Hip-Hop und Stuhlgymnastik

Gesundheitsmesse versucht alle Generationen anzusprechen  

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Handbiker Vico Merklein beantwortete auf der Gesundheitsmesse nicht nur viele Fragen, sondern hatte auch seine Gold- und Bronzemedaille von den Paralympics in Rio mit dabei.

Babenhausen - „Vorbeugen ist besser als Heilen“ sagt der Volksmund. Dem wichtigen Thema Prävention, also der Frage, was ich selbst tun kann, um gesund zu bleiben, widmete sich die Gesundheitsmesse in der Stadthalle. Von Petra Grimm 

Die Gold- und die Bronzemedaille, die der Langstädter Handbiker Vico Merklein bei den Paralympics in Rio vergangenes Jahr beim Straßenrennen und beim Zeitfahren erkämpft hatte, wollten einige Leute in der Stadthalle gerne mal in der Hand halten. „Schwerer als erwartet“, so das Urteil der meisten. Die Möglichkeit, mit dem erfolgreichen Radsportler, der seit einem Motorradunfall vor 20 Jahren im Rollstuhl sitzt, einmal zu sprechen und ihm „Löcher in den Bauch“ zu fragen, war einer der Höhepunkte bei der zweitägigen Gesundheitsmesse. Auch der Kickbox-Weltmeister Milan Kadic stand dem Publikum Rede und Antwort. Wobei Leistungssport, der wegen seiner starken Belastung ja meistens nicht wirklich gesund ist, nicht Schwerpunkt der Messe war. Aber es war für viele doch interessant zu hören, wie sich Sportler fit halten oder wie der Sport ihr Leben verändert hat.

Denn um die Frage, was ich selbst tun kann, damit es mir gut geht, drehte sich das umfangreiche Angebot an Vorträgen, Mitmach-Aktionen und Info-Ständen. Ärzte, Pädagogen, Psychologen und jede Menge qualifizierte Übungsleiter des Turnvereins sorgten mit ihrem geballten Fachwissen in Theorie und Praxis für neue Erkenntnisse und Erfahrungen bei den Besuchern.

Nachdem die erste große Gesundheitsmesse im Jahr 2015 und der kleinere Gesundheitstag mit seinem Schwerpunkt auf Diabetes im vergangenen Jahr eher älteres Publikum in die Stadthalle gelockt hatten, wollten die Veranstalter vom Gesundheitsforum und der Stadt in diesem Jahr mit dem Motto „Von 0 bis 100, aktiv und gesund durchs Leben“ gezielt alle Generationen ansprechen. „Wir versuchen mit dem diesjährigen Programm, auch junge Leute und Familien anzuziehen“, sagte Jessica Schumacher, stellvertretende Leiterin des städtischen Fachbereichs für Soziales und Familie, die zum Organisationsteam gehörte. Dem entsprechend war vom Hip-Hop Tanz über einen Workshop zur Balance von Arbeit und Freizeit bis zur Gymnastik, die man im Sitzen absolvieren kann, für jede Altersklasse etwas dabei.

Das informative und unterhaltsame Programm verlief entsprechend der Chronologie der verschiedenen Lebensabschnitte und startete mit Vorträgen über frühkindliche Entwicklung und Lernblockaden bei Schülern. Am Samstagnachmittag ging es dann um Burnout und Lebensbalance, in der Regel eher Themen der mittleren Generation, die beruflich und familiär oft besonders gefordert ist und bei solchen Veranstaltungen gerne mal „unter den Tisch fällt“. Am Sonntag drehte sich alles darum, „fit bis ins hohe Alter“ zu bleiben, wobei Bewegung eine zentrale Rolle spielt.

An den Ständen im großen Saal erhielten die Besucher vielfältige Informationen durch Mitarbeiter des Seniorenzentrums Bethesda und der K&S Seniorenresidenz, beim Gesundheitsinstitut von Diana Schäfer und der Naturheilpraxis Christina Junkers. Die Firma PS Cooperation präsentierte unter anderem einen Ganzkörperanzug, der durch elektrische Muskelstimulation Trainingserfolge verstärken soll. Um das Lösen von Lern- und Verhaltensblockaden bei Kindern durch Evolutionspädagogik ging es beim Vortrag und am Stand der Heilpraktikerin Stefanie Wenzel aus Dieburg. Die ASB-Kita Wichtelwald klärte über Zuckerfallen auf und informierte über ihr Konzept des zuckerfreien Vormittags in der Einrichtung. Der TVB stellte nicht nur jede Menge Referenten und Übungsleiter, er hatte auch einen Infostand aufgebaut und managte die Versorgung der Besucher mit Kaffee und Kuchen.

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Bürgermeister Joachim Knoke eröffnete die Veranstaltung, die die Stadt wieder gemeinsam mit dem seit 2014 bestehenden Gesundheitsforum auf die Beine gestellt hatte. Mit im Boot saß auch die Firma ASD Concepts, die für die Stadt an einem Konzept arbeitet, um die wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Bürger sicher zu stellen. Elke Kessler, ASD-Geschäftsführerin, betonte, dass mit dem Gesundheitsforum etwas sehr Besonderes in Babenhausen existiere, denn die Zusammenarbeit und regelmäßiger Austausch so vieler unterschiedlicher Akteure, darunter Ärzte, Apotheker, Seniorenheim-Betreiber, Therapeuten, Sportvereine und Fitnessstudios, sei vorbildhaft für andere Gemeinden.

Quelle: op-online.de

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