Unterkunft mit 120 bis 150 Betten

Hotel-Pläne fürs Merin-Gelände

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So sah es auf dem Merin-Gelände mal aus. Die Brandruinen sind längst beseitigt. Die Motorsäge muss vielleicht nur noch gegen das Grün eingesetzt werden, das dort wuchert. Auf dem Gelände soll ein Hotel gebaut werden.

Babenhausen - Die alten Trümmer sind längst weggeräumt, nun sprießt das Grün wild vor sich hin. Doch damit könnte bald Schluss sein. Von Stefan Scharkopf 

Ein erfahrener Babenhäuser Hotelier beabsichtigt, auf dem ehemaligen Merin-Gelände an der Aschaffenburger Straße ein Hotel mit 120 bis 150 Betten zu bauen und selbst zu betreiben. Er hat sich für das Gelände beworben. Ende 2012 hatte die Stadt das früher unansehnliche Areal mit den Brandhäusern am östlichen Stadteingang erworben, die Gebäude abgerissen, das Grundstück aufgeräumt und dafür alles in allem rund eine Million Euro ausgegeben. Diese Summe soll jetzt wieder in die Kasse zurückfließen. Klar war: Der Grundstückskauf sollte nur ein Zwischenschritt sein, eine gewerbliche Entwicklung war gewünscht. Entsprechend wurde das Grundstück auch beworben.

Den Startschuss für das Hotel-Projekt hat nun die Ansiedlung des VW-Schulungszentrums auf dem Bruchborn-Gelände gegeben. Derzeit wird die Auffüllung des Geländes vorbereitet – Voraussetzung für die weiteren Erschließungsmaßnahmen. Wie berichtet, soll im nächsten Sommer das Schulungszentrum der Wolfsburger Autobauer in Betrieb gehen. Dann kommen jede Woche über 90 Konzern-Beschäftigte aus ganz Deutschland nach Babenhausen, um ihr fachliches Know-how zu aktualisieren – und zu übernachten.

Bedarf an Hotelbetten steigt

Damit steigt der Bedarf an Hotelbetten weiter an. „Schon jetzt aber übersteigt die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten das Betten-Angebot in unserer Stadt“, berichtet Bürgermeisterin Gabi Coutandin. So müssten Besucher von Frankfurter Messen und Tagungsgäste, die wegen der Preise in der Großstadt lieber etwas weiter fahren und in Babenhausen absteigen wollen, abgewiesen werden. Deshalb lag es für den Hotelier auf der Hand, ein zusätzliches Angebot zu schaffen – möglichst nahe zum VW-Zentrum. „Das Merin-Gelände eignet sich dazu hervorragend und wird unseren östlichen Stadteingang weiter aufwerten. Zudem gibt es dort weitere Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich, die wir gut brauchen können“, gibt sich die Verwaltungschefin optimistisch.

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses haben die Mitglieder in dieser Woche über das Projekt gesprochen, lobende Worte gefunden und angedeutet, dass sie den sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Hotel unterstützen wollen. Die Entscheidung soll in der nächsten Sitzung des Stadtparlaments am kommenden Donnerstag fallen. Unterschiedlich beurteilen die Ausschussmitglieder aber die weitere Umwandlung des „Jockelsbühls“, also des Restgeländes bis hin zur „Polsterwelt“. Bereits 2008 wurde darüber debattiert, allerdings wurde die Arrondierung bislang nicht weiter verfolgt, weil man zunächst abwarten wollte, was aus der Kaserne wird.

Coutandin schlägt nun vor, die Entwicklung für den Grünbereich jetzt zu starten. Dafür müsste der Flächennutzungsplan geändert werden, um das Geviert in Siedlungsgebiet umwidmen und letztlich in Gewerbegelände umwandeln zu können. Ein entsprechender Antrag an die Regionalversammlung ist daher zu stellen. „Das dauert alles seine Zeit, und wenn wir warten, verlieren wir womöglich ein bis zwei Jahre“, meint Coutandin und empfiehlt dem zuzustimmen..

Frank Ludwig Diehl (Grüne) hielt entgegen, dass das Grüngelände für die weitere Entwicklung derzeit entbehrlich sei, die Überplanung wäre nur eine Option. Oliver Bludau (FWB) sagte, dass man sich erst darüber klar sein müsse, welche Flächen des „Jockelsbühl“ man umwandeln wolle und welche nicht. Auch darüber soll in der nächsten Stadtverordnetenversammlung gesprochen werden. Das eigentliche Merin-Gelände, auf dem das Hotel entstehen soll, braucht keine Umwidmung, weil es ja bereits bebaut war.

Quelle: op-online.de

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