Historische Spurensuche im Haus

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Die Stuckdecken aus der Renaissance werden unterbrochen von Zwischenwänden, die derzeit datiert werden. Wie Dieter Aumann sagt, soll die eine oder andere verschwinden.

Babenhausen ‐ Wer die Räume in der Amtsgasse 32 betritt, ahnt, wie viel Arbeit noch auf die Männer vom Bau zukommt. Putz wurde abgeschlagen, versteckte Türen sind freigelegt, neuere Zwischenwände sind Teil des Gefüges aus alten Mauern; schwarzweiße Vermessungspunkte haften an ihnen. Von Stefan Scharkopf

Noch hat es keinen Eingriff in die Substanz gegeben. Doch was kann ohne weiteres verschwinden, weil historisch unbedeutend, und was muss unbedingt drin bleiben, weil es aus Sicht des Denkmalschutzes hohen Wert hat?

Bauunternehmer Dieter Aumann hatte das Gaylingsche Anwesen gekauft, um es in ein Museum zu verwandeln. Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV), dessen Mitglied auch Aumann ist, träumt seit etlichen Jahren davon, ein Heimatmuseum zu gründen. Jetzt wird der Traum Realität.

Das Gehöft besteht aus einem Haus und einem kleinen Nebengebäude. Die Immobilie ist zwar stark renovierungsbedürftig, hat aber „eine wunderbare Substanz“, sagt Aumann und deutet auf die alten Stuckdecken, die noch aus der Renaissance stammen. Das Haus war bis vor ein paar Jahren noch von einer amerikanischen Familie bewohnt und steht seitdem leer.

Vor 15 Jahren mit Ahnenforschung begonnen

Das Gebäude mit seinen drei Geschossen und zwei Kellergewölben fließt in eine Stiftung ein, die mittlerweile vom Finanzamt bestätigt und damit vollzogen ist. Sie trägt den Namen „Amtsgasse 32 in Babenhausen“. Zweck ist die Sanierung des Hauses und die Errichtung eines Museums für Territorialgeschichte. Im Vorstand der Stiftung sind neben Aumann selbst sein Sohn Markus, Georg Wittenberger vom HGV und Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Es gibt ein Kuratorium für alle, die sich noch engagieren wollen.

Zurzeit steht die bauhistorische Vermessung an, die knapp sechs Wochen dauert. Deren Ergebnisse fließen in die bauhistorische Bewertung ein - alles unter Anleitung von Kreisdenkmalschützerin Liane Mannhardt -, um für die Architekten die Grundlage zu schaffen für eine Nutzungsänderung und die späteren Pläne. So wird man denn auch erfahren, welche Zwischenwände noch herausgenommen werden können.

Vor 15 Jahren hat Aumann mit Ahnenforschung begonnen und diese Leidenschaft immer mehr mit der Heimat- und Territorialgeschichte Babenhausens verknüpft.

Einen Zeitplan für das Heimatmuseum gibt es nicht, weil sich die Akteure nicht unter Druck setzen wollen. Ist das Museum aber fertig, wird die Geschichte der Hanau-Lichtenberger sicher eine große Rolle spielen. Ebenso die Historie der heimischen Industrie, etwa der Cellba. Betrieben wird das Heimatmuseum von ehrenamtlichen HGV-Mitgliedern.

Quelle: op-online.de

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