Gorilla trifft auf Pinguin

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Horst Käse zeigt seine Bilder noch bis Ende August im Rathaus. Zu jedem Bild hat er etwas zu erzählen, auch zu dieser Gänseschar.

Babenhausen - Lange verweilen Maria und Uto Dirkes vor den beiden Gemälden mit den Affen. Kritisch ist der Blick des Ehepaars, kritisch blickt aber auch der Gorilla zurück. Beim tierischen Vertreter wird die missmutige Miene beim zweiten Hinschauen klar. Von Ulrike Bernauer

Über ihm schwebt ein Vogel, der seine Hinterlassenschaft exakt auf dem Kopf des mächtigen Affen platziert hat. Das Ehepaar freut sich zwar über das Bild, braucht aber eine Weile, um den dazugehörigen Text zu lesen.

Unter dem Motto „Wenn das Rathaus zum Zoo wird“ stellt der Neu-Babenhäuser Horst Käse Tiermalereien im Rathaus aus. Seine Motive sind vielfältig, da ist Charlie, der Strauß, da flattern Schmetterlinge über die Wiese, grasen Schafe oder begegnen sich Elefant und Löwe. Besonders freut sich Laudatorin, die Fachbereichsleiterin für Wirtschaft, Sylvia Klötzel, über das Bild von Pinguinen, das vor ihrem Amtszimmer hängt.

Eines der Tiere sieht aus, als würde es ein flottes Tänzchen aufs Eis legen und Klötzel liest auch voll Begeisterung den dazugehörigen Text vor: „Der Pinguin, ganz ohne Frage, versucht hier eine Tanzeinlage, er hüpft und springt und schafft sich ab, die anderen lachen sich halb schlapp. Das stört ihn nicht, er hüpft als weiter und träumt von der Karriereleiter, ich werd bestimmt ein Star, ich weiß es, the King of Pop des Südpol-Eises.“

In ihrer Rede hatte Kloetzel vorher darauf hingewiesen, dass man auch mal darauf achten solle, welche Tiere sich vor welchen Amtsstuben breit gemacht haben. So kann man sich fragen, ob es Zufall ist, dass beim Bürgermeisterinnenzimmer der König der Tiere hängt, beim Steuerbüro hingegen eine Fledermaus, oder ein „Vampir“ wie Klötzel interpretiert. Beim Aufhängen der Bilder ging dem Künstler Petra Palm-Hantke zur Hand, die dafür vom Künstler einen Blumenstrauß erhielt. Zahlreiche seiner Bilder hat Käse mit Gedichten ergänzt, denn das Reimen gehört ebenfalls seit seiner Jugend zu seinem Pläsier.

Horst Käse ist nach eigenem Bekunden Autodidakt. Mit 15 Jahren erhielt er Malunterricht bei Sebastian Mucke in Bad Homburg, wenn er sich bestimmte Techniken wie Radierungen aneignen will, besucht er auch heute mal einen Kurs. Das Malen gehört aber seit seiner Jugendzeit zu seinen Hobbys. An zahlreichen Ausstellungen hat er schon teilgenommen, lange wohnte er in Steinbach und stellte deshalb im Taunusbereich aus.

Seit November 2011 wohnt er in Babenhausen und hat sich hier gleich dem Künstlerkreis angeschlossen. Also stellte er schon im Herbst 2012 in der Stadthalle mit den anderen Babenhäuser Künstlern aus. Der „Zoo“ ist hingegen seine erste Einzelausstellung in Babenhausen.

Dem Ehepaar Dirkes war Käse schon in der Stadthalle aufgefallen. „Die zwei Bilder vom Strauß Charlie haben uns auf den ersten Blick sehr gut gefallen“, sagt Uto Dirkes.

Käse hat einen großen Fundus an Werken. Er hat nicht nur Tiere in Öl oder als Aquarell auf die Leinwand gebannt, Urlaubserlebnisse, Blumen und Feldfrüchte gehören unter anderem zu seinen Motiven. Auch seine neue Heimat Babenhausen war anregend für den Maler, auch sie hat er verewigt. Auf die Motive aus Babenhausen können sich die Rathausbesucher schon jetzt freuen, sie werden im Januar zu sehen sein.

‹ Die „tierische“ Ausstellung ist noch bis zum 30. August im Rathaus zu den Öffnungszeiten zu sehen.

Quelle: op-online.de

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