Hund und Halter auf Trab bringen

Hergershäuser Verein wirbt mit neuen Workshops und Kursen

Der Verein Hundefreunde Hergershausen bot seinen ersten Workshop „Flyball“.
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Der Verein Hundefreunde Hergershausen bot seinen ersten Workshop „Flyball“.

Der Verein für Hundefreunde Hergershausen will mit Workshops, Trainingseinheiten und Kursen Mitgliedern und Interessierten mehr Spaß am Leben mit den Vierbeinern vermitteln. In der Corona-Zeit startet er mit neuen Angeboten.

Babenhausen – Collie-Rüde Codi ist begeistert. Aufmerksam verfolgt er, wie Joachim Müller einen Tennisball in das linke Loch eines merkwürdigen Kastens steckt. Merkwürdige Ideen haben sie, die Menschen, scheint er, kurz zu denken. Aber was soll‘s? Der wuschelige Lassie-Hund wartet einen kleinen Moment. Dann springt er in Affenzahn über vier niedrige Hürden, angelt mit dem Maul den Ball aus dem Loch und trägt seine Beute stolz zu Frauchen Alexandra Engel zurück.

„Bei einem Wettbewerb wäre das ein Fehler“, sagt Müller, der Trainer und Wertungsrichter ist und am Sonntag für einen Workshop zum Verein der Hundefreude Hergershausen gekommen ist. Er erklärt: Der Collie hätte den Ball nicht aus dem Loch nehmen dürfen, sondern mit allen Vieren auf dem merkwürdigen Kasten, in Wirklichkeit eine Ballmaschine, landen und den dadurch herausfliegenden Ball auffangen müssen. Aber noch ist Codi ganz am Anfang.

Es ist der erste Workshop, den Müller in Hergershausen gibt. Sechs Vereinsmitglieder sind mit ihren Hunden am Start, um den Flyball genannten Sport zu lernen. „Wettkämpfe sind nicht unser Ziel“, meint die Erste Vorsitzende Heike Abstein aus Eppersthausen. Zunächst soll es nur Spaß bringen. Begleithundeprüfungen, die Voraussetzung für jegliche Wettbewerbe sind, können trotzdem im Verein gemacht werden.

Abstein und der Zweite Vorsitzende Achim Engel aus Hergershausen sind seit März neu im Vorstand des 1969 gegründeten Vereins und haben viel vor. Zunächst hat sie Corona ausgebremst, aber seit September geben sie Gas und bieten Neues an. Gerade erst veranstalteten sie einen Erste-Hilfe-Kurs für verletzte Hunde. Nächstes Frühjahr ist ein Hunderennen für Jedermann dran. Und nebenbei läuft seit dem 23. Mai wieder das übliche Vereinstraining: jeden Samstag ab 14 Uhr, sonntagvormittags und zusätzlich montags nach Bedarf.

Geübt wird immer ein bestimmtes Thema – Leinengängigkeit, die Begegnung mit fremden Hunden oder andere Dinge, die Hund und Halter gemeinsam im Alltag brauchen können. Mitglied müsse man nicht unbedingt sein, sagt Abstein, es reiche auch eine Zehnerkarte.

Etwa 20 Aktive hat der Verein zurzeit und einige nur zahlende Unterstützer. An den Trainingstagen können neben Gruppen- auch Einzelstunden belegt werden – und zwar für alle Hunde: von Winzlingen wie Mops und Malteser bis zum riesigen Wolfshund und vom Welpen bis zum betagten Senior. Der fünf Jahre alte Bubi ist ein Parson Russell Terrier. Als einziger der Vierbeiner am Sonntag hat der kleine drahtige Kerl hat schon Erfahrung im Flyball. Mit Hundemama Abstein geht er einmal die Woche nach Darmstadt zum Üben. Dort hat sie auch den Flyball-Beauftragten Müller vom Hundesportverband Rhein/Main kennengelernt und gleich für einen Schnupperkurs gebucht. Morgens hat er ein wenig Theorie mit den Haltern gepaukt. Denn auch der Mensch muss genau wissen, was er tut. Und sich bewegen.

„Ich bin völlig durchgeschwitzt“, japst Achim Engel, ordentlich aus der Puste. Neben seinem die Hürden nehmenden Golden Retriever Cio ist er immer wieder anfeuernd hin- und hergerannt. Schweißtreibend und nicht das Laissez-faire, wie er es sich vorgestellt hat: Ein bisschen gucken und die Hunde flitzen lassen. Trotzdem sei es eine tolle Erfahrung, findet er. Im Idealzustand tritt eine Hundestaffel aus beliebig zusammengewürfelten Hunderassen gegen eine andere an. Die ersten ihrer Staffel rennen 16 Meter über vier Hürden zu ihrer Ballmaschine, schnappen dort korrekt den Ball und bringen ihn zurück zum Start. Währenddessen sprintet schon der nächste Hund nach vorn. Nach 20 Sekunden kommt der Letzte zurück. Herrchen und Frauchen müssen flink mitgehen – nicht mehr die ganzen 16 Meter wie zu Übungszwecken, aber doch am Start und erst recht beim Zurückrufen. Letzteres ist nämlich gar nicht so einfach, schließlich hat der Hund ja schon den Ball als Erfolg.

Um kurz vor 14 Uhr sind auch allmählich die Hunde durch, wie Trainer Müller sagt. „Die Konzentration lässt nach.“ Die Ballmaschine wird uninteressant. Aramis von Katja Nagel aus Ringheim, Merlin von Daniel Pfaff aus Aschaffenburg und das einzige Weibchen Maila von Norbert Stehle aus Babenhausen drehen noch ein paar Runden, aber dann ist Schluss. Betätigen des Auslösers der Ballmaschine hat noch nicht geklappt, die meisten der fünf Neulinge schaffen dennoch schon eine gelungene Drehung, wenn sie den Ball aus der Hand ins Maul nehmen dürfen. Und das ist ja auch etwas fürs erste Mal. (zkn)

Infos im Internet

hundefreunde-hergershausen.de

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