Hengst Pluto auf dem Hofgut Fortuna

Mit Orlando Bloom vor der Kamera 

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Knabstrupperhengs Pluto ist zurzeit der Stargast auf dem Hofgut Fortuna.

Harreshausen - Im besten Alter sind Pferde mit acht Jahren, weshalb ein Vierbeiner mit 18 Lenzen auf dem Buckel als im fortgeschrittenen Alter gilt. Bei Pluto macht das alles nichts, denn er ist ein Pferdestar. Von Michael Just

Das zeigte er am Wochenende beim ersten Babenhäuser Ritterturnier, bei dem er die Zuschauer mit seinen einmaligen Einlagen zum Staunen, Lachen und zu begeistertem Beifall brachte. Noch mehr wirkt aber Plutos Rolle am Set einer Hollywood-Produktion nach: In der Neuauflage des Kinohits „Die drei Musketiere“ (Erscheinungsjahr 2011) spielte er als Butterblume den Gefährten D’Artagnans.

„Ich habe selten so ein intelligentes Pferd gesehen. Dazu ist es gutmütig, vom Charakter ehrlich und unheimlich auf Menschen bezogen“, sagt Klaudia Skodnik vom Harreshäuser Hofgut Fortuna, die das Ritterturnier federführend mitorganisiert hat. Sie muss es wissen, denn der markante Schimmel mit den schwarzen Punkten steht diese Woche bei ihr auf dem Hof zu einem kleinen Wellnessurlaub.

Besitzer Siegfried Scherer hat ihn ein paar Tage dagelassen, um seinem Hengst Gutes zu tun. Die Pferde-Chiropraktikerin wird Pluto durchkneten, um die Muskulatur aufzulockern, die Wirbel zu mobilisieren und Akupunktur darf auch nicht fehlen.

Mit Weltstars wie Orlando Bloom vor der Kamera

Auf dem Hofgut mit seinen 90 Pferden wissen nur die wenigsten Reiter, dass dieser Gast, der am liebsten Karotten frisst, schon mit den US-Schauspielern Matthew Macfadyen (Athos), Luke Evans (Aramis), Logan Lerman (D’Artagnan) sowie Orlando Bloom, Milla Jovovich und dem Oscar-Gewinner Christoph Waltz (Kardinal Richelieu) vor der Kamera stand.

Ursprünglich kommt Pluto aus einem Gestüt vom Niederrhein. 1998 wechselte er mit dreieinhalb Jahren in den Zuchtbetrieb von Siegfried Scherer nach Witten. Eigentlich ist sein Stockmaß mittelprächtig, sein Aussehen als Knabstrupper (einer Rasse aus Dänemark) eher putzig als edel.

Und doch erkannte Scherer früh die Talente von seinem Liebling, der auch Pippi Langstrumpf gefallen würde. Als sein erster Reiter baute der heute 58-Jährige eine innige Beziehung zu Pluto auf und schickte Fotos an eine Pferdeagentur. Die erste Buchung im Film „Henry IV“ ging daneben, weil der Regisseur die Entscheidung der Casting-Crew für den Tigerschecken mit Blick auf das düstere Filmepos für verrückt hielt.

Regisseur Paul W. S. Anderson hingegen wollte genau diesen Look für seinen Mantel- und Degenfilm. Nur Schweif, Mähne und Fesseln wurden für die Dreharbeiten, die in Bayern stattfanden, von einer Tierfriseurin noch etwas fülliger gemacht – mit falschen Haaren.

Aufmerksamkeit für die Stuten

Es zahlte sich aus, dass Scherer immer an Pluto geglaubt hat. Glauben musste der deutschstämmige Tadschike auch an sich selbst. Bei einem Zirkusbesuch als Zehnjähriger war ihm sofort klar, dass hier seine Zukunft liegen würde. Mit viel Ausdauer schaffte es der nicht allzu groß gewachsene Pferdefreund an den Moskauer Staatszirkus. Bei den Kosakenreitern legte er über viele Jahre den Grundstein, um heute bei den Ritterspielen der Compania Ferrata dabei sein zu können.

Als Stuntreiter galoppiert er mit Pluto durch Feuerwände oder der Hengst tanzt zwischen sprühendem Bodenfeuerwerk. „Pluto kann zwar nicht reden und Auto fahren. Ansonsten kann er alles“, sagt Scherer lachend und verrät: „Hengste sind starke Charaktere. Wenn sie wissen, wer der Herr ist, vertrauen sie einem blind.“

Pluto mit langem Haar in einer Filmszene mit (von links) Logan Lerman (D’Artagnan), Ray Stevenson (Porthos) und Luke Evans (Aramis).

Die kleine Auszeit in Harreshausen genießt Pluto in vollen Zügen. Er steht in einer Box, zu der ein eigener Innen- und Außenbereich gehören. Dazu bekommt er die volle Aufmerksamkeit von Klaudia Skodnik, die schon einen Teil der Kommandos für das Wunderpferd herausgefunden hat. Nur wie Pluto Sitz macht, ist ihr noch ein Rätsel. „Auf den Po setzen können sich nämlich nur wenige Pferde“, erklärt sie. Weniger außergewöhnlich: Sein Blick, wenn schöne Stuten vorbeilaufen. „Bei der attraktiven Weiblichkeit reckt er den Hals wie die meisten männlichen Vier- und Zweibeiner.“

Quelle: op-online.de

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