Ruhestätten immer wieder verunreinigt

Hundekot auf den Gräbern

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An den Eingängen zum Friedhof hängen die eindeutigen Schilder: Hunde haben auf dem Gelände nicht zu suchen.

Babenhausen - Zufall oder Absicht? Auf dem Grab von Adolf Breers Frau und dem seiner Eltern findet der Rentner immer wieder Kothaufen. Hunde dürfen auf dem Friedhof aber nicht ausgeführt werden. Von Norman Körtge

„Dreggsagg“: Michl Müller, ein fränkischer Kabarettist, trägt bei seinen Auftritten meist ein T-Shirt mit diesem Aufdruck. In seinem Internet-Fanshop ist es für 15 Euro in verschiedenen Farben erhältlich. Geld, das der Babenhäuser Adolf Breer gerne ausgeben würde – wenn er es denn dann demjenigen Hundebesitzer überziehen dürfte, dessen Vierbeiner regelmäßig auf das Grab seiner Eltern und das seiner Frau kackt.

Eigentlich kann Breer gar nicht über das Thema lachen. Er rettet sich in Sarkasmus. Und er gibt Geld für anderes aus. Nachdem er am Rosenmontag erneut einen Kothaufen auf dem Grab seiner im Januar 2016 beerdigten Frau entdeckte, kaufte er in einem Baumarkt ein Gel, das Hunde von der letzten Ruhestätte abhalten soll.

Der eklige Fund zu Wochenbeginn ist einer von vielen in den zurückliegenden Monaten. Wie Breer berichtet, musste er eine Woche nach der Beerdigung seiner Frau auf dem Babenhäuser Friedhof erstmals einen Hundehaufen entfernen. Er lag auf einer Kranzschleife. Seitdem fand er immer wieder die stinkenden Hinterlassenschaften auf den Gräbern seiner Angehörigen. „Was muss sich im Kopf eines solchen Individuums abspielen, das es keinerlei Respekt und Achtung für die letzte Ruhestätte von Verstorben aufbringt und diese stattdessen als Hundeklo missbraucht?“, fragt Breer. Er und seine Familie können sich auch nicht vorstellen, warum die Gräber ihrer Angehörigen offenbar bevorzugt heimgesucht werden. Oder ist es nur Zufall?

Wie Breer von Mitarbeitern des Bauhofes und anderen Friedhofsbesuchern erfahren haben will, müssen allerdings auch an anderen Stellen die Hinterlassenschaften von Hunden gefunden worden sein.

Für den lokalpolitisch engagierten Rentner – er sitzt für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung – ist es jedenfalls unerklärlich, wie jemand mit seinem Hund auf dem Friedhof Gassi gehen kann. Die Friedhofsordnung untersagt nämlich das Mitführen von Hunden. Ausdrücklich ausgenommen von dem Verbot sind Blindenhunde. Allerdings geht Breer nicht davon aus, dass die Kothaufen von solchen Hilfstieren stammen.

Um den „Spuk“ zu beenden, wie Breer es bezeichnet, wäre ihm das Installieren von Überwachungskameras am liebsten, um die Hundehalter auf frischer Tat zu erwischen und identifizieren zu können. Allerdings weiß er auch, dass dieses Vorhaben aus rechtlichen Gründen kaum umsetzbar sein wird.

Kindern den Umgang mit Hunden beibringen

Quelle: op-online.de

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