzelgenehmigungen die Personenzahl für größere Veranstaltungen zu erhöhen. Die Genehmigung wird nur unter Einhaltung von Auflagen, die der Art und Größe der Veranstaltung angemessen sein müssen, erteilt.“

„Den Schwarzen Peter hat jetzt der Magistrat“, kommentierte Stadtverordnetenvorsteher Sahm das Abstimmungsergebnis, das nach kontroverser Diskussion, einer Sitzungsunterbrechung und einem modifizierten Magistratsantrag zu später Stunde zustande kam. „Der Magistrat haftet für die Sicherheit in den Hallen“, dies seien die formal-juristischen Fakten, gleich wie viele Menschen im Ernstfall zu Schaden kommen, machte Erster Stadtrat Rupprecht deutlich. „Wir vertrauen ihnen!“, sagte Manfred Willand, „wir als FDP waren von Anfang für die Offenhaltung der Hallen.“ (zah)

Quelle: op-online.de

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