Fachbereich VI wird aufgelöst

i-Punkt schließt seine Pforten

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Der von der Fahrstraße aus zugängliche i-Punkt im Rathaus wird spätestens Anfang März geschlossen sein. In die Räumlichkeiten wird der Fachbereich „Soziales & Familie“ Einzug halten.

Babenhausen -  Den i-Punkt im Rathaus sowie den Fach- bereich „Standortentwicklung & E-Government“ wird es bald nicht mehr geben. Von Norman Körtge 

Bei einer Versammlung von Vereins- vertretern verkündete Bürgermeister Joachim Knoke das Ende der beiden eng miteinander verbundenen Organisationen.
„Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, dass die für die Produktbereiche Wirtschaftsförderung, Kulturpflege und Tourismus im Haushaltsentwurf 2016 vorgesehenen beziehungsweise geplanten Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen für den Haushalt 2017 und bis auf Weiteres ersatzlos gestrichen werden“, lautete der Beschlusstext des gemeinsamen Antrages von CDU und Freien Wählern, der in der Stadtverordnetenversammlung am 19. September 2016 zur Abstimmung stand. Mit ihren Mehrheit brachten die beiden Fraktionen den Antrag durch, SPD, Grüne und FDP votierten dagegen.

Knapp anderthalb Jahre später verkündete Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) nun öffentlich wahrnehmbare Folgen dieses Beschlusses: Der 2009 von Knokes Vorgängerin Gabriele Coutandin ins Leben gerufene i-Punkt im Rathaus wird spätestens Anfang März geschlossen. Gleiches gilt für den Fachbereich VI „Standortentwicklung & E-Government“, unter dessen Ägide der i-Punkt stand. Da Letzterer unter anderem auch als Vorverkaufsstelle für Veranstaltungen Babenhäuser Vereine fungierte, hatte Knoke für Dienstagnachmittag Vereinsvertreter eingeladen. Rund 20 waren der Einladung ins Rathaus gefolgt.

Ihm persönlich tue die Entscheidung weh, sagte Knoke betonte aber immer wieder, dass es eine Entscheidung der Stadtverordneten gewesen ist. „Wenn es politisch gewünscht ist an dieser Stelle zu sparen, dann muss ich das umsetzen“, sagte der Verwaltungschef. Er erinnerte in einem Rückblick an die Idee, die seinerzeit hinter dem i-Punkt gestanden habe – die Förderung von Kunst, Kultur, Tourismus und Stadtmarketing. Den Akteuren sollte auch die Möglichkeit gegeben werden, sich zu vernetzen. Organisiert wurden Ausstellungen und Lesungen, Stadtführungen und Führungen zu den Przewalski-Pferden. Außerdem produzierte der Fachbereich eine Vielzahl an Flyern, um den Tourismus zu fördern. Vor allem ältere Menschen nutzten die Möglichkeit, im i-Punkt Bahn- und Bustickets zu kaufen.

Einhergehend mit den Budgetstreichungen hat die Stadt die Mitgliedschaft bei Odenwald Tourismus und der Kulturregion Frankfurt Rhein-Main zum Jahresende 2017 gekündigt. Bei der Kulturregion bestehe aber die Hoffnung, über den Landkreis wieder Mitglied zu werden. 2019 werden die Stadt auch nicht mehr Mitglied in der Fachwerkstraße sein.

„Wir werden versuchen, einige Dinge aufrecht zu erhalten. Aber alles wird nicht mehr leistbar sein“, berichtete Knoke. Die bisherige Fachbereichsleiterin Sylvia Kloetzel wird die neu geschaffene Stabsstelle Wirtschaftsförderung übernehmen. Eine Halbtagskraft aus dem Fachbereich wird an anderer Stelle im Rathaus eingesetzt, eine weitere Kollegin ist in Rente gegangen.

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Die Vereinsvertreter äußerten ihren Unmut über die Entscheidung. Klaus Mohrhardt (Blasorchester und Schlossfreunde) etwa hinterfragte, ob es denn angesichts der Bedeutung des Beschlusses für Vereine und Tourismus nicht noch einmal den Versuch gegeben habe, die Fraktionen dafür zu sensibilisieren. „Ich begreife das nicht, das sind doch alles Babenhäuser. Da müsste doch ein Konsens gefunden werden“, sagte er. Knoke antwortete, dass das bei den Haushaltsberatungen besprochen worden sei. Gewerbevereinsvorsitzende Silke Kasamas ärgerte sich darüber, dass immer mehr an den ehrenamtlich Tätigen hängen bleiben würde. Sie wolle nicht, dass der Eindruck entstehe, dass die Politik immer weiter sparen kann und es laufe alles irgendwie weiter. „Irgendwann geht es nicht mehr“, so Kasamas.

Quelle: op-online.de

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