Harreshäuser Martin Fleischmann präsentiert seine Arbeiten in einem Kalender

Holzkunst zum an die Wand hängen

Martin Fleischmann in seiner kleinen Werkstatt. Für die „Nacht der Lichter“ drechselt er derzeit stilvolle Teelichthalter. -   Foto: nkö

Harreshausen - Seit gut zwei Jahren widmet sich Martin Fleischmann ganz dem kreativen Schaffen mit Hölzern. Zwölf Werke sind nun in einem Kalender zu sehen. Von Norman Körtge 

Martin Fleischmann ist voller Energie. Die 24 Stunden, die ein Tag hat, sind ihm eigentlich zu wenig. Wenn er auf seiner Couch im mit eigenen Händen komplett sanierten Fachwerkhaus in der Dorfstraße in Harreshausen sitzt und ins Reden kommt, ist der 64-Jährige kaum zu bremsen. Die Ideen sprudeln förmlich aus ihm heraus. Um sie nicht wieder zu vergessen, hat er eigens eine Liste angelegt. „Die wird jeden Tag länger“, sagt er und schmunzelt.

Der gebürtige Frankfurter und gelernte Schreiner hat offensichtlich ein neues Lebensglück gefunden – aus Holz Kunst zu machen. Seit gut zwei Jahren steckt er seine ganze Schaffenskraft in das kunstvolle Verarbeiten von Hölzern – keine Skulpturen, sondern schwerpunktmäßig Gebrauchsgegenstände für den Alltag. In diesem Jahr waren seine Arbeiten bereits bei den Kunst- und Kulturtagen in der Stadtmühle sowie bei der Ausstellung „Holzwürmer in der Langfeldsmühle“ zu sehen. Zum Beispiel Schalen, Teller, Kästchen, Bilderrahmen und Tische. Alles Unikate. Fleischmanns Anspruch: „Ich möchte Sachen machen, die man so noch nicht gesehen hat.“

Fotograf Reinhold Blaha hat Fleischmanns Werke für den Kalender „Augenblicke in Holz“ in Szene gesetzt.

Dabei verwendet der seit 1986 in Harreshausen lebende Autodidakt ganz unterschiedliche Techniken. Beispielsweise die „umgekehrte Maserung“. Dabei reibt er vorsichtig Acrylfarbe auf Kiefernholz. Dabei bleiben die zunächst dunklen, härteren Flächen hell, die helleren, weichen Flächen saugen hingegen die Farbe ein und werden dunkel. So entsteht ein außergewöhnlicher Kontrast. Oder das Bearbeiten einer Maserknolle – eine Wucherung an Bäumen – und anschließende Aushärten mit Epoxidharz. Es entstehen einzigartige Schalen. Sehr aufwändig sind die Bandsägearbeiten, bei denen etwa Schmuckkästchen entstehen. Zuvor hat er verschiedene Hölzer verleimt, um so farbliche Akzente zu setzen.

Gefragte Gegenstände sind auf jeden Fall Fleischmanns Designtische. Dabei arbeitet er gerne mit Multiplexhölzern, wie sie etwa bei Arbeitsplatten verwendet werden. Er legt dabei die einzelnen Schichten frei und schafft damit neue Strukturen. Der Musikliebhaber in dem Harreshäuser kommt bei den selbst konstruierten Holzrahmen für Schallplattencover zum Vorschein. Zirka 1 400 der schwarzen, runden Tonträger nennt er sein Eigen. Geprägt haben ihn als 68er die Beatles, aber auch Led Zeppelin, Pink Floyd und Ten Years After. Die Rahmen hat Fleischmann kunstvoll verziert mit Zinn-Inlays, die dem Ganzen einen edlen Touch geben.

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Solch einen hat Fotograf Reinhold Blaha nun gleich zwölf Werken von Fleischmann verliehen. Für den Kunstkalender mit dem Namen „Augenblicke im Holz“ lichtete er eine Auswahl von Schalen, Kästchen, Kerzenhaltern und einen Tisch vor schwarzem Hintergrund ab. „Es war interessant und hat großen Spaß gemacht“, erzählt Fleischmann über die Zusammenarbeit mit dem Babenhäuser Fotografen.

Anzutreffen sein wird Fleischmann auch bei der vom Gewerbeverein organisierten „Nacht der Lichter“ am Donnerstag, 2. November, in der Babenhäuser Altstadt. Einfache, aber stilvolle Dinge möchte er dort zeigen und zum Verkauf anbieten. Teelichthalter – jeder ein Unikat.

  • Den Kunstkalender „Augenblicke im Holz“ gibt es für 24,90 Euro bei der Bücherei Auslese, Fahrstraße 33, und bei Xamea Dessous, Fahrstraße 26. Infos zu Martin Fleischmann unter www.design-formart.de, mehr über Reinhold Blaha unter www.thematrixer.com.

Quelle: op-online.de

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