Projekt: „Achtung Schüler!“

Holzfiguren mahnen Autofahrer

Babenhausen - Jugendliche und Alkohol, Inklusion Behinderter in Sportvereinen, Verkehrskontrollen mit Kindern – die Themen sind bunt gemischt, verfolgen aber alle ein Ziel: Sie sollen den Gemeinschaftssinn stärken, ein Miteinander und die „Kultur des Hinsehens“ in der Stadt fördern. Von Stefan Scharkopf 

Jugendhilfe und Kriminalprävention, das frühzeitige Erkennen von Problemen und Fehlentwicklungen, Suchtvorbeugung und die Erhöhung des Sicherheitsgefühls für alle Bürger. All diese Dinge will der Präventionsrat beackern oder hat es bereits getan. Der Präventionsrat wurde 2010 gegründet. Das Gremium versteht sich als Netzwerk zwischen Behörden (Stadt, Polizei, Feuerwehr), Schulen, Kindergärten, Vereinen und dem Interessenkreis Behinderter Menschen. Der ehrenamtliche Geschäftsführer Heiko Duda, der auch das städtische Ordnungsamt leitet, und Stadtjugendpfleger Michael Spiehl stellten nun das Programm für 2014 vor.

Dabei greift der Präventionsrat mit einem Projekt eine Idee des Jugendforums auf: „Achtung Schüler!“ ist es betitelt und läuft in Kooperation mit der Offenen Schule, Stufenleiterin Barbara Meuer ist hier eingebunden. Dabei geht es darum, mit Holzfiguren Autofahrer zu erinnern, dass sie sich Schülern nähern und vom Gas gehen sollen. Die Figuren sind mit witterungsbeständiger Farbe lackiert. Die ersten fünf wurden an der OSB angefertigt, weitere fünf werden von der Kirchgartenschule gestellt. Deren Leiterin, Silke Schulz-Mandl, hatte sich ins Projekt eingeklinkt. Aufgestellt werden sollen die Figuren in der Bürgermeister-Rühl-Straße (fünf), in der Martin-Luther-Straße (drei) und zwei in der Bouxwiller Straße - dort, wo sich Kinder tummeln, wenn sie auf ihren Bus warten und leicht Opfer eines Unfalls werden können. Die Rühl- und die Luther-Straße sind verkehrsberuhigt, doch beileibe nicht jeder hält sich daran. Dem Aufstellen der Figuren muss aber die Polizei noch zustimmen, auch Ortsbeirat und Magistrat sollen eingebunden werden.

Rollatortraining in der Emmaus-Gemeinde

„Kleine Schubse - große Wirkung“ ist ein Vortrag überschrieben, den im November Detlef Träbert halten wird. Er hat ein gleichnamiges Buch zum Referat geschrieben. Es geht um humorvolle Tipps für den Erziehungsalltag. „Der Bedarf bei Eltern ist groß“, sagt Michael Spiehl, „auch Kitas und Grundschulen fragen immer wieder mal nach solchen Angeboten nach.“ Auch der Schutz der Natur ist ein Anliegen des Präventionsrats. Vom 14. bis 18. Juli läuft in den Kitas und allen Grundschulen von Kernstadt und Stadt-teilen die Aktionswoche „Sauberes Babenhausen“. Kinder sammeln auf einer bestimmten Strecke Müll auf, sie sollen ein Gespür für die Natur und deren Schutz bekommen. Der Nabu wird Vorträge halten, Details werden noch ausgearbeitet. Um Velo-Diebe abzuhalten gibt es auch dieses Jahr zwei Fahrradcodierungen der Polizei. Auch an die ältere Generation ist gedacht. Einen Vortrag zur Gesundheitsvorsorge (Osteoporose) gab es bereits.

Am 28. April ist ein spezielles Rollator-Training bei der Emmaus-Gemeinde vorgesehen. Immer wieder werden auch bauliche Themen aufgegriffen, so etwa zur Barrierefreiheit. Hier geben Karola Reichmann und Margarete Weinzetl vom Interessenskreis Behinderter Menschen Darmstadt-Dieburg immer wieder Tipps. Beispielsweise dann, wenn an Ampeln die Drücker so zur Straßenseite hin angebracht sind, dass Rollstuhlfahrer sie nur beschwerlich oder überhaupt nicht erreichen können. Zu verschiedenen Angeboten hatte der Präventionsrat in diesem Jahr bereits eingeladen. So zur Aktion „Kinder stark machen“ für Jungs und Mädels im Übergang von Kita zur Schule oder zum Internetführerschein „Klicksalat“ für alle Grundschulen im Februar (wir berichteten). Da wurden alle erwachsenen Beteiligten überrascht – nämlich wie viele Kinder im zarten Grundschulalter bereits ein Smartphone haben und schon bei sozialen Netzwerken, etwa WhatsApp, angemeldet sind.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare