Hoffnung auf größere Unterstützung

Babenhausen ‐ Seit zwei Jahren liegt die Betreuung der städtischen Kindereinrichtungen in den Händen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Das Ende der offiziellen Projektzeit nahm der ASB zum Anlass, die Vertreter der Stadt bei der jüngsten Sozial- Umwelt- und Kulturausschusssitzung über die Entwicklung zu informieren. Von Jörn Polzin

Martina Barz, zuständig für die Kinderbetreuungseinrichtungen beim ASB, erläuterte die umfangreichen Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen der vergangenen beiden Jahre. Claudia Rothenstein skizzierte das für die Betreuungseinrichtungen eingeführte Qualitätsmanagement, während ASB-Geschäftsführer Harald Finsel die finanziellen Aspekte der Trägerschaft beleuchtete.

Die lange Liste der Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für das pädagogische Personal sei von gesetzlichen Änderungen sowie von den vom ASB gewünschten Qualitätsstandards in den Kindergärten veranlasst und finanziell getragen worden, erläuterte Martina Barz.

Das der Investitionsstau in den Kinderbetreuungseinrichtungen inzwischen langsam abgearbeitet werde, konnte Harald Finsel an den Ausbau- und Umbaumaßnahmen in den Kindergärten Danziger Straße und Sickenhofen zeigen. Demnächst soll das Augenmerk auf den Kindergarten in der Ludwigstraße gelegt werden.

Positiv für die Stadt Babenhausen, die sieben Kindergärten und Kindertagesstätten mit rund 2,4 Millionen Euro pro Jahr finanziert, sei die Stabilisierung der Personalkosten. Durch Verbesserungen in der Organisation und des Personaleinsatzes könne man derzeit bei gleicher Mitarbeiterinnenzahl im pädagogischen Bereich ein erweitertes Angebot, wie die U-3-Betreuung, in der Gesamtstadt anbieten.

Präsentation des ASB

Dennoch gebe es für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren bis 2013 einen Bedarf von etwa 30 zusätzlichen Plätzen. „Dass der ASB hier zielstrebig an der Deckung dieses Bedarfs arbeitet, ist ebenso positiv wie die Überlegungen, wie man künftig allen Kindern ein kostenloses Mittagessen zur Verfügung stellen kann und somit kein Kind mehr aus finanziellen Gründen von diesem Angebot ausgeschlossen wird“, stellte der Vorsitzende des Sozial-, Umwelt- und Kulturausschusses Ralf Guinet (Grüne) fest. Deutlich wurde in der Präsentation des ASB, dass der Deckungsgrad durch Elternbeiträge und Zuschüsse für die Kindergärten in Babenhausen gerade einmal rund 27 Prozent beträgt.

Tatsache ist eben, dass die Betreuungsgarantien von Land und Bund immer weiter ausgebaut werden und Babenhausen im Ausbau der U-3-Angebote an der Spitze des Kreises liegt, aber unsere Investitionen und Kosten nicht annähernd durch entsprechende Zuschüsse aufgefangen werden“, erklärt Guinet. Zwar habe der ASB als gemeinnütziger Träger im Gegensatz zur Stadt bessere Möglichkeiten an Fördermittel zu kommen und könne auch bei Bauaufträgen freier verhandeln, aber dennoch trage die Stadt große finanziellen Lasten.

Wir haben uns in Babenhausen bewusst dafür entschieden, sowohl die Qualität als auch das Betreuungsangebot in der Gesamtstadt zu verbessern, allerdings würden wir uns von Kreis, Land und Bund auch eine stärkere finanzielle Unterstützung unseres Engagements wünschen“, so Guinet weiter.

Die Übergabe der Trägerschaft für die Betreuungseinrichtungen an den ASB sei eine richtige, aber auch mutige Entscheidung der Stadt gewesen. Im Laufe der Präsentation sei deutlich geworden, dass noch ein gutes Stück Arbeit und Engagement notwendig ist, um die anspruchsvollen Ziele für die Kinderbetreuung der Stadt umzusetzen.

Quelle: op-online.de

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